DFB-Vize Koch: Habe Keller-Entschuldigung entgegengenommen

DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat die Entschuldigung von Verbandschef Fritz Keller nach dessen Vergleich mit einem berüchtigten Nazi-Richter entgegengenommen, angenommen hat er sie aber anscheinend nicht.
| dpa
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Hat die Entschuldigung von Fritz Keller entgegengenommen: DFB-Vize Rainer Koch.
Hat die Entschuldigung von Fritz Keller entgegengenommen: DFB-Vize Rainer Koch. © Andreas Gora/dpa
Mainz

"Das ist doch eine sehr persönliche Situation", sagte Koch im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. Er habe sich überhaupt nicht zu dem Vorgang geäußert und ihn auch nicht angezeigt.

Der 62-Jährige war im April bei einer Präsidiumssitzung von Keller mit dem früheren Nazi-Richter Roland Freisler verglichen worden, was bei vielen für Empörung sorgte. Die DFB-Landeschefs entzogen Keller am vergangenen Sonntag das Vertrauen. Am Freitagabend wiederholten die Chefs der Regional- und Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ihren Rücktrittsaufruf an Keller und forderten den DFB-Vorstand zur Amtsenthebung des Präsidenten auf. Zuvor hatte Keller in seiner ersten offiziellen Stellungnahme nach dem Misstrauensvotum des Amateurlagers erneut um Verzeihung gebeten, war aber nicht zurückgetreten.

Er sei seit 32 Jahren Berufsrichter, sagte Kellers Stellvertreter weiter, "und ich habe eine ganz persönliche Betroffenheit. Herr Freisler, Roland Freisler, war ein Blutrichter, Henker in Robe. Er hat viele tausend Menschen in den Tod geführt", sagte Koch. "Und wenn eine solche Äußerung gegenüber jemand, der sein Leben lang dem Recht gewidmet hat, fällt, dann glaube ich, ist so eine Betroffenheit nachvollziehbar. Deswegen habe ich die Entschuldigung entgegengenommen, aber es ist nicht meine Aufgabe, darüber zu befinden, wie das insgesamt mit Blick auf den DFB zu sehen ist", meinte Koch dazu.

Karl-Heinz Rummenigge hatte Koch zuvor aufgefordert, Kellers Entschuldigung anzunehmen. "Ich habe grundsätzlich Fritz Keller als integeren, seriösen und auch liebevollen Menschen kennengelernt", sagte der Vorstandschef des FC Bayern München gestern Abend im TV-Sender Sky. "Er weiß selber, dass das, was da passiert ist, eine schwere Entgleisung war. Er hat sich dafür entschuldigt, und ich fände es, das muss ich ganz klar und deutlich sagen, eine nicht nur schöne Geste, sondern eine Geste, diese Entschuldigung nicht nur entgegenzunehmen, sondern auch anzunehmen."

© dpa-infocom, dpa:210509-99-524001/3

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