DFB-Trip nach Kiew: Gündogan spricht über seine Corona-Infektion

Nur Bus, Teamhotel, Stadion: Die DFB-Elf schottet sich in Kiew komplett ab. Aus gutem Grund, denn wie gefährlich eine Corona-Infektion ist, zeigt der Fall Gündogan: "Mit diesem Virus ist nicht zu scherzen".
| Patrick Strasser
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Der gefährlichste Gegner der deutschen Nationalmannschaft steht am Samstag in der Ukraine nicht auf dem Platz, sondern ist das Virus.
Der gefährlichste Gegner der deutschen Nationalmannschaft steht am Samstag in der Ukraine nicht auf dem Platz, sondern ist das Virus. © Federico Gambarini/dpa

Der Bundestrainer war happy. Nicht nur weil der DFB-Tross am frühen Freitagnachmittag nach dem rund zweieinhalbstündigen Flug von Köln/Bonn gut in Kiew gelandet war und im Hotel "Hyatt Regency" eingecheckt hatte. Vor allem machte Jogi Löw glücklich, dass man in der Hauptstadt der Ukraine "erstmals seit vielen, vielen Monaten wieder einmal gemeinsam trainieren konnte". Glücksgefühle eines Nationaltrainers zu Zeiten der Corona-Pandemie.

Bundestrainer Löw: "Wir wollen Widerstände überwinden"

Dieses Spiel am Samstag in der Ukraine (20.45 Uhr, ARD live), der dritte Spieltag der Nations League, steht unter ganz besonderen Vorzeichen. Sportlich betrachtet ist es die erneute Gelegenheit, ein Spiel dieses Wettbewerbs zu gewinnen. Bei der ersten Ausgabe der Nations League im Herbst 2018 konnte die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw kein Spiel gewinnen (je ein Remis und eine Pleite gegen Frankreich bzw. die Niederlande) - macht unterm Strich: Sechs Spiele, vier Unentschieden und zwei Niederlagen bei 5:9 Toren. Ganz und gar nicht DFB-like. "Unsere wichtigste Aufgabe wird es sein, zu gewinnen", forderte Löw, der in Kiew betonte: "Wir sind hochmotiviert, wollen Widerstände überwinden."

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Die jedoch nicht wirklich der Gegner darstellen dürfte, sondern die Folgen der Hygienemaßnahmen im Corona-Hochrisikogebiet Ukraine. Wegen der hohen Infektionslage vor Ort wird sich die DFB-Delegation nur abgeschottet aufhalten - im Bus, im Teamhotel oder im Stadion. Mehr ist nicht. "Wir sind in unserer Blase, in der bewegen wir uns", betonte Löw. Bedeutet konkret: "Wir halten uns an die Auflagen und überwachen auch strengstens, dass sich die Spieler daran halten: kein Besuch, Masken im Hotel, Besprechungen in kleinen Gruppen bis auf die Mannschaftssitzung vor dem Spiel."

DFB-Spieler auf Corona-Regeln bedacht

Man sei das "seit September gewohnt", so Löw, die Spieler würden "die Regeln sehr diszipliniert einhalten". Weil ja auch in Deutschland die Fallzahlen steigen, sei "überall Vorsicht für jeden einzelnen geboten", betonte der 60-Jährige. Löw aber weiß: "Ausschließen kann man nie etwas, das ist einfach so. Wir tun unser Möglichstes."

Wie ernst das Thema ist, zeigt der Fall Ilkay Gündogan. Denn auch einen Leistungssportler kann eine Corona-Infektion hart treffen. Der Profi von Manchester City, der sich am 21. September nach dem positiven Test auf COVID-19 in Isolation begeben hatte, betonte: "Mit diesem Virus ist einfach, nicht zu scherzen." Ihm gehe es "soweit gut, ich bin wieder gesund", schrieb der inzwischen genesene 29-Jährige am Freitag in den Sozialen Medien.

Fühlte sich "total schlapp": Ilkay Gündogan.
Fühlte sich "total schlapp": Ilkay Gündogan. © GES/Augenklick

Gündogan: Corona-Infektion hat mich "schon stark getroffen"

Gündogan trainiert wieder, hat jedoch "eine äußerst unangenehme Zeit" hinter sich. "Zwischenzeitlich hatte es mich schon stark getroffen gehabt." Er habe sich "total schlapp" gefühlt, auch sein Geschmackssinn "war komplett weg". Einige Zeit habe er "nur im Bett gelegen. Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht erinnern, wann es mich bei einem Infekt zuletzt mal so getroffen hatte."

Trotz der angespannten Infektionslage in der Ukraine sollen am Samstag 20 000 Zuschauer im Kiewer Olympiastadion (Kapazität: 70 000) dabei sein. Für die Partie gegen Deutschland hat der Kiewer Bürgermeister und Ex-Profiboxer Vitali Klitschko extra die Corona-Auflagen gelockert. "Wir werden mitfiebern und uns an die Sicherheitsregeln in den Stadien halten", sagte Klitschko.

Also: ein Abstand von anderthalb Metern oder drei freie Sitze nebeneinander. Bei den Fans wird die Körpertemperatur gemessen, ein Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht.

Joachim Löw freut sich trotz strenger Regeln auf Zuschauer

Bei aller Vorsicht doch noch ein positiver Aspekt des Spiels für Löw. "Es ist für uns alle schön, dass mal wieder ein paar Zuschauer im Stadion sind - das haben wir schon vermisst. Darauf kann man sich freuen. Da wird was los sein." Denn: Beim Spiel kommenden Dienstag in Köln gegen die Schweiz werden wie zuletzt nur rund 300 Fans dabei sein dürfen.

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