DFB-Helden watschen Ballack ab

Nach der öffentlichen Kritik am Bundestrainer: Frühere Kapitäne der Nationalelf geißeln ihren Nachfolger Michael Ballack. Auch von Größenwahn ist die Rede.
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Finden sie wieder zusammen? - Michael Ballack (r.) und Jogi Löw.
dpa Finden sie wieder zusammen? - Michael Ballack (r.) und Jogi Löw.

MÜNCHEN - Nach der öffentlichen Kritik am Bundestrainer: Frühere Kapitäne der Nationalelf geißeln ihren Nachfolger Michael Ballack. Auch von Größenwahn ist die Rede.

Mit seiner öffentlichen Kritik an Bundestrainer Joachim Löw hat Michael Ballack für viel Aufregung gesorgt. Und die Debatte entzündet, ob sich ein Kapitän der Nationalmannschaft so etwas erlauben darf. Die Frage hat die AZ Männern gestellt, die sich damit auskennen: früheren DFB-Spielführern. Hier die Einschätzungen der Helden von einst:

Karl-Heinz Rummenigge (95 Länderspiele/51 als Kapitän):

„Dass Spieler in der Öffentlichkeit über den Bundestrainer diskutieren, ist ein absolutes No-Go. So etwas kann sich kein Trainer gefallen lassen. Ballack muss akzeptieren, dass er übers Ziel hinausgeschossen ist und sich schnellstens entschuldigen. Ihn aus der Nationalmannschaft rauszuschmeißen, kann sich Löw aber nicht leisten. Die Mannschaft ist nicht so stark, dass sie auf ihn verzichten kann.“

Uwe Seeler (72/40):

„Ich kenne es aus meiner Zeit nicht, dass Kritik über die Medien geäußert wurde, meine Generation hat es anders gehandhabt. Ich bin ein Freund des persönlichen Gesprächs und halte die öffentliche Kritik deshalb nicht für ein glückliches Vorgehen. Grundsätzlich ist es wichtig, auch in Zeiten, in denen es rein sportlich erfolgreich läuft, Kritik zu üben – aber bitte intern!“

Bernard Dietz (53/19):

„Löw muss Ballack jetzt eines klar machen: Das ist der falsche Weg. Unmöglich! Solche Sachen gehören nicht an die Öffentlichkeit, das muss intern geklärt werden. Auch als Kapitän stehen ihm solche Aussagen nicht zu.“

Toni Schumacher (76/14):

„Es ist so bei einem Fußballer: Wenn der Hals schon dick ist und du auf dem falschen Fuß erwischt wirst, platzt dir halt mal der Kragen. Und dann lässt man so etwas raus. Natürlich sollte man das, was Ballack gemacht hat, nicht tun. Aber ihn als Kapitän absetzen? Das würde mir sagen, dass da vorher schon einiges nicht gestimmt haben kann.“

Andreas Brehme (86/8):

„Ein Kapitän ist dafür da, Dinge anzusprechen. Dies sollte aber nicht über die Öffentlichkeit geschehen. Wenn ich das zu meiner Zeit in Mailand gemacht hätte, wäre mir sofort eine saftige Geldstrafe aufgebrummt worden. Jetzt müssen sich Löw und Ballack zusammen setzen und ein ordentliches Gespräch miteinander führen, dann ist die Sache ausgestanden.“

Manfred Kaltz (69/6):

„Ich finde Ballacks Vorgehen absolut unmöglich. Einige Spieler sind größenwahnsinnig geworden. Der Job der Spieler ist es, gut Fußball zu spielen, nichts anderes. Löw kann sich das nicht gefallen lassen. Es muss Konsequenzen geben.“

Guido Buchwald (76/5):

„Ich finde das total falsch und daneben. Es ist ja gut, wenn sich der Kapitän für einen Mitspieler einsetzt – aber doch bitte intern! Die Aufstellung macht immer noch der Trainer. Wir haben auch harte Streitgespräche gehabt, sie aber intern geklärt. Die Querelen registriert jeder Fan, das ist nicht positiv für das Aushängeschild des deutschen Fußballs. Es muss jetzt ein klärendes Gespräch her. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so große Differenzen gibt, die zu Ballacks Rauswurf führen.“

Klaus Fischer (45/1):

„Ballack hat als Kapitän ein gewichtiges Wort zu sagen. Aber so ein Vorgehen darf er sich nicht erlauben. Er muss, wenn er ein Problem hat, direkt an den Bundestrainer herantreten. Der Konflikt muss schnell durch ein Gespräch gelöst werden. Wir sind noch nicht für die WM qualifiziert und brauchen Ruhe in der Nationalelf.“

Lothar Matthäus (150/75):

„Die öffentliche Einmischung von allack kann sich der Bundestrainer nicht gefallen lassen. So etwas gehört nicht in die Öffentlichkeit. Ich verstehe nicht, warum der Kapitän das macht. Er kann es doch anders." (bei zdf.de)

thk, F.M., gre

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