Der Hamburger SV will gegen Borussia Mönchengladbach Bayern-Pleite wieder gut machen

Der HSV muss das Debakel von München so schnell wie möglich verdauen. Die erste Chance zur Wiedergutmachung bietet das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach.
| SID
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Hamburg gegen Mönchengladbach, hier beim Hinrundenspiel in der Bundesliga (0:0) in Person von Nico Elvedi (l.) und Nicolai Müller.
Augenklick/firo Hamburg gegen Mönchengladbach, hier beim Hinrundenspiel in der Bundesliga (0:0) in Person von Nico Elvedi (l.) und Nicolai Müller.

Hamburg - Pokal-Lust gegen den Liga-Frust, Kohle-Kracher statt Klassen-Kampf: Vier Tage nach der 0:8-Klatsche beim FC Bayern will der Hamburger SV gegen Borussia Mönchengladbach unbedingt Wiedergutmachung betreiben. 30 Jahre nach dem letzten Titel winkt vor den eigenen Fans der Einzug in das Halbfinale - und damit auch eine Menge Geld für die leere Klubkasse.

"Ich gehe fest davon aus, dass wir ganz anders auftreten werden", sagte HSV-Sportchef Jens Todt vor dem Viertelfinale der Traditionsvereine im DFB-Pokal am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky). In München habe das Team "alles vermissen lassen. Aber ich erwarte jetzt dennoch nicht, dass bei uns alles zusammenbricht."

Es geht um einen Millionen-Jackpot

Zumal es im Duell der beiden einzigen Mannschaften im laufenden Wettbewerb, die noch kein Gegentor bekommen haben, um einen Millionen-Jackpot geht, den vor allem der chronisch klamme HSV ziemlich gut gebrauchen könnte. 2,55 Millionen Euro an garantierten DFB- und TV-Prämien werden für die vier Halbfinalisten ausgeschüttet. Hinzu kommen Ticketerlöse, die sich die Teams jeweils teilen.

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Und so gab sich auch Trainer Markus Gisdol vor dem Klassiker alle Mühe, den kollektiven Blackout vom Wochenende aus den Köpfen zu bekommen. Man habe "deutlich und klar" darüber gesprochen, doch man müsse nun "schnell wieder nach vorne schauen". Die Minus-Leistung seiner Profis? Nach eigenem Bekunden abgehakt. Der Spott der ganzen Fußball-Republik? Offenbar verdaut.

Gegen "exzellente" Gladbacher bestehe schließlich die Chance auf das Halbfinale. "Das ist eine tolle Sache", sagte Gisdol und verwies auf die jüngste Heimstärke seiner Mannschaft: "Wir haben speziell zu Hause gezeigt, dass wir richtig gute Leistungen abliefern können." In sechs Spielen blieben die Norddeutschen im Volksparkstadion zuletzt ungeschlagen, besiegten dabei im Pokal-Achtelfinale auch den 1. FC Köln (2:0).

Papadopoulos und Wood wieder zurück

Doch auch Gisdol weiß: Eine weitere Niederlage - und das zarte Pflänzchen des Aufschwungs im Abstiegskampf (zuvor sieben Punkte aus drei Liga-Spielen) wäre dahin, die Krise an der Elbe vor den wichtigen Wochen des Saison-Endspurts wohl wieder zurück.

Umso wichtiger wiegt da die Rückkehr von Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos (Schulter) und Top-Stürmer Bobby Wood (Oberschenkel). Beide wurden in München schmerzlich vermisst und könnten am Mittwoch wieder zum Einsatz kommen.

Die Pokal-Erinnerungen der Hamburger an die Borussia sind übrigens gut: Die vergangenen drei Duelle der beiden Teams im Cup-Wettbewerb gewann der HSV. Im bis dato letzten Aufeinandertreffen im Halbfinale vor 30 Jahren hieß es am Ende 1:0, die Hanseaten holten anschließend den Pokal - den bis heute letzten großen Titel der Vereinsgeschichte.

Und Gladbach? Das Team von Trainer Dieter Hecking reist als beste Rückrundenmannschaft und mit dem Selbstvertrauen von sechs Siegen aus den letzten acht Pflichtspielen in den Norden. "Unser Ziel ist es, das Halbfinale zu erreichen", sagte Hecking bei der Presskonferenz am Dienstag, deutete nach dem viel diskutierten 2:0-Erfolg in Ingolstadt mit dem Handtor von Kapitän Lars Stindl aber eventuelle Wechsel an. "Es wird auch wichtig sein, dass wir von der Bank aus reagieren können", sagte der Coach.

Auf eine Borussia, die angesichts der kräftezehrenden Aufholjagd in der Liga und der Achtelfinal-Teilnahme in der Europa League einen Gang zurückschaltet, darf in Hamburg jedoch keiner spekulieren. Das Thema Belastung lassen die Gladbacher Verantwortlichen als Ausrede nicht gelten. "Wenn man Erfolg hat, spielt die Müdigkeit keine Rolle", stellte Sportdirektor Max Eberl klar. 


Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Hamburger SV: Adler - Sakai, Papadopoulos, Mavraj, Ostrzolek - Walace, Jung - Waldschmidt, Holtby, Kostic - Wood. - Trainer: Gisdol

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt - Kramer, Dahoud - Herrmann, Hofmann - Stindl, Raffael. - Trainer: Hecking

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)

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