Das deutsche Bankgeheimnis: Die AZ macht den Joker-Check bei der DFB-Elf

Als erfahrener Bundestrainer weiß Joachim Löw: Bei großen Turnieren kommt es auch auf die "wertvollen Alternativen" an. Die AZ macht den Check, wer im DFB-Kader zum unerwarteten Helden werden könnte.
| Patrick Strasser
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Gegen Frankreich ist ihre Einwechslung noch verpufft: Auf Leroy Sané und Timo Werner (r.) ruhen dennoch große Hoffnungen für die EM.
Gegen Frankreich ist ihre Einwechslung noch verpufft: Auf Leroy Sané und Timo Werner (r.) ruhen dennoch große Hoffnungen für die EM. © imago images/Sven Simon

Helm auf, Kamera ab: Das Motiv für die Kameras ist nahezu jeden Tag dasselbe, dennoch sehr beliebt: Den Weg aus ihren Vierer-Bungalows Richtung Adi-Dassler-Stadion zum Trainingsplatz legen die Nationalspieler mit blauen E-Bikes zurück. Manch einer trägt Schlappen, andere Laufschuhe. Wieder andere viel Hoffnung in sich.

Auf einen Einsatz bei dieser EM. 15 Spieler aus seinem 26er-Kader hat Bundestrainer Joachim Löw bisher eingesetzt beim 0:1 zum Auftakt gegen Frankreich. Doch keiner der vier Einwechselspieler konnte dem Spiel gegen den Weltmeister noch einen Kick oder gar eine entscheidende Wendung geben.

Wer wird bei der Euro 2020 für Löw zum Kramer?

Geduld ist gefragt bei einem Turnier. Geduld gepaart mit dem Kramer-Faktor. Den hat Löw bereits im Vorfeld beschworen, als es um die Perspektive der Reservisten ging - im Mannschaftssprech aus motivatorischen Gründen stets "wertvolle Alternativen" genannt.

Der Bundestrainer hinterlegte in den Köpfen seiner Auserwählten: "Alle wissen: Wir müssen sofort und zu jeder Zeit bereit sein. Wie 2014 Christoph Kramer, der auf den letzten Drücker ins Aufgebot kam und dann im Finale auf dem Platz stand, weil er die Intensität immer hochgehalten hat."

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Wer könnte zum unerwarteten Helden werden wie 1996 Oliver Bierhoff, der im EM-Endspiel gegen Tschechien das Golden Goal erzielte?

Eine Analyse:

Leon Goretzka:

Der Bayern-Profi, gegen Frankreich nicht im erlaubten 23er-Kader, ist für Löw gegen Portugal "eine gute Option im Laufe des Spiels". Am Donnerstag konnte der Mittelfeldspieler mit dem zuletzt vermissten Drang zum Tor vollumfänglich mittrainieren. Seine Wucht und Körperlichkeit sowie das Spielverständnis mit den Teamkollegen aus München könnten ein wertvoller Faktor sein.

Leon Goretzka dürfte gegen Portugal im Kader stehen.
Leon Goretzka dürfte gegen Portugal im Kader stehen. © picture alliance/dpa

Timo Werner:

"Im Moment bin ich hintendran an der Startelf", sagte der Chelsea-Stürmer schon vor dem Turnierstart und beteuerte: "Ich setze mich aber nicht mit verschränkten Armen auf die Tribüne und schmolle. Das Turnier ist lang, jeder wird gebraucht. Es ist ein Teamturnier. Man stellt sich in den Dienst der Mannschaft." Gegen Frankreich verlor er nach seiner Einwechslung viele Bälle, blieb komplett wirkungslos.

Timo Werner wurde gegen Frankreich nur eingewechselt.
Timo Werner wurde gegen Frankreich nur eingewechselt. © Federico Gambarini/dpa

Emre Can:

Der Dortmunder gilt als Teamplayer, ist im Mannschaftskreis beliebt. ARD-Experte Bastian Schweinsteiger forderte bereits dessen Einsatz gegen Portugal. "Mich macht es stolz, wenn einer wie Schweinsteiger sagt, dass ich spielen soll", erklärte Can und beteuerte: "Ich versuche, im Training und im Spiel Gas zu geben, wenn ich reinkomme." Dafür steht Can.

Beliebt und bereit: Emre Can brennt auf den nächsten Einsatz.
Beliebt und bereit: Emre Can brennt auf den nächsten Einsatz. © firo/Augenklick

Leroy Sané:

Wenn aus der eigenen Mannschaft ein Fürsprecher kommt, ist das noch wertvoller. Ilkay Gündogan sprach sich bereits für den Außenstürmer der Bayern aus: "Leroy ist ein Spieler, der sich nicht immer leichttut, die letzten 20 Minuten zu kommen. Er muss das Selbstverständnis haben, ständig zu spielen. Wenn er dieses Gefühl hat, ist er unglaublich." Was zu beweisen wäre.

Bekommt Leroy Sane (l) von Joachim Löw gegen Portugal von Anfang an die Chance?
Bekommt Leroy Sane (l) von Joachim Löw gegen Portugal von Anfang an die Chance? © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Kevin Volland:

Der überraschend nominierte Stoßstürmer von der AS Monaco musste gegen Frankreich auf der linken Außenbahn helfen, auch defensive Aufgaben verrichten. Nicht sein Ding. Der Allgäuer braucht den Geruch des Strafraums, sucht den Abschluss. Womöglich d e r Joker, wenn es Last-Minute-Wucht braucht.

Kevin Volland.
Kevin Volland. © imago/Sven Simon
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