"Charakterlich schwach" - Elfmeter-Held Brehme über Poldi

Andreas Brehme, der Elfmeter-Held von 1990 ärgert sich über Lukas Podolski, der im Spiel gegen Serbien einen Strafstoß vergeben hat. Und fordert einen deutlichen Sieg gegen Ghana: „Dann geht die WM los!“, sagt der AZ-Kolumnist.
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Eher Optimist: Andreas Brehme.
Rauchensteiner/Augenklick Eher Optimist: Andreas Brehme.

MÜNCHEN - Andreas Brehme, der Elfmeter-Held von 1990 ärgert sich über Lukas Podolski, der im Spiel gegen Serbien einen Strafstoß vergeben hat. Und fordert einen deutlichen Sieg gegen Ghana: „Dann geht die WM los!“, sagt der AZ-Kolumnist.

Mir geht es am Mittwochabend wie Ihnen auch und der deutschen Nationalmannschaft sowieso: Wir müssen dieses blöde Spiel gegen Serbien aus den Köpfen kriegen. Das geht nur mit einem klaren Sieg gegen Ghana.

Wenn ich an Freitag zurückdenke, gerate ich noch immer in Rage. Ich war so sauer, ich hätte fast den Fernseher aus dem Fenster geschmissen. Nicht nur wegen dem Schiedsrichter, nicht nur wegen Kloses Platzverweis und dem Abwehrpatzer beim 0:1. Sondern wegen Lukas Podolskis verschossenem Elfmeter. Dass er nicht getroffen hat, kann passieren. Unverständlich für mich war, dass er überhaupt geschossen hat, so schlecht wie er schon vorher gespielt hat. Das Schlimmste aber war, dass er sich hinterher auch noch hinstellt, in die Kameras lacht und sagt, der Elfmeter sei gut geschossen gewesen. Eine Frechheit war das, charakterlich schwach. Der Jogi Löw hätte ihn sofort nach dem Elfer auswechseln sollen! Sei’s drum, den nächsten Elfmeter schießt jetzt sicherlich wieder der Basti Schweinsteiger – und der sitzt dann.

Klar ist: Gegen Ghana muss es früh krachen. Je länger es 0:0 steht, desto größer wird die Verunsicherung bei unserer Mannschaft, die unbedingt gewinnen muss, und desto größer wird das Selbstvertrauen von Ghana. Und dann kann’s eng werden.

Ein Ausscheiden in der Vorrunde wäre eine Katastrophe für den deutschen Fußball. Dann läge alles in Trümmern. Das müssen die Jungs wissen, wenn sie auf den Platz gehen. Und auch dass es nicht um sie persönlich geht, nichtmal um den Trainer. Sondern um Deutschland. Jogi Löw weiß das. Und deshalb wird er sich jetzt auch nicht verrückt machen und nach der Pleite gegen Serbien alles über den Haufen werfen, sondern behutsam umstellen. Ich würde trotzdem Holger Badstuber rausnehmen, er ist ein Innen- und kein Außenverteidiger. Ich bin stattdessen auf links für Marcell Jansen, dann kann Philipp Lahm rechts bleiben.

Auf den Philipp kommt es jetzt an. Und auf Schweini. Er muss die Mannschaft von der ersten Minute an mitreißen. Damit es eine klare Angelegenheit wird, ein 2:0, ein 3:1. Und dann geht diese WM, die ja spielerisch bisher enttäuscht und bei der auch die Stimmung immer schlechter wird, endlich richtig los.

Andreas Brehme

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