BVB im Finale: Die Bilanz der "Helden von Berlin"

Borussia Dortmund steht zum sechsten Mal im DFB-Pokalfinale - lesen Sie hier die Geschichte von Bananen und Ringelstutzen.
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Schenkt ordentlich ein: Norbert Dickel, der Held von Berlin, traf 1989 gegen Werder Bremen zwei Mal. Beim DFB-Pokalfinale 2014 wird er im Berliner Olympiastadion die BVB-Fans motivieren.
dpa 22 Schenkt ordentlich ein: Norbert Dickel, der Held von Berlin, traf 1989 gegen Werder Bremen zwei Mal. Beim DFB-Pokalfinale 2014 wird er im Berliner Olympiastadion die BVB-Fans motivieren.

Berlin - Das Duell der Giganten, der Klassiker nach einem Ausflug nach Wembley wieder in Berlin: Am 17. Mai stehen sich im Olympiastadion der FC Bayern München und Borussia Dortmund gegenüber.

Der rote Triple-Sieger gegen den schwarz-gelben Rivalen, der Titelverteidiger gegen den Triumphator von 2012 - der FC Bayern steht zum 20. Mal im Finale, Borussia Dortmund  zum sechsten Mal.

Die neuesten Nachrichten zum Pokalfinale finden Sie auf der AZ-News-Seite zum Finale von Berlin.

In diesem Artikel geht es um die Pokal-Historie des BVB, die schönsten Fan-Fotos der Pokal-Endspiele der letzten 25 Jahren mit Dortmunder Beteiligung sehen Sie hier in unserer Bilderstrecke.

Denn für  Borussia Dortmund hat der Pokal nicht nur seine eigene Gesetze, sondern auch seine eigene Bedeutung: 1965 gewann Borussia Dortmund den Pokal zum ersten Mal - es folgte der Gewinn des Europokals der Pokalsieger gegen den FC Liverpool.

Der erste europäische Wettbewerb, den eine deutsche Mannschaft je gewonnen hat. Erst ein Jahr später siegten die Bayern im gleichen Wettbewerb gegen die Glasgow Rangers - der erste europäische Titel des FC Bayern.

Während die Münchner sich in den Folgejahren über eine Vielzahl von Titel freuen konnten, begann für den BVB eine Durststrecke - einmal zweite Liga und zurück. Die endete - in Berlin! 1989 holte der BVB mit Torschütze, Sport-Invalide und Stadion-Sprecher Norbert Dickel den DFB-Pokal - den ersten Titel nach 23 Jahren.

Und auch für den BVB folgte danach eine Vielzahl von Titeln. Hier lesen Sie die Geschichte der bisherigen Pokalfinal-Teilnahmen von Borussia Dortmund:

 

Finale Nummer 1: Uwe Seeler besiegt den BVB

Am 14. August 1963 trat Borussia Dortmund im Niedersachsenstadion in Hannover gegen den Hamburger SV an.

Der BVB ging als Favorit ins Finale - immerhin waren die Dortmunder zwei Wochen zuvor Deutscher Meister geworden.

Aber dann kam Uwe Seeler: Drei Mal - in der 30., der 33. und der 84. Minute traf "Uns Uwe" ins Tor. Die Dortmunder waren chancenlos und verloren daher 0:3.

 

Finale Nummer 2: Sieg gegen Alemannia Aachen

Schwarz-Gelb gegen Schwarz-Gelb: Das Pokalfinale 1965 fand abermals in Hannover statt. Und abermals war Borussia Dortmund Favorit. Erstmals seit Einführung der Bundesliga hatte sich mit Alemannia Aachen ein Regionalligist fürs Finale qualifiziert.

Zuvor war Titelverteidiger 1860 München im Achtelfinale an einem Regionalligisten gescheitert - dem FSV Mainz. Die Löwen hatten auswärts nur ein 2:2 nach Verlängerung geschafft. Im damals fälligen Wiederholungsspiel gewannen die Mainzer in München dann 2:1.

Das Spiel gegen Aachen war früh entschieden: Das 1:0 machte Aki Schmidt in der 10. Minute, das 2:0 Lothar Emmerich in der 18. Hans Tilkowski im BVB-Tor hatte wenig zu tun und so blieb es beim 2:0.

Nach dem Spiel wurde dem BVB erstmals der neu geschaffene DFB-Pokal überreicht - die Trophäe, wie sie überarbeitet (und nach Assauers Unfall auch repariert) noch heute übergeben wird.

Das öffnete dem BVB das Tor zu Europa: Auch hier drehten die Dortmunder auf. Im Europapokal der Pokalsieger wurde der Final-Torschütze Lothar Emmerich mit der Rekordmarke von 14 Treffern Torschützenkönig. 

Besser noch: Borussia Dortmund zog am 5. Mai 1966 im Glasgower Hampden Park ins Finale ein - und gewann als erstes deutsches Team einen europäischen Wettbewerb.In der 106. Minute erzielte Stan Libuda gegen den FC Liverpool das Siegtor. Ein Tor, dem von Lars Ricken im Münchner Champions-League-Finale gegen Juventus Turin 1997 sehr ähnlich.

 Das Tor von Libuda 1966:

 

Finale Nummer 3: Der Held von Berlin

Erstmals nach Jahrzehnten wieder ein Finale für Borussia Dortmund: Am 24. Juni 1989 trat der BVB im Berliner Olympiastadion gegen Werder Bremen an.

Der Dritte der Bundesliga gegen den Siebten. Die Bayern-Rivalen der 80er Jahre gegen die sich um Andreas Möller und Michael Rummenigge neu formierenden Dortmunder. Otto Rehhagel gegen Horst Köppel.

Und: Mehr als 40.000 frenetische Dortmund-Fans waren im Berliner Olympiastadion, viele in der Stadt - viereinhalb Monate vor dem Mauerfall machte der Fußball-Ruhrpott einen Ausflug nach West-Berlin.

Riedle traf zur Werder Führung, Norbert Dickel glich aus - mit 1:1 ging es in die Pause. Nach einer knappen Stunde kommt der BVB: Mill trifft zum 2:1, Dickel zum 3:1, der eingewechselte Lusch zum 4:1 - der Endstand.

Ein Fußball-Rückblick auf 1989:

Und der Beginn mehrerer Legenden: Erstens die von Nobby Dickel, dem Helden von Berlin. Der damals 27-Jährige hatte sich vor dem Finale verletzt - ein schwerer Knorpel- und Meniskusschaden. Köppel stellte den Top-Torjäger trotzdem auf. Der traf zwei Mal - und fasste danach in der Bundesliga nie mehr Fuß.

Ein halbes Jahr später machte er gegen Fortuna Düsseldorf in seinem 90. Spiel in der 90. Minute das 40. Tor für Borussia Dortmund. Dickel ist heute Stadionsprecher in Dortmund - seine Netradio-Kommentare sind Kult.

Zweitens die von den Bananen: Monate bevor sie nach dem Mauerfall zur meistbegehrten Frucht wurde, bekam die Banane in Berlin BVB-Kultstatus. Der damalige Schatzmeister hatte organisiert, dass Chiquita Deutschland der Fan-Schar Hunderte - manche sprechen gar von Tausenden - aufblasbare Bananen zur Verfügung gestellt hatte.

Die schwarz-gelbe Frucht dominierte die Fan-Tribünen und die späteren Feierlichkeiten auf dem Rasen und in der Stadt.

Zur 89er Bildergalerie von schwatzgelb.de geht's hier

Drittens:Die Tradition der Ringelstutzen. Zu diesem Pokalfinale trugen die Borussen erstmals wieder die schwarz-gelben "Strümpfe" - in Erinnerung an die erfolgreichen 60er Jahre. Und weil der Fußballer abergläubisch ist, kamen sie auch beim Champions-League-Finale 1997 in München zum Einsatz. Und seitdem eigentlich immer.

 

Finale Nummer 4: Knappe Niederlage gegen die Bayern

Damit hätte außerhalb des Vereins niemand gerechnet - und bei Borussia Dortmund wohl auch nicht: Überraschenderweise zog der BVB in das Pokalfinale am 19. April 2008 ein.

Der spätere Tabellen-13er trat in Berlin gegen den späteren Meister an. Und überraschte den FB Bayern in der 92. Minute mit dem1:1 Ausgleich durch Petric, nachdem Luca Toni die Münchner in Führung gebracht hatte.

Das Finale in der Zusammenfassung:

Die Bayern mussten in die Verlängerung, wo abermals Luca Toni zum 2:1-Endstand traf. Es war eines der letzten Spiele von Thomas Doll - für die darauffolgende Saison wurde Jürgen Klopp engagiert.

 

Finale Nummer 5: Triumph gegen den FC Bayern

Eine Woche, nachdem Borussia Dortmund zum zweiten Mal in Folge und diesmal mit acht Punkten Vorsprung auf Bayern München Deutscher Meister geworden war, trafen sich die Rivalen am 12. Mai 2012 in Berlin zum Pokalfinale wieder. Es wurde ein Triumph für Klopp und eine Demontage des Teams von Jupp Heynckes.

 Die FC-Bayern-Niederlage in der Rückschau:

Der BVB siegte mit 5:2 und holte sich erstmals in der Vereinsgeschichte das Double. Zwar konnte Robben in der 25. Minute nach dem Führungstreffer von Kagawa noch per Strafstoß ausgleichen. Aber dann traf erst Hummels per Elfmeter - und dann drei Mal Lewandowski. Ribery schoß das zweite Münchner Tor zum zwischenzeitigen 4:2. 

 

Finale Nummer 6: Wieder gegen den FC Bayern

Am 17. Mai 2014 treffen die zwei Teams wieder aufeinander - im Berliner Olympiastadion heißt es: Borussia Dortmund gegen den FC Bayern.

Statistiker machen einen leichten Vorteil für den BVB aus. Aber wie sagte deren Meisterspieler Adi Preißler vor 60 Jahren: "Grau ist alle Theorie - entscheidend ist aufm Platz."

 

 

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