BVB: Hans-Joachim Watzke kritisiert Schiedsrichter Benjamin Brand

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke überzieht nach dem Remis in Hoffenheim mit seiner Schiedsrichter-Kritik. Einer der Gescholtenen räumt sein Vergehen nach der Partie selbst ein.
| sid
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Sinsheim - Als Hans-Joachim Watzke mit seiner überzogenen Schiedsrichter-Schelte am Ende war, hatte er aus dem packenden Kampfspiel eine Skandal-Begegnung konstruiert.

Das Lamento des Geschäftsführers von Borussia Dortmund nach dem 2:2 (1:2) bei den "Unbesiegbaren" von 1899 Hoffenheim war völlig deplatziert. Fast schien es so, als wollte Watzke mit aller Macht einen Beitrag zur anhaltenden Diskussion über die Unparteiischen leisten.

"Das ist Wahnsinn"

"Das ist unfassbar, unglaublich - das sind zwei glasklare und eklatante Fehlentscheidungen. So etwas habe ich selten gesehen. Das ist Wahnsinn", wetterte Watzke über Referee Benjamin Brand (Bamberg).

Dann gab er der Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gleich noch eine Anregung für die kommenden Ansetzungen mit auf den Weg: "Ich hoffe, dass wir den Schiedsrichter lange nicht mehr bekommen."

Watzkes Schelte drängt Spiel in Hintergrund

Mit diesen Einlassungen schaffte es Watzke tatsächlich, den über weite Strecken hochklassigen Fight zweier starker Mannschaften in den Hintergrund zu drängen - das hatte das Auftaktspiel des 15. Bundesliga-Spieltags zwischen der einzig ungeschlagenen Mannschaft im deutschen Profifußball und dem ersatzgeschwächten Vizemeister nicht verdient. Dennoch ging es am Ende fast nur noch um zwei strittige Szenen.

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Zunächst hatte sich Hoffenheims Torjäger Sandro Wagner vor seinem achten Saisontreffer (20.) mit einem Schubser Platz geschafft. Dann sah BVB-Nationalspieler Marco Reus kurz vor der Pause die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels (41.). Beide Szenen waren durchaus diskutabel.

Den Schiedsrichter dafür aber derart in die Pfanne zu hauen, stand in keinem Verhältnis dazu.

Wagner gibt Foul zu

"Wenn ich es jetzt sehe, war es ein Foul", gab Wagner beim Studium der TV-Bilder zu. Die Aufnahmen zeigten allerdings auch, dass Brand den Schubser aus seinem Blickwinkel nicht erkennen konnte. Noch kniffliger war die Reus-Szene. Zwar wurde der Außenstürmer zunächst von seinem Gegenspieler Nadiem Amiri am Trikot gezerrt, am Ende war es aber ein Foul von Reus.

Immerhin könnte sich die Diskussion über solche Szenen in der kommenden Saison erübrigt haben. In beiden Fällen (Tor und Platzverweis) darf dann der Videobeweis zurate gezogen werden.

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Rein sportlich hatten vor allem die Serien nach der Partie vor 30.150 Zuschauern im ausverkauften Rhein-Neckar-Stadion Bestand. Die Hoffenheimer (27 Punkte) sind weiter ungeschlagen. Der BVB (26) hat seit acht Pflichtspielen nicht gegen die TSG verloren. Zudem unterlag der Dortmunder Trainer Thomas Tuchel, einst Mentor seines Hoffenheimer Kollegen Julian Nagelsmann, noch nie im Kraichgau.

Entwarnung bei Dembele

Dafür sorgten Mario Götze (11.) und Pierre-Emerick Aubameyang (48.), die mit ihren Treffern die Führungen der Gastgeber durch Mark Uth (3.) und Wagner egalisierten. Für WM-Held Götze war es das erste Bundesligator seit seiner Rückkehr nach Dortmund im Sommer. Aubameyang erzielte seinen 100. Pflichtspieltreffer für den BVB.

Beide Dortmunder Tore wurden vom überragenden Franzosen Ousmane Dembele vorbereitet. Der 19-Jährige musste in der 69. Minute vom Feld getragen werden, nach dem Abpfiff konnten die Westfalen aber aufatmen: Dembele hatte "nur" eine schwere Oberschenkelprellung erlitten.

Schon vor der Partie war durchgesickert, dass Nationalspieler Julian Weigl unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung bis 2021 beim BVB steht. "Das kann ich nicht bestätigen", sagte Watzke dazu: "Es ist aber auch nicht komplett unvorstellbar."

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