Böses Déja-vu für Pechvogel Reus - Müller: "Das ist unglaublich"

Schon wieder eine Verletzung im DFB-Trikot! Der gerade erst genesene WM-Pechvogel Marco Reus muss erneut eine längere Zwangspause befürchten. Im ersten Spiel der EM-Qualifikation gegen Schottland zog er sich eine Verletzung zu - wie schon vor der WM am linken Knöchel.
| dpa
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Marco Reus mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Erneut verletzte sich der Nationalspieler am linken Knöchel.
imago Marco Reus mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Erneut verletzte sich der Nationalspieler am linken Knöchel.

Nicht schon wieder. Der gerade erst genesene WM-Pechvogel Marco Reus muss erneut eine längere Zwangspause befürchten. Im ersten Spiel der EM-Qualifikation gegen Schottland zog er sich eine Verletzung zu - wie schon vor der WM am linken Knöchel.

Dortmund - Die besorgte Miene des Pechvogels verriet mehr als tausend Worte. Mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze und bandagiertem linken Knöchel humpelte Marco Reus nach dem 2:1 der DFB-Elf gegen Schottland zum direkt am Kabinenausgang geparkten Wagen - kommentarlos vorbei an den vielen Kameras und Mikrofonen. Nicht nur der BVB-Profi fühlte sich an jenen folgenschweren 6. Juni erinnert, als er sich im letzten Testspiel vor der WM gegen Armenien eine schwere Verletzung zugezogen hatte. Mitfühlend kommentierte Doppeltorschütze Thomas Müller das unliebsame Déjà-vu: "Wahnsinn, was Marco im Nationaltrikot für ein Pech hat. Das ist unglaublich."

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Dem gerade erst von einem Syndesmose-Teilriss und einem knöchernen Bandausriss am Fersenbein genesenen BVB-Profi droht erneut eine längere Zwangspause. Allein seine Reaktion nach dem Foul von Charlie Mulgrew in der Nachspielzeit verhieß wenig Gutes. Im ersten Schock hielt Reus mehrfach die linke Hand vor das Gesicht, mit der rechten Hand schlug er verzweifelt auf den Rasen. Gestützt auf zwei DFB-Mediziner mühte er sich Richtung Kabine. Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff spendeten direkt nach dem Schlusspfiff Trost. "Wir alle waren nach dem Spiel bei ihm", verriet der Dortmunder Mitspieler Erik Durm.

Nach erster Diagnose von Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bestehen durchaus Chancen, dass die Verletzung am erst kürzlich verheilten linken Sprunggelenk nicht so schwerwiegend wie noch vor drei Monaten sein könnte. Genauere Aufschlüsse sollte eine für diesen Montag geplante Kernspin-Untersuchung in Dortmund erbringen. "Ich hoffe, es ist nicht ganz so schlimm wie vor der WM", sagte Löw.

Für den 25 Jahre alten Reus kommt der Rückschlag zur Unzeit. Die Enttäuschung über die verpasste WM schien eben verarbeitet, die alte Form zurück. Beim 3:2 der Dortmunder am vorigen Bundesliga-Spieltag beim FC Augsburg brillierte er als laufstarker Spielgestalter und Torschütze. Und beim ernüchternden 2:4 im Test am Mittwoch gegen Argentinien in Düsseldorf war er einer der wenigen Aktivposten im deutschen Team.

Noch zwei Tage vor der Partie gegen die Schotten strotzte Reus vor Tatendrang: "Natürlich war der WM-Ausfall für mich ein trauriges Erlebnis. Aber es hilft jetzt nicht, weiter zu jammern. Über die Vergangenheit denke ich nicht mehr nach."

Sein neuerlicher Ausfall würde nicht nur Löw, sondern auch BVB-Trainer Jürgen Klopp schwer treffen. Zumal sich mit Henrich Mchitarjan im Qualifikationsspiel der Armenier in Dänemark eine weitere Dortmunder Offensivkraft verletzte. Matchwinner Müller sprach Klopp aus dem Herzen: "Ich hoffe, dass sich das Pech bei Marco irgendwann einmal legt. Weil wir brauchen ihn auf jeden Fall."

 

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