Boateng macht Schalke Beine: "Lauft, bis ihr kotzt!"

Kevin-Prince Boateng führt Schalke 04 im ersten Spiel zum Sieg über Leverkusen und gibt sich nach dem 2:0 geläutert. Manager Heldt lobt sich nach dem Transfer: "Dafür haben wir einen Oscar verdient."
| fbo
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Gelsenkirchen - Ein Tor hat ihm gefehlt, aber das war ihm herzlich egal. Kevin-Prince Boateng rannte, pflügte und glänzte bei seinem Bundesliga-Comeback, kurz gesagt hatte der 26-Jährige einen großen Anteil am 2:0 des FC Schalke 04 (Tore: Höger, Farfan) über Bayer Leverkusen, am Befreiungsschlag im Tabellenkeller.

"Ich habe ihnen nur gesagt: Ihr müsst laufen, bis Ihr kotzt. So gewinnt man", sagt Boateng über seinen Einfluss. "Er hat eine unheimliche Präsenz auf dem Platz, reißt die Mannschaft mit", jubelt Sportvorstand Horst Heldt über den Transfercoup: "Dafür haben wir einen Oscar verdient."

Erst am Freitag war Boateng für zwölf Millionen Euro vom AC Mailand nach Gelsenkirchen gewechselt. Der ältere Halbbruder des Münchners Jerome Boateng ist dabei so etwas wie der verlorene Sohn der Bundesliga.

Nach Flegeljahren in Berlin, seiner Heimatstadt, wo er einmal mit Teamkollege Patrick Ebert einen nächtlichen Ausflug zum AAA, zum Auto-Außenspiegel-Abkicken nutzte, flüchtete er 2007 nach England.

Er fühlte sich von der deutschen Öffentlichkeit missverstanden – was sich nicht dadurch änderte, dass er erst das Geburtsland seines Vaters Ghana statt Deutschland für seine Länderspielkarriere auswählte und dann Michael Ballack im Mai 2010 so arg gegen den Knöchel trat, dass dieser in Konsequenz nie mehr für die Nationalmannschaft auflief.

Doch Boateng ist gereift, hat abgenommen, lebt professioneller, trug beim großen AC Milan die Zehn auf dem Rücken. "Man wird älter und fokussiert sich auf seinen Job", sagt Boateng. "Das Bad-Guy-Image war früher."

Boateng sieht gefährlich aus, sicher, und ist weiß Gott kein pflegeleichter Profi. Aber, so meinte Heldt, "ich weiß nicht, ob jeder, der tätowiert ist, ein Gangster ist. Dann muss die ganze Liga ins Gefängnis."

Im Schatten von Boateng zeigte auch der vom HSV ausgeliehene Nationalspieler Dennis Aogo ein gutes Schalke-Debüt. Beim HSV hatte er zuletzt wegen eines Mallorca-Kurztrips nach einer 1:5-Heimschlappe gegen Hoffenheim für Aufsehen gesorgt.

Nun bei Schalke meinte Heldt trocken: "Die Mannschaft bekommt jetzt zwei Tage frei und hängt sich an Dennis Aogo dran – und guckt, wohin es geht."

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