Bloß nicht blamieren!

Letztes Jahr erlebten sechs Bundesligisten zum Auftakt des DFB-Pokals ein Fiasko. Das soll sich nicht wiederholen. Der FC Bayern bekommt es mit einem Viertligisten der Regionalliga Nord zu tun.
| Thomas Becker
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MÜNCHEN 16 Mal hat der FC Bayern den DFB-Pokal gewonnen, allein neun Mal in den letzten 15 Jahren. In Erinnerung geblieben sind auch ein paar herbe Schlappen: 1990 in Weinheim, 2004 und 2006 gegen Alemannia Aachen und 2000 beim 1. FC Magdeburg (wenn auch nicht in Runde 1) und natürlich die Mutter aller Pokal-Blamagen: das 0:1 beim TSV Vestenbergsreuth 1994. Doch die Bayern, die erst am Montag beim Regionalligisten BSV Rehden spielen, sind bei Weitem nicht der einzige Klub, der mal im Pokal gestolpert ist.

Letzte Saison erwischte es gleich sechs Bundesligisten zum Auftakt. Am spektakulärsten scheiterte dabei wohl die TSG Hoffenheim: 0:4 hieß es beim Viertligisten Berliner AK. Es war das Anfang vom Ende der Nicht-Ära des Tim Wiese im Kraichgau. Mittlerweile darf der Keeper bei den Hoffenheim-Profis nicht mal mehr mittrainieren. Trainer Markus Gisdol ließ nun mit den Bällen aus der Bremen-Liga trainieren, damit es gegen Aumund-Vegesack am Samstag nicht wieder ein ähnlich böses Erwachen gibt.

Auch Bayerns erster Verfolger Borussia Dortmund hat sich nicht immer mit Pokal-Ruhm bekleckert. In den Spielzeiten 2009/10 und 2010/11 gab es Niederlagen gegen die Drittligisten VfL Osnabrück und Kickers Offenbach. Am Samstag treffen die Kicker von Jürgen Klopp auf den SV Wilhelmshaven, ein Klub aus der Regionalliga Nord. Werder Bremen – in früheren Jahren Dauergast beim Finale in Berlin – möchte beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken am Sonntag nicht das dritte Fiasko in Serie erleben.

Besonders gern blamiert sich auch der Hamburger SV. Die Niederlagen in Eppingen (1974) und Geislingen (1984) sind legendär, in der vergangenen Saison gab es mit dem 2:4 beim Karlsruher SC schon die siebte Pleite gegen einen „Kleinen“. Und nach dem 0:4 im Testspiel bei Dynamo Dresden hängt bei den Hanseaten ohnehin der Haussegen schief. „Der HSV hat einen großen Namen. Wir können uns nicht immer blamieren“, schimpfte Trainer Thorsten Fink. Die Gefahr einer weiteren Lachnummer ist beim Fünftligisten SV Schott Jena aber nicht allzu groß. Immerhin darf der Debütant im DFB-Pokal daheim im Abbe-Sportfeld spielen. Die Austragung war lange Zeit gefährdet, nachdem das Hochwasser den Platz überflutet und schwere Schäden angerichtet hatte. Nach der Demontage der höchsten Flutlichtanlage Europas gab es aber grünes Licht für das Spiel.

Bei den Bundesligisten ist also Wachsamkeit gefragt, auch wenn die Gegner FV Illertissen, FSV Optik Rathenow, SV Lippstadt 08, Sportfreunde Baumberg oder SG Aumund-Vegesack heißen. Der Sechstligist Neckarsulmer SU geht als klassentiefster Verein in den diesjährigen Pokalwettbewerb.

Zwei Klassen höher spielt der Gegner des Titelverteidigers FC Bayern. Dass der Dorfclub BSV Rehden dabei lediglich eine Durchgangsstation auf dem Weg zum 17. Pokal-Sieg ist, steht für Karl-Heinz Rummenigge dabei außer Frage: „Die erste Runde werden wir schon überstehen“, sagte der Bayern-Boss vor dem Duell mit dem Verein aus der 1800-Seelen-Gemeinde aus dem Landkreis Diepholz in Niedersachsen und fügte hinzu: „Wir wollen wieder nach Berlin und unseren Titel verteidigen.“

Für Gegner Rehden, das ins größere Stadion nach Osnabrück umzieht, ist der FC Bayern so oder so das große Los. 387.000 Euro streicht der Viertligist dank der TV-Live-Übertragung am kommenden Montag ein. Da ist die doch eher vage Aussicht auf das Endspiel im Berliner Olympiastadion dann gar nicht mehr so wichtig. Für andere Klubs dagegen schon, denn: Der DFB-Pokal ist immer noch der schnellste Weg in den lukrativen europäischen Wettbewerb. Nur sechs Siege sind für das Erreichen der Europa League nötig. Manchmal reichen auch fünf, wie beim Vorjahresfinalisten VfB Stuttgart.

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