Aufmunterung für Löw: Spiel's noch einmal, Udo!

Die Sieger von ’54, ’74 und ’90 treffen sich – und machen der Mannschaft von Löw Mut für Brasilien. „Rüberfahren, Fußballspielen, als Weltmeister zurückkommen“. Von Jürgens gibt’s ein Ständchen.
| Patrick Strasser
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Horst Eckel, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus, die Champions von 1954, ’74 und ’90 überreichten Bastian Schweinsteiger ein Talisman-Trikot für Brasilien.
dpa Horst Eckel, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus, die Champions von 1954, ’74 und ’90 überreichten Bastian Schweinsteiger ein Talisman-Trikot für Brasilien.

Die Sieger von ’54, ’74 und ’90 treffen sich – und machen der Mannschaft von Löw Mut für Brasilien. „Rüberfahren, Fußballspielen, als Weltmeister zurückkommen“. Von Jürgens gibt’s ein Ständchen.

Düsseldorf - Schwarzer Flügel, weißer Bademantel und eine Menge Nostalgie. Spätestens, als Überraschungsgast Udo Jürgens auf der Bühne seine Klassiker schmetterte, waren die WM-Fahrer auch in weltmeisterlicher Stimmung. Auf dem schwarzen Flügel hatten sich sämtliche aktuelleNationalspieler per Unterschrift verewigt, der 79-Jährige mit seinen Schlagern schon längst – nicht zuletzt mit den WM-Songs zu den Turnieren 1978 und 1990, die Jürgens in seiner fast einstündigen One-Man-Show noch einmal zum Besten gab. Der Stimmungshöhepunkt beim „Fest der Weltmeister“ am Samstagabend in Düsseldorf. Rund 300 Gäste aus Politik und Sport sowie die WM-Helden von 1954, 1974 und 1990 waren zur DFB-Gala im Hotel Interconti gekommen, zu Ehren der 54er-Helden erhoben sie sich ergriffen von ihren Sitzen. „Es ist eine große Ehre für mich, dass ich hier sein darf“, sagte Jürgens, „der Fußball ist gelebtes Leben. Und wenn ich mich im Saal so umschaue, sehe ich viele Freunde, die den Fußball über die Jahre hinweg begleitet haben.“ Das Ziel des Abends: 17 Tage vor dem WM-Auftakt der aktuellen Mannschaft am 16. Juni gegen Portugal konnte das Team von Bundestrainer Joachim Löw (mit Ausnahme der verletzten Manuel Neuer und Kapitän Philipp Lahm, die in München behandelt wurden) sehen: So sehen Weltmeister aus! Ein Generationen-Abend, bei dem Schweinsteiger & Co. vor dem Test-Länderspiel am Sonntag gegen Kamerun (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht angepfiffen) für 45 Minuten vorbeischauten. 54, 74, 90 – 2014? So nahmen die DFB-Kicker die besten Wünsche für den vierten Titel mit. Von 27 ehemaligen Weltmeistern, darunter der Kaiserslauterer Horst Eckel und der Kölner Hans Schäfer aus der Mannschaft dabei, die vor 60 Jahren im Berner Wankdorf-Stadion sensationell den ersten WM-Titel für Deutschland (3:2 gegen Ungarn) gewonnen hatte. Immer wieder flimmerten Bilder der historischen Triumphe über die Fernseher und Leinwände. Fürs leibliche Wohl wurde Duett vom Bachsaibling, Rheinischer Gurke an Limettenschmand und Geräuchertem Jungbullen auf Selleriepüree gereicht. „Dieses Treffen mit den ehemaligen Weltmeistern wird der Mannschaft einen Schub geben“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Als Talisman für die WM 2014 bekam die DFB-Elf von Eckel, dem 1974er Kapitän Franz Beckenbauer und dem 1990er Spielführer Lothar Matthäus ein Trikot mit allen Unterschriften der anwesenden Weltmeister. Plus folgenden Tipp für die junge Löw-Elf: „Sie sollen rüberfahren, Fußballspielen und als Weltmeister zurückkommen.“ Könnte vom Franz sein, war aber von Eckel. Beckenbauer selbst sagte: „Ich komme erst in der letzten Woche nach Brasilien und möchte dort gerne Spiele mit deutscher Beteiligung sehen.“ Für den größten Lacher sorgte Beckenbauer, als er erklärte, warum er nach dem Finalsieg 1990 in Rom einsam über den Rasen schlenderte, während seine Elf Ehrenrunden drehte. „Ich bin geflüchtet, wollte in dem Moment allein sein. Schließlich war ich sechs Wochen lang mit schwer erziehbaren Menschen unterwegs.“ Mit Blick auf die aktuelle WM sagte Niersbach unter großem Applaus: „Wir wollen den Rückflug erst am 14. Juli antreten, nicht früher.“ Tags zuvor findet in Rio de Janeiro das WM-Finale statt. Und Sepp Maier meinte: „Ich kann den vierten Stern schon am Himmel sehen.“

 

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