Andre Schürrle: Der mit der Fahne tanzt

Das Jubel-Ritual ist immer gleich. Andre Schürrle schnappt sich nach einem Tor die Eckfahne und mimt den Gitarristen, Lewis Holtby nutzt die Faust wie ein Mikrofon und singt. „Wir sind eine kleine Boyband“, sagt Holtby mit einem Schmunzeln.
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Jubelt die Mainzer Boy Group auch in München?
dpa Jubelt die Mainzer Boy Group auch in München?

NÜRNBERG - Das Jubel-Ritual ist immer gleich. Andre Schürrle schnappt sich nach einem Tor die Eckfahne und mimt den Gitarristen, Lewis Holtby nutzt die Faust wie ein Mikrofon und singt. „Wir sind eine kleine Boyband“, sagt Holtby mit einem Schmunzeln.

Und „Eckfahnen-Gitarrist“ Schürrle rockt die Fußball-Bundesliga, sorgt beim FSV Mainz 05 für ausgelassene Stimmung. Noch. Zur nächsten Saison wechselt Schürrle zum Ligakonkurrenten Bayer Leverkusen. Für einen sogenannten Sockelbetrag von rund acht Millionen Euro. Laut FSV-Manager Christian Heidel ist Schürrle damit der teuerste 19-Jährige in der Bundesliga-Geschichte. „Leverkusen ist mein Traumverein“, sagt Schürrle und verspricht im gleichen Atemzug: „Bis zu meinem Wechsel werde ich alles für Mainz geben. Denn ich habe dem Klub viel zu verdanken. Die Mannschaft ist beseelt von einem gemeinsamen Geist.“

Schürrle gilt als eines der größten Talente im deutschen Fußball. „Er steht natürlich noch einen Schritt hinter einem Spieler wie Thomas Müller von den Bayern. Aber Andre hat absolut die Fähigkeit für den Weg in die Weltklasse“, sagt dessen Trainer Thomas Tuchel, der Schürrle im vergangenen Jahr geschliffen hat: „Ich bin zwar traurig, dass Andre uns schon nach der Saison verlässt, aber so haben alle Klarheit.“

In Mainz hat Schürrle in kurzer Zeit den Sprung zum Leistungsträger geschafft. 2009 wurde er unter Tuchel deutscher Meister mit den A-Junioren. Am 8. August 2009 absolvierte er beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen sein erstes Spiel in der Bundesliga. Sechs Wochen später avancierte der flinke Offensivspieler mit einem Doppelpack gegen den VfL Bochum zum jüngsten Bundesligatorschützen des FSV.

Als Belohnung folgte die Nominierung in der U21-Nationalmannschaft, in der er bei seinem ersten Einsatz von Beginn an ebenfalls traf. Heidel sieht sich in seiner Zielsetzung durch Schürrle bestätigt. „Wir wollen auf Dauer die Topadresse für Spieler zwischen 18 und 23 Jahren werden“, sagt der Manager.

So können die Rheinhessen die durch einen geringeren Etat als die Konkurrenz bestehenden Wettbewerbsnachteile etwas abfedern. Schürrle war zu Saisonbeginn durch eine Schambeinentzündung gehandicapt – und sorgte trotzdem für Furore. Bei jedem seiner drei Kurzeinsätze erzielte er ein Tor. Das gelang in der Bundesliga bislang erst acht Profis. Weitere Gitarren-Einlagen mit der Eckfahne sind garantiert.

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