Kommentar zum WM-Aus: Nacktes Entsetzen - DFB-Elf braucht nach blamabler WM einen Neustart

Der WM-Reporter der AZ, Patrick Strasser, über das historische Aus der deutschen Elf bei der WM 2018 in Russland. 
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Der WM-Reporter Patrick Strasser über die Konsequenzen des WM-Debakel
dpa/AZ Der WM-Reporter Patrick Strasser über die Konsequenzen des WM-Debakel

Es war der beste DFB-Moment an diesem denkwürdigen Tag von Kasan. Nach dem 0:2 gegen Südkorea. Als das historisch schlechte WM-Aus perfekt war, sprach der schonungslose Thomas Müller: "Wir können jetzt keinerlei Kritik zurückweisen, stehen mit heruntergelassener Hose da."
Nackt. Entsetzen, nacktes Entsetzen, herrscht in Fußball-Deutschland über das Kollektivversagen dieser Mannschaft, der Weltmeister von 2014, die noch neun Mann stark in die Mission Titelverteidigung gestartet waren. Einzelne Spieler machten nicht den Eindruck, am Boden zerstört zu sein. Nur bei Müller, Süle und Kimmich waren Tränen zu sehen. Jenem Müller, der dem von 2014 höchstens noch optisch ähnelte.

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Wie überhaupt Neuer, Boateng, Hummels, Kroos, Khedira, Özil und eben Müller dem Anspruch eines Titelverteidigers nicht gerecht wurden. Dieses Gerüst der Mannschaft hat seine beste Zeit hinter sich, Brasilien 2014 wird sie immer miteinander verbinden.

Es wird Rücktritte geben 
Doch müssen all diese Fast- und teils Über-Dreißiger nun Platz machen für eine neue Generation um Kimmich & Co.? Es wird Rücktritte geben. Es muss einen Umbruch geben. Einen Neustart.
Das System dieser Nationalelf hat sich einen Virus eingefangen namens Selbstherrlichkeit und Selbstzufriedenheit, man ist abgestürzt. Obwohl man es kommen sehen musste – was nicht geht, wenn man betriebsblind ist, von sich selbst berauscht.

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Macht Jogi Löw den Weg für den Neustart frei?
Jetzt bitte die Reset-Taste drücken. Dieser Impuls muss von Bundestrainer Joachim Löw kommen. Macht er den Weg frei? Ist er noch der richtige Mann für die nächsten Jahre? Bei allen Verdiensten seiner Ära, in der die Nationalelf von 2008 bis 2016 immer mindestens das Halbfinale eines Turniers – mit der Krönung vor vier Jahren in Rio – erreichte, sollte er schlau genug sein, nun den Deckel draufzumachen. Damit würde er zusätzlich an Respekt und Ehre gewinnen. Weiter, immer weiter – gilt hier nicht.

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