"Scholl wollte ihn nur pieksen"

Die Gomez-Debatte: Was die Ex-Stürmer Hrubesch, Hoeneß und Fischer zur Kritik sagen.
| F. Bogner, P. Strasser
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Horst Hrubesch (58) coacht derzeit den deutschen Nachwuchs.
dpa Horst Hrubesch (58) coacht derzeit den deutschen Nachwuchs.

Die Gomez-Debatte: Was die Ex-Stürmer Hrubesch, Hoeneß und Fischer zur Kritik sagen

DANZIG Die Kritik des TV-Experten Mehmet Scholl an Mario Gomez scheidet die Geister. Wie sehen es ehemalige DFB-Stürmer? Die AZ hat sich umgehört:

 


 

Horst Hrubesch (DFB-Trainer U19, Europameister 1980): „Wenn man die 70 Minuten bis zu seinem Tor nimmt – da könnte ich heute auch noch mitspielen. Mit dem Tor hat er dann allerdings seine Qualität bewiesen, im Strafraum ist er lebensgefährlich. Was vor dem Tor gelaufen ist – da gebe ich Mehmet Recht. Gomez muss mehr tun. Er kann sich ja das Spiel noch mal selbst auf Video angucken, so selbstkritisch sollte er sein. Früher war es ja auch nicht so, dass ich mich nur vorne hinstellen und drauf warten konnte, dass mir der liebe Gott den Ball vor den Kopf schießt. Auch ich musste für meine Tore arbeiten. Das gilt auch für Mario: Er muss den Anspruch haben, nie ausgelernt zu haben – so wie es Klose von sich sagt.”

 


 

 

Dieter Hoeneß (Vize-Weltmeister 1986): „Mario ist einer der besten Stürmer der Welt. Er hat alle Eigenschaften eines kompletten Stürmers, das hat es höchstens bei Marco van Basten gegeben. Ich glaube, Scholl wollte ihn nur pieksen, etwas Positives bewirken. Weil er eben weiß: Mario kann noch viel mehr. Scholl meinte es wohl so: Auch wenn Gomez einen schlechten Tag hat, muss er mehr laufen, mehr nach hinten arbeiten. Aber was das Portugal-Spiel betrifft, bin ich völlig anderer Meinung. Da kann ich ihm keinerlei Vorwurf machen. Er hat versucht, in die wenigen Räume zu kommen. Für mich lag das Problem auf den Außen, von Lukas Podolski und Thomas Müller kam zu wenig. Daher fand ich den Zeitpunkt der Kritik unglücklich und unangebracht. Gomez war der Matchwinner. Er hat mit einem perfekten Kopfball ein großartiges Tor gemacht und damit seine Aufgabe zu 100 Prozent erfüllt.”

 




Klaus Fischer (Vize-Weltmeister 1982; 45 Länderspiele, 32 Tore): „Gomez ist ein Stürmer, der auf Zuspiele lauert. Wenn es darum geht, mitzuspielen, hat er fußballerische Defizite. Damit hatte Scholl Recht – Gomez hatte zu wenige Aktionen aus dem Spiel. Ein Stürmer muss die richtigen Wege gehen, aber nicht in Zeitlupe – er muss explodieren, wenn ein Ball kommt. Aber: Wenn du 1:0 gewinnst und das Siegtor machst, ist alles gut. Wenn du triffst, hast du alle Argumente auf deiner Seite. Ich bin zwar ein Befürworter von Klose, aber der war lange verletzt. Löw hat das Problem, dass Gomez kein Joker ist. Jetzt wird er drinbleiben." 

 

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