1. FC Köln bejubelt "Dosenöffner" gegen FC Arsenal und wartet auf Horst Heldt

In der Liga muss der 1. FC Köln eine Niederlage nach der anderen hinnehmen. Im Europacup hat er nun zweimal in Folge gewonnen - und das Weiterkommen damit selbst in der Hand. Zudem ist ein neuer Sportchef im Anmarsch.  
| dpa
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"In ein paar Jahren werden wir erzählen, dass wir mit Köln mal Arsenal London geschlagen haben", sagte Kölns Trainer Peter Stöger.
firo/Augenklick "In ein paar Jahren werden wir erzählen, dass wir mit Köln mal Arsenal London geschlagen haben", sagte Kölns Trainer Peter Stöger.

In der Liga muss der 1. FC Köln eine Niederlage nach der anderen hinnehmen. Im Europacup hat er nun zweimal in Folge gewonnen - und das Weiterkommen damit selbst in der Hand. Zudem ist ein neuer Sportchef im Anmarsch.

Köln - Nach drei Niederlagen zum Auftakt ist das Weiterkommen in der Europa League für das Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln plötzlich zum Greifen nah. Ein Sieg am letzten Spieltag am 7. Dezember bei Roter Stern Belgrad ist zwingend nötig - würde aber auch sicher zum Überwintern in der ersten Europacup-Saison nach 25 Jahren reichen - der 1:0 (0:0)-Coup gegen den FC Arsenal machte es möglich.

Jubel

Trainer Peter Stöger konnte es kaum glauben. "In ein paar Jahren werden wir erzählen, dass wir mit Köln mal Arsenal London geschlagen haben", sagte der Österreicher. Und auch Torhüter Timo Horn war sich sicher: "Davon werden wir noch lange reden." Die Europacup-Party soll nun auch endlich in der Liga nachwirken. Nach den vorherigen drei Saisonsiegen in Europacup und DFB-Pokal folgte in der Liga stets die Ernüchterung. "Aber dieses Spiel kann ein wirklicher Dosenöffner sein", meinte Abwehrspieler Jannes Horn.

Endspiel

Die Partie in Belgrad wird nun zum echten Endspiel, bei dem der FC sein Schicksal selbst in der Hand hat. "Was gibt es Schöneres?", fragte Jannes Horn. Und Namensvetter Timo Horn freute sich: "Super, dass das nicht nur ein Freundschaftsspiel ist. Aber das haben wir uns redlich verdient." Stöger konnte denn auch "nichts mit der Frage anfangen", ob solch ein Spiel störend ist im Überlebenskampf der Bundesliga: "Dann hätten wir uns gar nicht erst für diesen Wettbewerb qualifizieren dürfen."

Heldt

Einen Wunsch-Nachfolger für Sportchef Jörg Schmadtke hat der 1. FC Köln inzwischen gefunden: Horst Heldt, gebürtiger Rheinländer, Vertrauter von FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten - aber noch bis 2020 bei Hannover 96 unter Vertrag. 96-Präsident Martin Kind hat betont, Heldt halten zu wollen, am Ende ist es aber wohl nur eine Frage des Preises. Als Ablösesumme sind etwa 700.000 Euro im Gespräch. "Ich kenne ihn bisher nur von unseren Karnevalssitzungen", sagte Torhüter Timo Horn über Heldt: "Im Endeffekt müssen das andere entscheiden, aber es wäre eine gute Sache, wenn das klappen würde."

Misere

Einen bitteren Wermutstropfen gab es an diesem gelungenen Kölner Abend dennoch: Abwehrchef Dominic Maroh hat sich eine Muskelverletzung zugezogen. Nach Jonas Hector, Dominique Heintz, Marcel Risse, Leonardo Bittencourt, Simon Zoller, Christian Clemens und Marco Höger bereits der achte verletzte Leistungsträger. Da Frederik Sörensen am Sonntag gegen Hertha gelbgesperrt ist, gehen Stöger vor allem die Innenverteidiger aus. "Mal schauen, was wir machen. Aber zwei oder drei Jungs werden da am Sonntag schon in der Abwehr stehen", meinte der Trainer lapidar.

Cordoba

Im Hinspiel in London hatte Jhon Cordoba die Kölner Führung und das erste FC-Europacuptor nach 25 Jahren erzielt. In der Liga ist der 17-Millionen-Mann aber noch ohne Tor und auch am Donnerstag spielte er wieder sehr unglücklich. Bei seiner Auswechslung wurde er sogar ausgepfiffen. "Ich muss nicht alles verstehen", sagte Stöger dazu verstimmt. Direkt nach dem Wechsel hatte er den Kolumbianer demonstrativ in die Arme geschlossen. "Ich musste ihn nicht trösten", sagte der Coach: "Aber klar sollte das ein Zeichen sein."

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