Interview

Franziska Preuß: "Auf Schalke will man es jedem beweisen"

Olympia? Steht für Franziska Preuß nicht ganz vorne an. In der AZ spricht der Biathlon-Star vor dem Start in die Saison über Wind am Schießstand, die stade Zeit und den Stadionsprecher als schlechtes Zeichen.
| Martin Wimösterer
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Hofft auf eine gute Platzierung im Gesamt-Weltcup: Franziska Preuß.
Hofft auf eine gute Platzierung im Gesamt-Weltcup: Franziska Preuß. © dpa/Sven Hoppe

München - AZ-Interview mit Franziska Preuß: Die 27-jährige Oberbayerin war im Vorjahr Dritte des Biathlon-Gesamtweltcups.

AZ: Frau Preuß, am Wochenende beginnt er wieder, der biathlontypische Kampf gegen die Nähmaschine.
FRANZISKA PREUSS: (lacht) Das hoffe ich nicht. Mit der Nähmaschine bezeichnen wir im Biathlon eine Situation beim Stehendschießen, wenn plötzlich die Muskulatur zu zittern anfängt.

Was man tunlichst vermeiden sollte, wenn das Projektil die Scheibe treffen soll.
Das kann man leider nicht trainieren, das ist meistens nur im Wettkampf. Das Thema habe ich aber nicht mehr im Kopf. Eine neue Saison bietet für mich neue Möglichkeiten und die stehen für mich im Vordergrund.

"Da kreist du zehn Tage und kennst dann jeden Zentimeter auswendig" 

Sie haben sich zuletzt in einem Trainingslager vorbereitet. Was stand für Sie da mehr im Fokus, das Laufen oder das Schießen?
Wir waren in Obertilliach (in Osttirol; d. Red.). Es war schön, nicht soweit weg von daheim zu trainieren. Wir haben beides trainiert. Sie haben da einen großen Schießstand mit 30 Ständen und 2,3 Kilometer Loipe. Da kreist du zehn Tage und kennst dann jeden Zentimeter auswendig. Aber das gehört dazu.

Jetzt geht es ja los, in Östersund in Mittelschweden, bekannt für seinen Wind.
Man kennt die Situation an den einzelnen Weltcuporten und in Östersund ist es windig. In Ruhpolding, wo ich trainiere, ist der Wind nicht so bekannt, aber seit den letzten Jahren bläst auch in Ruhpolding vormittags ein kräftiger Wind.

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Hat das mit der Klimaerwärmung zu tun?
Den Grund weiß ich nicht. Den Wind hat es früher jedenfalls nicht gegeben, seit ein paar Jahren aber schon. Für uns ist das cool, dann trainieren wir, auch damit umzugehen.

Es stehen zwei Weltcups hintereinander in Schweden an.
Wir bleiben die kompletten elf Tage oben. Es würde sich nicht lohnen, heimzureisen. In der aktuellen Situation versucht man auch, Menschen zu meiden.

"Weihnachtsgeschenke habe ich erst eines"

Wie vertreiben Sie sich dann die Zeit?
In früheren Jahren sind wir schon mal auf einen Kaffee in die Stadt reingegangen. Jetzt ist eine andere Situation. Ich habe meinen Laptop dabei und schaue Serien. "Homeland" habe ich fertig geschaut. Es bleibt aber eh nicht so viel Zeit. Mit Training und Wettkampf sind wir gut beschäftigt, danach steht die Regeneration an. Am Anfang der Saison muss man darauf achten, dass man seine Energie nicht verschleudert und sie einem hinten raus fehlt.

Haben Sie Ihre Weihnachtsgeschenke schon gekauft? Mit Blick auf das Programm im Biathlon bleibt Ihnen nur noch wenig Zeit.
Aktuell habe ich erst eines. Die meisten besorge ich online. Tatsächlich haben wir wenig Zeit dafür und auch den Kopf bei anderen Sachen. Weihnachten selbst ist bei uns sehr ruhig. Da ist jeder kaputt und braucht Ruhe. Ich bin zwei Tage bei der Familie, das tut gut und ist erholsam. Dann geht es schon ans Training.

Sie starten am 28. Dezember beim Biathlon auf Schalke.
Das Ereignis nehme ich gerne mit. Da kann man sich einmal wie ein Fußballer fühlen. (lacht) Einmal war ich schon dabei, es war ein lässiges Erlebnis. Das kennen wir nicht, dass es so laut ist. Da ist man nervös, weil man es jedem im Stadion beweisen will. Gefühlt steht man da zum ersten Mal am Schießstand. Es ist aber wegen der Lautstärke ein gutes Training für die Heimweltcups.

Nach einem Jahr ohne viele Zuschauer kehren nun vielleicht welche an die Loipe und die Schießstände zurück. Nehmen Sie die "Hey"-Rufe wahr?
Teils, teils. Teils bin ich im Tunnel. Wenn man den Stadionsprecher reden hört, ist das eher ein schlechtes Zeichen. Das kann man aber nicht programmieren. An der Strecke schalte ich die Ohren ein, wo die Trainer stehen. (lacht)

Olympia steht nicht an erster Stelle

Ist Ihr Freund nun auch im Trainerstab dabei und begleitet Sie auf den Reisen? Simon Schempp ist ja zurückgetreten.
Simon hat andere Aufgaben und ist da eingespannt. Er macht ein duales Studium und ist auch schon beim DSV (Deutscher Skiverband; d. Red.) tätig, aber in anderer Funktion. An wenigen Orten wird er aber dabei sein.

Im Februar steigt Olympia.
Mei, klar ist es ein Sportevent, das nur alle vier Jahre stattfindet. Da will ich natürlich schon auch oben stehen. Zuletzt hat es bei den Höhepunkten teils wegen eines Schusses nicht gereicht. An erster Stelle steht für mich aber das gute Abschneiden im Gesamtweltcup.

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