Interview

Nick Weiler-Babb: "Wir wollen zeigen, dass mit uns zu rechnen ist"

Nick Weiler-Babb spricht im AZ-Interview über den schwierigen Saisonstart der Bayern-Basketballer, Anführer Lucic und Ratschläge seines Vaters.
| Julian Buhl
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"Offense bringt dich auf den Court, aber Defense sorgt dafür, dass du dort auch bleibst", sagt Weiler-Babb.
"Offense bringt dich auf den Court, aber Defense sorgt dafür, dass du dort auch bleibst", sagt Weiler-Babb. © imago/kolbert-press

München - Der 25 Jahre alte US-Amerikaner Nick Weiler-Babb wechselte im Sommer 2020 aus Ludwigsburg zum FC Bayern Basketball.

AZ: Herr Weiler-Babb, für Sie und den FC Bayern Basketball steht mit den Spielen heute gegen Olimpia Mailand (20.45 Uhr) und am Donnerstag bei Alba Berlin (20 Uhr) der nächste Euroleague-Doppelspieltag an. Mit welchen Erwartungen gehen Sie den an?
NICK WEILER-BABB: Wir haben gerade unseren ersten Saisonsieg in der Euroleague geholt und einen weiteren in der Bundesliga folgen lassen. Daraus wollen wir Selbstvertrauen und hoffentlich zwei weitere Siege aus dieser Woche mitnehmen.

"Momentan geht es mehr darum, uns als Team zu finden"

Hat der Erfolg in Kaunas den Druck etwas reduziert?
Bei unseren vier Niederlagen konnten wir bei Weitem nicht mit unserem kompletten Team antreten. Jetzt kommen unsere fehlenden Spieler und damit unsere volle Stärke langsam zurück. Momentan geht es mehr darum, uns als Team zu finden. Das Mailand-Spiel ist jetzt erst unser zweites mit Lucco (Vladimir Lucic; d. Red.) und Andi (Obst; d. Red.), der ebenfalls gerade zurückgekommen ist.

Mit Lucic kam in Kaunas gleich auch der Erfolg zurück. Sicher kein Zufall, oder?
Nein, er hat einfach sehr großen Einfluss auf unsere Mannschaft. In Kaunas kam er zurück und war sofort wieder der Anführer, den wir gebraucht haben. Dass er unser Leader ist, hat er schon letzte Saison bewiesen. Jetzt kommt er zurück und wir gewinnen. Das ist ein weiterer Beleg dafür, was für ein großer Spieler er ist.

Kann man nun von einer Art Neustart sprechen?
Es ist gut, langsam wieder unseren kompletten Kader zurückzuhaben. Leon und Paul (Radosevic und Zipser; d. Red.) fehlen aber immer noch. Die ersten Spiele haben wir so gut gespielt wie wir konnten, auch wenn wir dabei ein paar Fehler gemacht haben. Wir können diese Spiele aber nicht einfach aus unserer Erinnerung löschen. Aber es ist zumindest ein guter Punkt, um jetzt positiv nach vorne zu schauen.

Geht es gegen Mailand, das Bayern in den Playoffs knapp mit 3:2 besiegte, auch ein wenig um Revanche?
Nicht wirklich, es geht eher darum, den nächsten Schritt zu machen, den wir in der Euroleague gehen müssen, zurück in die Spur zu kommen. Wir wissen, dass wir einen Run starten und ein paar Siege sammeln müssen. Letztes Jahr hat uns Mailand sowohl in der regulären Saison als auch in den Playoffs zu unserem besten Basketball gepusht.

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In Spiel eins erlitten Sie eine Sehnenverlezung am Fuß.
Es war ziemlich hart für mich, meiner Mannschaft nicht helfen zu können. Wir haben alles gegeben und nach dem 0:2 hätte wohl niemand mehr mit uns gerechnet. Wir sind aber noch mal zurückgekommen und haben auch sie bis an ihre Grenzen gebracht.

"So weit vorauszuschauen, ist keine gute Sache"

Damals verpassten Sie das Final Four gerade mal um einen Wurf. Diese Saison findet es in Berlin statt. Haben Sie das im Kopf, wenn Sie dort nun antreten?
Nein, das ist im Moment sehr weit weg. Wir müssen einen weiten Weg gehen, um es dort hinzuschaffen. So weit vorauszuschauen, ist keine gute Sache.

Das Spiel gegen Alba ist das erste Duell in dieser Saison. Macht es das speziell?
Berlin ist immer ein gutes Matchup, das ja noch einige Male in dieser Saison auf uns zukommen wird. Das erste Duell ist da schon immer mit das Wichtigste. In der Euroleague-Tabelle stehen wir direkt hinter Berlin. Es wird also ein sehr bedeutendes Spiel für beide Teams.

Auch mit Blick auf die Deutsche Meisterschaft?
Mit Sicherheit. Sie haben uns letztes Jahr in den Finals geschlagen. Da wollen wir schon auch zeigen, dass jetzt wieder mit uns zu rechnen ist.

Erste ernsthafte Verletzung seiner Karriere

Wie weit sind Sie nach Ihrer langen Verletzungspause nun schon wieder?
Das ist die erste ernsthafte Verletzung meiner Karriere. Deshalb bin ich immer noch dabei, mir meine alte Stärke und meinen Rhythmus auf dem Court wieder zu erarbeiten. Aber es geht langsam in die richtige Richtung.

Coach Andrea Trinchieri bezeichnete Sie kürzlich als "einen der besten Verteidiger in Europa". Was sagen Sie dazu?
Das ist ein wirklich hohes Lob. Ich lege großen Wert auf meine Defensive und das ist auch genau das, was ich ins Team einbringen muss. Und übrigens einer der Gründe, warum ich momentan viele Minuten bekomme, auch wenn meine Offensive noch nicht so rund läuft. Vollen Einsatz in der Defensive zu bringen, ist auch ein Beleg von harter Arbeit, die unser Coach sehen will. Aber das kenne ich von klein auf nicht anders.

Inwiefern?
Ich bin damit aufgewachsen und habe das komplett verinnerlicht. Denn schon mein Vater hat immer zu mir gesagt: "Offense bringt dich auf den Court, aber Defense sorgt dafür, dass du dort auch bleibst."

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