Hobbs: "Wollen die Trophäe nach München bringen"

Vor dem Pokalturnier in Ulm spricht Braydon Hobbs über die Titelträume der Bayern-Basketballer, seinen Quarterback-Pass, seine Rolle als Lieblingsspieler von Uli Hoeneß, München und Karrierepläne beim FBI.
| Julian Buhl
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Hat in München einen Zweijahresvertrag unterschrieben: Der 28-jährige US-Amerikaner Braydon Hobbs.
FC Bayern Basketball Hat in München einen Zweijahresvertrag unterschrieben: Der 28-jährige US-Amerikaner Braydon Hobbs.

Der 28 Jahre alte US-Amerikaner Hobbs wechselte im Sommer von Ulm zum FC Bayern.

AZ: Herr Hobbs, sie treffen beim Pokal-Top-Four im Halbfinale am Samstag zunächst in Ulm auf Ihren Ex-Klub - nämlich Ulm. Eine besondere Konstellation für Sie, oder?
BRAYDON HOBBS: Definitiv. Ich spiele zum ersten Mal im Top Four und bin ziemlich aufgeregt. Es macht aber immer großen Spaß, nach Ulm zurückzukommen. Wir haben mit Bayern da ja schon in der Liga (89:75 für München; d. Red.) gespielt. In der Halle wird eine großartige und aufgeladene Atmosphäre sein. Ich freue mich sehr darauf. Es ist für jedes Team schwierig, dort zu spielen. Wir wollen aber das Endspiel am Sonntag erreichen.

Gab es schon ein wenig Trashtalk mit ihren ehemaligen Mitspielern?
(lacht) Nach unserem Ligaspiel in Ulm war ich mit Per (Günther; d. Red.) essen. Jetzt habe ich aber noch nicht mit ihm oder Tim (Ohlbrecht; d. Red.) gesprochen. Und allzu viel Trashtalk machen wir sowieso nicht.

Sie haben mit Bayern im Viertelfinale Bamberg ausgeschaltet, sind Tabellenführer in der Liga und gehen jetzt als Favorit ins Turnier.
Sieht so aus. Dass wir jetzt Favorit sind, das bedeutet aber noch gar nichts. Es sind zwei schwierige Spiele bis zum Titel, die wir mit der richtigen Einstellung und Mentalität angehen müssen.

Gelingt das, könnten Sie mit Bayern den ersten Titel seit der Meisterschaft 2014 gewinnen.
Mit diesem Ziel sind wir in die Saison gestartet. Wir haben ein starkes Team in diesem Jahr und wollen alle Trophäen gewinnen, die wir kriegen können. Die erste bringen wir hoffentlich schon am Sonntag zurück nach München.

"Der No-Look-Pass ist ganz normal für mich"

Haben die Footballer der New England Patriots eigentlich schon bei Ihnen angerufen?
(lacht) Nein. Wegen meines Quarterback-Passes?

Ja, wie sind Sie in der entscheidenden Phase des Eurocup-Spiels in Vilnius auf die Idee gekommen, den Ball über den kompletten Court zu Devin Booker zu passen?
Ich habe davor von der Bank aus gesehen, dass er am anderen Ende des Courts immer freistand. Als ich dann reinkam, hatten wir nur noch drei Sekunden für unseren Angriff. Dann bin ich eben Risiko gegangen und habe es einfach probiert. Die Leute sagen, es war ein verrückter Pass. Für mich war es ein ganz normaler. Zum Glück hat es funktioniert.

Sie scheinen der Mann für die besonderen Momente auf dem Feld zu sein.
Ich versuche jedenfalls, mein Spiel durchzuziehen und meine Mitspieler besser zu machen. Hier und da ist eben auch mal der ein oder andere verrückten Pass dabei. Manchmal klappt das - manchmal nicht.

Spielen Sie nicht sogar mehr No-Look-Pässe als normale?
Mit Sicherheit. Der No-Look-Pass ist einfach natürlich für mich. Viele sagen, ich könnte gar keine normalen Pässe spielen, aber der No-Look-Pass ist eben ganz normal für mich. Meine Mitspieler gewöhnen sich langsam daran.

Auch Uli Hoeneß, dem Präsidenten des FC Bayern, scheint das zu gefallen. Sie sind sein Lieblingsspieler.
Ihm gefällt vielleicht, dass du eben nie weißt, was du von mir erwarten kannst, und genau diesen Teil des Spiels genieße ich. Es ist cool, sein Lieblingsspieler zu sein. Es ist schön, wenn ich ihn - und auch die Fans - glücklich machen kann, damit er uns hoffentlich weiter so unterstützt.

Sie haben Kriminologie studiert. Hilft Ihnen das, auch auf dem Court anders zu denken, anderen einen Schritt voraus zu sein?
Ich weiß nicht. So bin ich einfach schon mein ganzes Leben. Ich versuche, smart zu spielen, weil ich nicht der athletischste Spieler bin. Da muss ich meinen Kopf ein wenig mehr benutzen. Vielleicht hilft mir das auch später in meiner Karriere als Kriminalist.

Sie planen immer noch, nach Ihrer Karriere bei der DEA, dem Drogendezernat in den USA, zu arbeiten?
Ja. DEA, Secret Service, vielleicht ein Job beim FBI, irgendwas mit Criminal Justice. Mal sehen. Ich versuche, mir ein paar Kontakte aufzubauen, wenn ich nach meiner Karriere zurück nach Hause in die USA gehen werde.

Ist München schon ein wenig Ihr zweites Zuhause?
Wir lieben es hier, auch meine Frau und meine Tochter fühlen sich sehr wohl. Wir leben in Nord-Schwabing - das ist großartig für unsere kleine Familie. Es gibt zum Beispiel schöne Parks. Wir werden im Sommer auch unser zweites Baby hier in München bekommen. Es fühlt sich für mich so an, dass wir hier noch länger bleiben könnten. Aber nach meiner Karriere werden wir wieder zurück in die USA gehen.

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