Für Zuschauerrückkehr: Bayerns Konzept gegen die Leere

Der FC Bayern Basketball präsentiert seinen Plan für eine Zuschauerrückkehr und will im Oktober wieder vor 1.300 bis 1.400 Fans im Audi Dome spielen. "Vom Parkplatz bis zum Sitzplatz gibt es Regeln."
| Julian Buhl
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Die Geisterspiele vor leeren Rängen im Audi Dome sollen bald der Vergangenheit angehören.
Die Geisterspiele vor leeren Rängen im Audi Dome sollen bald der Vergangenheit angehören. © firo/Augenklick

München - Marko Pesic und Dr. Florian Kainzinger verspäteten sich um ein paar Minuten. Ein Termin am Freitagvormittag beim Gesundheitsamt war für die leichte Verzögerung ihrer Pressekonferenz im Audi Dome verantwortlich. Und der beeinflusste schließlich auch das, was sie dort zu verkünden hatten. Der Geschäftsführer des FC Bayern Basketball und der von "Think.Health Hygiene Solutions" stellten nämlich den Plan der Bayern-Basketballer zur ersehnten Rückkehr von Zuschauern vor – das Konzept gegen die Leere.

Erstes Heimspiel mit 20 Prozent Zuschauern geplant

Vom Gesundheitsamt hatten sie eine druckfrische Verordnung zum Hallensport mitgebracht, an die sie ihr 80 Seiten umfassendes Konzept nun in einigen Details etwas anpassen müssen. "Wir sind so auseinandergegangen, dass es das Ziel ist, unser erstes Heimspiel am 2. Oktober gegen Mailand mit 20 Prozent Zuschauern zu organisieren", sagte Pesic: "Sollten es die Rahmenbedingungen erlauben, sind wir sehr optimistisch, dass wir das auch hinbekommen."

Auch das zweite Euroleague-Heimspiel des FCBB im Oktober, am 23. gegen Olympiakos Piräus, soll Teil dieses ersten Testlaufs sein. Die maximal erlaubte Kapazität von 20 Prozent sei "eine Zahl, die uns alle nicht glücklich macht", gab Pesic zu, "man muss aber sehen, wo wir herkommen. Dafür ist es etwas Großartiges."

Kapazitätserweiterung im November?

Der 43-Jährige hofft, "dass eine Kapazitätserweiterung erfolgt, wenn im November die Bundesliga losgeht". Denn von Geisterspielen ohne Fans, die die Existenzgrundlage vieler Klubs aufgrund fehlender Einnahmen auf Dauer gefährden, haben nicht nur die Bayern längst genug. "Die Spieler und die Trainer hassen es", sagte Pesic, "sie arrangieren sich mit der Situation." Daher wäre die Rückkehr von Zuschauern "ein riesengroßer Boost für alle Sportarten".

Bayern plant zunächst mit 1.300 bis 1.400 personalisierten Tickets, auf die erst mal Dauerkartenbesitzer Zugriff haben. Es wird bestimmte Zeit-Slots geben, zu denen die Halle gestaffelt sowie durch verschiedene Eingänge betreten werden kann. So soll verhindert werden, dass sich Schlangen bilden. Auch am Platz muss eine Maske getragen werden. Eigene sind aber nicht erlaubt, stattdessen werden einheitliche OP-Masken verteilt.

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Besondere Corona-Regeln im Audi Dome

"Vom Parkplatz bis zum Sitzplatz gibt es Regeln. Und an die müssen sich auch alle halten", sagt Kainzinger. So wird es auch keine alkoholischen Getränke im Audi Dome geben. Das Catering wird den Zuschauern wohl direkt am Platz angeboten werden. Für den VIP-Bereich gelten dagegen die Regeln wie im Restaurant. Für Gruppen, zum Beispiel aus einem Haushalt, wird es auch möglich sein, auf der Tribüne zusammenzusitzen.

Kainzinger, den Pesic als den Mann bezeichnet, der "den Basketballsport mit seiner Expertise rettet", hatte schon das Konzept fürs Final-10-Turnier der BBL in München erarbeitet. Bereits im Juni begutachtete er den Audi Dome für eine mögliche Rückkehr der Fans. Und der sei "eine Halle, die auch unter den derzeitigen Pandemiebedingungen für Spiele mit Zuschauern geeignet ist".
Unter anderem aufgrund einer besonders effektiven Lüftungsanlage.

Das begründete Kainzinger auch damit, dass die altehrwürdige Rudi-Sedlmayer-Halle, die zu den Olympischen Spielen 1972 errichtet wurde, "aus einer Zeit stammt, in der Rauchen noch erlaubt war".

Kainzinger hält 3.000 Besucher für bedenkenlos möglich

Es sei nun "definitiv vertretbar, hier den Schritt zu Zuschauern zurückzugehen. Und auch weitere folgen zu lassen", sagte Kainzinger, der sogar bis zu 3.000 Besucher für bedenkenlos möglich hält.

Aber bringt das kurzfristige Zuschauerverbot beim Auftaktspiel der Bayern-Fußballer die Basketballer nicht aus ihrem Konzept? "Man lernt vom Fußball", sagte Pesic, "die Situation, dass dies ein Tag vorm Spiel passiert, wird es nicht mehr geben."

Man müsse im Vorfeld einen verbindlichen Zeitpunkt für solche Entscheidungen definieren, "damit es eine Regelung gibt, an der wir uns orientieren können".

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