FCBB: Nach Trinchieris Kontrollverlust zurück in der Krise

Bayerns Basketballer verspielen im Pokal den ersten Titel. "Ich habe mein Team alleingelassen", sagt Coach Trinchieri selbstkritisch.
| Julian Buhl
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"Ich fühle mich für diese Niederlage sehr verantwortlich", sagt Trinchieri (unten, l.) nach dem Pokalaus seiner Bayern-Basketballer.
"Ich fühle mich für diese Niederlage sehr verantwortlich", sagt Trinchieri (unten, l.) nach dem Pokalaus seiner Bayern-Basketballer. © imago images/Eibner

München/Chemnitz - Den Fußballkollegen nachzueifern ist ja das erklärte Ziel der Basketballer des FC Bayern. Am Sonntagabend ist ihnen das gelungen, allerdings auf die unangenehme Art: Mit dem 80:85 bei Außenseiter Chemnitz verabschiedete sich der FCBB nämlich - wie zuletzt schon die Fußballer mit dem 0:6 in Gladbach - bereits in der ersten Runde aus dem Pokalwettbewerb. Der Titelverteidiger erfuhr dabei schmerzvoll, dass man zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison zwar noch keine Trophäen gewinnen, sie aber durchaus bereits jetzt verlieren kann.

Entscheidenden Anteil daran hatte auch Andrea Trinchieri. "Manchmal muss man die Wahrheit sagen. Und die Wahrheit ist, dass ich mich für diese Niederlage sehr verantwortlich fühle", sagte der FCBB-Chefcoach hinterher reumütig. "Ich habe mein Team alleingelassen, meine Nerven haben meine Emotionen überkochen lassen." Ein Kontrollverlust, der dazu führte, dass er unmittelbar nach dem Seitenwechsel aus der Halle geschickt worden war.

Bayern-Coach selbstkritisch: Das wirft sich Trinchieri vor

Nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung hatte er an der Seitenlinie gestenreich geschimpft. Schiedsrichterin Anne Panther entschied auf Technisches Foul, Trinchieri konnte sich aber nicht beruhigen, bekam das zweite und musste den Innenraum verlassen. "Ich sollte dem Referee nicht die Chance geben, mir zwei Technische zu geben", sagte er, "das ist mein Fehler, ein großer Fehler." Allerdings ist es längst nicht der erste derartige Fauxpas, der ihm unterläuft und mit dem er sein Team schwächt. Bereits in der vergangenen Saison war der impulsive Italiener immer wieder mit den Offiziellen aneinandergeraten.

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Als der 53-Jährige in Chemnitz die Halle verlassen musste, lag seine Mannschaft, die anfangs noch mit 32:21 geführt hatte, mit 41:49 zurück. Ohne ihren emotionalen Leader an der Seitenlinie kam es zum Bruch. Bis zum Viertelende zog Chemnitz auf 19 Punkte (72:53) davon. Bayern kämpfte sich trotzdem noch einmal zurück und hatte das Sensations-Comeback eine Minute vor Schluss sogar vor Augen, als Vladimir Lucic per Dreier auf 80:81 verkürzte. Es sollten aber die letzten Punkte sein, die den Bayern an diesem Abend gelangen. Trinchieri flog aus der Halle, seine Mannschaft aus dem Pokal.

Damit beförderten sich die Bayern-Basketballer mit nun vier Niederlagen aus den vergangenen fünf Pflichtspielen endgültig zurück in die Krise. Dabei schien es mit zuvor sechs Siegen in Folge eigentlich bereits so, als hätten die Bayern ihren problembehafteten Saisonstart hinter sich gelassen. In der Bundesliga stehen die Münchner mit 10:4 Punkten zwar immerhin auf Tabellenplatz zwei. In der Euroleague sind ihnen in neun Spielen aber erst drei Siege gelungen.

Am Dienstag kommt Fenerbahce

Mit gleich zwei Heimspielen wollen die Bayern diese bislang recht maue Bilanz nun etwas aufhübschen. Am Dienstagabend (20.30 Uhr) kommt zunächst Fenerbahce Istanbul, das aktuell punktgleich mit dem FCBB ist, nach München. Dass beim türkischen Topklub nun der bei Bayern 2018 eher unehrenhaft entlassene Sasa Djordevic Headcoach ist, sorgt für zusätzliche Brisanz. Während Ex-Bayern-Kapitän Danilo Barthel verletzt fehlt, kehrt auch Devin Booker in den Audi Dome zurück. Am Donnerstag (20.30 Uhr) folgt dann noch das Gastspiel von Panathinaikos Athen, aktuell Tabellenvorletzter.

Dabei müssen fast schon zwei Siege her, wenn Bayern mit den Playoffplätzen nicht gleich das nächste Saisonziel schon jetzt aus den Augen verlieren will.

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