FC Bayern Basketball holt Ulm-Sportchef Thorsten Leibenath – Stoll reagiert mit Spott
Thomas Stoll ist seines Zeichens Boss bei Basketball-Bundesligist Ratiopharm Ulm und nicht dafür bekannt, ein Fan des FC Bayern zu sein. Der Montag trug dazu bei, dass sich dies künftig nicht ändern wird. Da vermeldeten die Münchner am frühen Nachmittag, dass der bisherige Sportchef Dragan Tarlac (53) den amtierenden Meister nach dieser Saison verlassen wird – aus persönlichen Gründen, hieß es. Für Stoll war das kein emotionaler Auslöser, der Name des Nachfolgers allerdings schon.
Leibenaths Wechsel nach München sorgt für Emotionen
Thorsten Leibenath wird zur nächsten Saison auf Tarlac folgen, der 51-Jährige war und ist noch bis zum Ende der diese Woche beginnenden Playoffs: Sportchef in Ulm. Und dies wiederum wühlte Stoll offenkundig auf.
Denn auf der Plattform X postete der 58-Jährige unter anderem den Link zum bekannten Anti-Bayern-Titel der Toten Hosen, in dem Sänger Campino die Zeile vorträgt: "Eins weiß ich hundertprozentig: Nie im Leben würde ich zu Bayern gehen." Leibenath, mit dem Stoll lange Jahre zusammenarbeitete, allerdings schon.
Die Personalie sorgt für zusätzliche Würze in der Endrunde, erst recht, falls es erneut ein Duell zwischen den Bayern, Meister 2024 und 2025, und den Ulmern, Meister 2023, geben sollte – so wie in der Finalserie der vergangenen Saison.
Schweigepflicht bis zum Saisonende
Zunächst aber verkündeten beide Klubs, dass erst einmal keine weiteren Stellungnahmen oder Äußerungen zu Personalien abgegeben würden. "Ein Song, der alles sagt. Mehr dann erst nach Saisonende", kommentierte Stoll auf X nur.

Tarlac, der im Sommer 2024 nach München gekommen war, versicherte, dass er "das Team sowie die Trainer bis zum letzten Moment bestmöglich unterstützen" werde und sagte auch: "Der Job hier ist noch nicht erledigt, denn wir wollen unbedingt die dritte Meisterschaft nacheinander nach München holen. Das wäre der perfekte Abschluss für mich."
Dank an Tarlac, Vorfreude auf Leibenath
Bayern-Präsident Herbert Hainer dankte Tarlac "für sein persönliches Engagement in den beiden letzten Jahren. Er hat den Weg unserer Basketballer in einer nicht ganz einfachen Phase mit seiner Art fortgeführt." Man wolle "die gemeinsame Zeit mit dem erneuten Gewinn der Meisterschaft erfolgreich krönen."
Hainer äußerte gleichzeitig seine Freude über die Neuerwerbung aus Ulm. Leibenath sei ein "exzellenter Kenner der nationalen und internationalen Basketballszene." In der Tat hat Ulm in der jüngeren Vergangenheit oft ein gutes Händchen bei Transfers gehabt und somit auch wirtschaftliche Unterschiede bisweilen ausgeglichen. Das ist den Verantwortlichen im Sendlinger Westpark augenscheinlich nicht entgangen.
Leibenaths Ulmer Vergangenheit
Leibenath war in Ulm aber nicht nur der Sportchef, der gebürtige Leverkusener arbeitete in der Geburtsstadt von Bayern-Patron Uli Hoeneß zuvor zwischen 2011 und 2019 als Trainer und wurde zweimal (2012, 2017) als Trainer des Jahres ausgezeichnet.
Auf ihrer Webseite schrieben die Münchner, dass die Neubesetzung der Geschäftsführung Sport neben der avisierten Veränderung auf der Trainerposition erfolge. Es ist ja bekannt, dass Svetislav Pesic (76) nach der Saison aufhört. Als ein Nachfolgefavorit gilt der frühere Bayern-Profi Anton Gavel (41), der machte Ulm 2023 zusammen mit Leibenath zum BBL-Meister.

