Bayerns Basketballer vor ihrem finalen Akt in Moskau

Nach dem Sieg gegen Khimki treffen Bayerns Basketballer am Freitagabend in Moskau noch auf Titelkandidat ZSKA, der Topscorer James suspendiert hat. "Wir haben nichts zu verlieren", sagt Trinchieri.
| Julian Buhl
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Andrea Trinchieri:  "Wir haben nichts zu verlieren, aber wir wollen auch gegen die Besten unbedingt wettbewerbsfähig sein, so wie immer."
Andrea Trinchieri: "Wir haben nichts zu verlieren, aber wir wollen auch gegen die Besten unbedingt wettbewerbsfähig sein, so wie immer." © Tobias Hase/dpa

München/Moskau - Eine knapp einstündige Busfahrt quer durch Moskau mussten die Basketballer des FC Bayern am Donnerstag in Kauf nehmen, um ihr Quartier innerhalb der Metropole noch einmal um 20 Kilometer nach Süden in die Nähe der Arena von ZSKA zu verlegen.

Dort konnten sie am Nachmittag mit dem Abschlusstraining dann auch die erste Übungseinheit seit Montagmorgen - vor dem Hinflug im Audi Dome - absolvieren. Die Umstände der fünftägigen Auswärtsreise sind weiterhin keine einfachen.

Nach Erfolg gegen Khimki muss FCBB gegen ZSKA ran

Trotzdem gilt es nach dem 95:93-Erfolg am Dienstag gegen Khimki für den FCBB, Freitagabend (18 Uhr) im finalen Akt der Moskau-Mission schließlich auch noch bei ZSKA zu bestehen. Was mit dem Topteam auf die Bayern zukommt, konnten sie sich bei der gemeinsamen Spielbeobachtung - noch in ihrem vormaligen Teamhotel - schon mal ganz genau anschauen. Denn während die Münchner in Moskau auf ihren kommenden Gegner warteten, musste der am Mittwochabend noch in Berlin antreten.

Voller Einsatz im Hinspiel gegen ZSKA: FCBB-Center Reynolds.
Voller Einsatz im Hinspiel gegen ZSKA: FCBB-Center Reynolds. © sampics / Christina Pahnke

Alba zeigte dabei durchaus, wie und wo man den Titelkandidaten verwunden kann, musste sich am Ende aber trotzdem knapp mit 68:71 geschlagen geben. Das Wichtigste, was die Münchner dabei sahen, war wohl aber das, was sie nicht sahen. Genauer gesagt: welche Spieler.

Mike James: bester Scorer der Euroleague

Mit Mike James fehlte nämlich der mit durchschnittlich 19.95 Punkten beste Scorer der gesamten Euroleague, der auch beim 89:81-Hinspielsieg für ZSKA in München mit 25 Zählern dominiert hatte. Der US-Amerikaner wurde vor der Partie in Berlin suspendiert, weil er wohl für die Beerdigung seines Großvaters in seine Heimat reisen wollte und sich deswegen angeblich heftig mit Chefcoach Dimitridis Itoudis gestritten hat. "Wir sprechen über einen der bei weitem besten Spieler der Euroleague", sagte FCBB-Chefcoach Andrea Trinchieri, "aber ZSKA ist ein Powerhouse. Sie haben so viele herausragende Spieler und werden sicher eine Lösung finden. Sie haben die Waffen dazu."

"Ich liebe ihn", sagt Trinchieri über Voigtmann (Ball).
"Ich liebe ihn", sagt Trinchieri über Voigtmann (Ball). © imago images/camera4+

Eine davon heißt Johannes Voigtmann. "Ich liebe Voigtmann - seinen hohen Basketball-IQ und seine ganze Art zu spielen", schwärmte Trinchieri regelrecht von dem deutschen Nationalcenter: "Er kann den Ball passen, werfen, öffnet Räume, trifft gute Entscheidungen." Und steht nur noch bis Saisonende unter Vertrag. "Ich habe im Flugzeug neben mir noch einen Platz frei", scherzte Trinchieri, "ich werde meinen Rucksack dort wegnehmen und den Sitz für ihn freihalten."

Bayern-Trainer Trinchieri: "Gegen ZSKA ist es mehr ein Vergnügen"

Am Freitag müssen die Bayern jedenfalls auch Voigtmanns Wirkungskreis möglichst begrenzen. "Gegen Khimki waren wir enorm unter Druck und mussten gewinnen - gegen ZSKA ist es jetzt mehr ein Vergnügen, sich mit den Besten messen zu können", sagte Trinchieri vor dem Topspiel seiner mit 13 Siegen sechstplatzierten Bayern bei dem mit 16 Erfolgen mit Primus Barcelona punktgleichen Tabellenzweiten. "Wir haben nichts zu verlieren, aber wir wollen auch gegen die Besten unbedingt wettbewerbsfähig sein, so wie immer."

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In die Karten spielen könnte dem FCBB, dass neben James möglicherweise auch Moskaus zweitbester Scorer Will Clyburn (durchschnittlich 14,1 Punkte), aufgrund einer Fußverletzung weiterhin ausfällt. Allerdings müssen auch die Münchner auf ein angeschlagenes Quintett um ihre beiden Kapitäne Nihad Djedovic und Vladimir Lucic, das gar nicht erst mit nach Russland gereist ist, verzichten. Trinchieri kündigte an, basierend auf seinen Erkenntnissen aus dem Alba-Spiel, "in aller Kürze einen Game Plan entwerfen" und diesen den Spielern im einzigen (Abschluss-)Training vermitteln zu wollen. Viel mehr bleibt ihm momentan auch nicht übrig.

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