Bayerns Basketballer im Jetzt-erst-recht-Modus

Bayerns Basketballer stehen in Spiel drei der Euroleague-Playoffs gegen Mailand mit dem Rücken zur Wand. Coach Trinchieri kündigt an: "Es ist an der Zeit, alles reinzuschmeißen und zu riskieren."
| Julian Buhl
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Will mit Bayern im fünften Versuch endlich den ersten Sieg gegen Mailand: Nationalspieler Paul Zipser (M.).
Will mit Bayern im fünften Versuch endlich den ersten Sieg gegen Mailand: Nationalspieler Paul Zipser (M.). © imago images/Oryk HAIST

München - Dienstag Nachmittag hatte Andrea Trinchieri seine Sprache dann doch noch wieder gefunden. Zumindest in einem knappen schriftlichen Statement der Basketballer des FC Bayern ließ sich der sonst so wortgewaltige Chefcoach wie folgt zitieren: "Es ist an der Zeit, alles reinzuschmeißen und zu riskieren. Am Ende des Tages sind Taten lauter als alle Worte. Was auch immer wir jetzt reden, ist unwichtiger als das, was wir tun. Es ist Zeit, es zu tun."

FCBB spielt das erste Mal in der Euroleague-Serie zu Hause

Der Italiener bezog sich damit auf das Mittwoch Abend (20.45 Uhr/Magenta Sport) anstehende dritte Viertelfinalduell des FCBB mit Olimpia Mailand. Nach zwei dramatischen Niederlagen in der vergangenen Woche in Italien dürfen die Bayern nun erstmals in der Euroleague-Playoff-Serie zu Hause antreten. Und da nach dem Modus Best-of-five gespielt wird, stehen sie dabei bereits mit dem Rücken zur Wand.

Eine weitere Niederlage würde schließlich das Ende ihrer historischen Euroleague-Reise bedeuten, auf der es die Münchner als erstes deutsches Team überhaupt bis in die K.o.-Runde geschafft haben. Mit ihrem ersten Playoffheimspiel dürfen sich die Bayern zweifellos auf ein Highlight ihrer Klubhistorie freuen. Allerdings mussten sie unmittelbar davor mit der vernichtenden 62:100-Niederlage am Sonntag gegen Alba Berlin in der Liga auch einen Stimmungsdämpfer verkraften.

FCBB-Coach Trinchieri bezeichnet Spiel als "inakzeptabel"

Trinchieri hatte der Auftritt seines Teams - trotz der Umstände, dass das BBL-Duell als Sandwichspiel mitten in die Playoffs fiel - derart verstimmt, dass er ihn in einem 50-sekündigen Monolog als "inakzeptabel" bezeichnete und nichts weiter dazu sagen wollte.

Auch nicht bei der obligatorischen Spieltagspressekonferenz, bei der er sich am Dienstag von seinem Landsmann Daniele Baiesi vertreten ließ. Der FCBB-Sportdirektor sprach im Rückblick auf das Alba-Debakel von einem "schlechten Tag bei der Arbeit", den Bayern nun Mal erwischt und für den es seine Gründe gegeben habe.

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Baiesi war darum bemüht, den Blick nach vorne zu richten und will sich das ohne Zweifel starke Gesamtbild, das Bayern in dieser Saison abgibt, nicht trüben lassen. "Wir sollten gar nicht hier sein", sagte er mit Blick auf die Euroleague-Playoffs: "Wir sind es, weil wir einen außergewöhnlichen Job gemacht haben." Man habe damit "unsere Saisonziele schon jetzt übererfüllt, und zwar um mehr als eine Meile".

Überraschungsteam der Euroleague: Der FC Bayern Basketball

Baiesi erinnerte daran, dass Bayern DAS Überraschungsteam dieser Euroleague-Spielzeit sei und Mailand mit seinen Starspielern "ein Team, das für das Final Four gemacht ist". Das heiße freilich nicht, "dass wir sie nicht herausfordern können". Baiesi zählte die Siege der Bayern gegen Barcelona, Efes Istanbul und bei ZSKA Moskau auf: "Die Jungs glauben daran, dass sie wirklich jeden schlagen können." Bayern im Jetzt-erst-recht-Modus!

In Spiel eins fehlten dem FCBB nur 1,2 Sekunden, um Mailand in eigener Halle zu bezwingen. Im heimischen Audi Dome, wo sich Olimpia im ersten Saisonspiel mit 81:79 knapp nach Overtime durchsetzte, soll im insgesamt fünften Duell dieser Spielzeit nun der ersehnte erste Sieg gelingen. Mut dürfte den Bayern machen, dass sie mit 13 Siegen das beste Heimteam der regulären Saison sind. Aufgrund der Corona-bedingt nach wie vor fehlenden Zuschauerkulisse will Baiesi "diesen Zahlen" keine allzu große Bedeutung beimessen.

Audi Dome als "Safehouse"

"Wir kennen die Körbe, das Spielfeld und fühlen uns in vielleicht etwas sicherer", sagte er aber: "Unsere Halle ist so etwas wie unser Safehouse." Nationalspieler Paul Zipser stellte vorm Spiel in der Wohlfühlzone klar: "Keiner will hier 0:3 rausfliegen. Wir wollen allen zeigen, dass wir in die Playoffs gehören."

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