AZ-Interview mit Buschi über FC Bayern Basketball - Frank Buschmann: "Es wird elektrisieren"

Basketball-Experte Frank Buschmann spricht hier über das Gigantenduell zwischen Bayern und Bamberg im Halbfinale der Playoffs. "Da gehtes darum, zu zeigen, wer das Alphatier ist".
| Julian Buhl
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"Wenn der mal sein Spiel aus Belgrad auspackt: Dann gute Nacht, Marie", sagt Buschmann über Maik Zirbes.
sampics/Augenklick "Wenn der mal sein Spiel aus Belgrad auspackt: Dann gute Nacht, Marie", sagt Buschmann über Maik Zirbes.

AZ: Herr Buschmann, welche Erwartungen haben Sie an die Best-of-five-Serie Bamberg gegen Bayern, die am Sonntag (15 Uhr) startet?
FRANK BUSCHMANN: Es ist die Halbfinalserie, die alle erwartet haben, sie ist allerdings anders als erwartet zustande gekommen. Beide sind weit von ihrem besten Basketball entfernt. Die Frage ist, wer eher wieder in die Spur kommt.

Ist es dennoch das vorweggenommene Finale für Sie?
Natürlich, das sage ich ja schon lange, auch wenn die Ulmer als Vorrundenmeister das nicht gerne hören. Das sind die beiden deutschen Teams mit dem am Abstand tiefsten Kader. Ich glaube, dass sich beide Teams jetzt steigern werden und kann mir gut vorstellen, dass es über fünf Spiele geht. Ich sehe da aber auch eine große Gefahr.

Welche?
Danach ist noch eine Finalserie zu spielen. Man darf sein Hauptziel dann nicht schon zu sehr erreicht sehen. Es wird die größte Kunst des Coaches des Siegers der Halbfinalserie sein, sein Team danach auf Spur für die Finalserie zu bringen.

Bayern – 3:1 gegen Berlin – und Bamberg – 3:1 gegen Bonn – haben umkämpfte Viertelfinalserien hinter sich.
Das hat mit dem, was jetzt passiert, nichts mehr zu tun. Wenn etwas angeschaut wird, dann die direkten Duelle: Der klare Bamberger Erfolg in der Hinrunde und der im Pokalfinale sowie der Münchner Sieg in der Rückrunde. Der Kopf und der Wille werden die Halbfinalserie entscheiden. Bis zu den Playoffs war Bamberg für mich der klare Favorit, weil ich von ihren Auftritten in der Euroleague extrem beeindruckt war: das Beste, was ich je von einem deutschen Klub gesehen habe. Bayern hat mir in der Rückrunde der BBL imponiert. Ich sehe Bamberg noch leicht vorne, weil sie auf den Guard-Positionen stärker sind.

Auch wegen des Heimvorteils?
Bayern muss ein Spiel auswärts klauen. Aber wenn Bonn in Bamberg ein Playoff-Spiel gewinnen kann, warum sollte Bayern das nicht können? Ich habe nur das dumme Gefühl, dass Bamberg auch in München gewinnen kann. Es ist eine ganz offene Serie und wird die Basketballfans in Deutschland sicherlich elektrisieren.

Uli Hoeneß verglich im AZ-Interview die Rivalität zu Bamberg bereits mit der zu Dortmund im Fußball.
Außerhalb von München und Bamberg interessiert diese Rivalität noch nicht so sehr. Für die Basketballstandorte München und Bamberg bin ich aber dabei. Da geht es schon darum, zu zeigen, wer das Alphatier ist. Zwischen dem Modell mit Michael Stoschek bei Bamberg und der Marke FC Bayern mit Uli Hoeneß herrscht durchaus Rivalität – und da wird auch mal die ein oder andere Spitze ausgeteilt. Es sind die beiden Klubs, die mit Abstand über die besten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verfügen. Aber noch sind das Lichtjahre, die das von Dortmund und Bayern im Fußball trennen.

Mit Hoeneß’ Rückkehr als Präsident haben die Bayern-Basketballer nun in die Erfolgsspur zurückgefunden. Zufall?
Die Bayern-Basketballer tun sich leichter, wenn Uli Hoeneß mitgestaltet. Das heißt in dem Fall: Türen öffnen, Gelder akquirieren – und zwar nicht, indem man sich bei den Fußballern bedient. Uli Hoeneß ist bekannt dafür, wenn er ein Ziel verfolgt, gewisse Risiken einzugehen. Das war ohne ihn sicher weniger ausgeprägt. Und die Verantwortlichen der Bayern-Basketballer schätzen diesen Drang von Hoeneß, die Nummer eins werden zu wollen. Daher ist es natürlich kein Zufall, dass es mit ihm wieder aufwärtsgeht. Eines sollte man bei aller Hoeneß-Manie aber nicht vergessen.

Und zwar?
Der FC Bayern Basketball hat mit Sasa Djordjevic einen grandiosen Trainer verpflichtet, eine Basketballlegende. Er hat einen großen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung.

Wer oder was wird auf dem Spielfeld den Unterschied ausmachen?
Viele Kleinigkeiten. Ein entscheidender Punkt wird sein, wie gut die Teams auf den Ball aufpassen. Turnover werden die Serie maßgeblich mitentscheiden, also welche Guards die Serie kontrolliert im Griff haben. Die üblichen Verdächtigen wie zum Beispiel Kleber und Theis werden ihr Zeug machen. Strelnieks wird wilde Dinger reinwerfen, genau wie Redding oder Taylor. Ich glaube aber, dass Maik Zirbes für Bayern ein Schlüsselspieler sein wird. Er hat das Zeug, diese Serie am Brett zu dominieren und den Bambergern damit richtig Kopfzerbrechen zu bereiten. Wenn der mal sein Spiel aus Belgrad auspackt: Dann gute Nacht, Marie.

Lesen Sie hier: FC Bayern gegen Bamberg: Ach, du dickes B!

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