Wenigstens Super-Mario hat einen Titel

Mario Gomez  hat sich die Torjägerkrone aufgesetzt. Nach einer schwierigen ersten Saison ist  der Rekordeinkauf des FC Bayern München endlich angekommen.
| dpa
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Mario Gomez - eine Kanone für den Torschützen vom Dienst.
firo/augenklick Mario Gomez - eine Kanone für den Torschützen vom Dienst.

Keiner traf so gut wie er: Mario Gomez hat sich zum ersten Mal die Torjägerkrone in der Fußball-Bundesliga aufgesetzt. Nach einer schwierigen ersten Saison ist Bayerns Rekordeinkauf endlich angekommen – 28 Saisontreffer sprechen eine deutliche Sprache.

München – Traumpass Arjen Robben – und dann war Mario Gomez wieder einmal zur Stelle. Standesgemäß unterstrich der deutsche Fußball-Nationalstürmer vom FC Bayern München auch am Samstag beim 2:1 (1:1) gegen seinen Ex-Club VfB Stuttgart und vor der Ehrung zum Torschützenkönig seine Extraklasse in der nun abgelaufenen Bundesliga-Saison. 28 Saisontreffer, insgesamt 39 Tore in 45 Pflichtspielen.

Zum ersten Mal krönte sich Bayerns Rekordeinkauf zum besten Liga-„Bomber“, der kurz vor dem Schlusspfiff bei seiner Auswechslung einen Riesen-Applaus der Fans für eine starke Spielzeit genießen durfte.

Dabei hatte die Saison für den unter Ex-Trainer Louis van Gaal lange Zeit verschmähten Gomez alles andere als gut begonnen. Nur als „Joker“ durfte der Nationalstürmer in der Anfangsphase ran. Dass es dann auf einmal wie am Schnürchen lief, „war nicht so vorauszusehen“, wie der Angreifer auch selbst dieser Tage einräumte. Fast wäre er schon zum FC Liverpool geflohen, aber die Bayern-Bosse glaubten an ihn. „Jetzt bin ich sehr froh und glücklich, dass ich damals nicht für ein Jahr woanders hin bin“, gestand der 25-Jährige.

Schon zweimal (2007/08 und 2008/09) hatte er seine Hand vergeblich nach der Kanone ausgestreckt – diesmal reichte es. Gomez ließ sich trotz eines schwierigen ersten Jahres und eines keineswegs einfachen Saisonstarts – auch zur Freude von Bundestrainer Joachim Löw – nicht hängen.

„Das Wichtigste ist, nie aufzugeben“, meinte der nun 101-fache Liga-Torschütze, der anfänglich arge Probleme mit dem Bayern-System mit nur einer Spitze hatte. Aber letztlich reifte der für rund 30 Millionen Euro gekaufte Stürmer daran, verbuchte „einen großen persönlichen Fortschritt“ und fühlt sich nun „als Spieler kompletter“.

„Er ist ein richtig guter Stürmer auf Spitzenniveau geworden“, lobte auch Interimscoach Andries Jonker. Bei seinem Wechsel vom VfB sei er „nur ein Torjäger“ gewesen, nun sei er auch „ballfest“. Gomez nähert sich der Weltspitze. In der Champions League traf er achtmal, nur Barcelonas Superstar Lionel Messi (11 Tore) war noch erfolgreicher.

Und im Nationalteam spielt Gomez „bei den Zukunftsplanungen eine wichtige Rolle“, wie Löw betonte. Aber dort sind die Rollen noch anders verteilt. Denn hier hat der am Samstag sehr fleißige, aber unglückliche Miroslav Klose noch die Nase vorn. Noch. Klose war am Samstag vor 69.000 Zuschauern in seinem vielleicht letzten Bayern-Pflichteinsatz sehr fleißig, aber agierte unglücklich.

Auch Gomez fand gegen den ehemaligen Verein erst langsam ins Spiel. Lange war von ihm nichts zu sehen, ehe er in Torjäger-Manier in der 37. Minute den 1:1-Ausgleich erzielte. Und fast wäre ihm in der 80. Minute noch Tor Nummer 29 geglückt: Ein von Gomez' Körpermitte schmerzhaft berührter Ball sprang an die Latte.

Wenigstens ein Münchner durfte damit am Ende einer schwierigen Saison noch einen Titel verbuchen. Erst wenn er die Torjägerkanone in den Händen halte, werde er sich überlegen, wo er die begehrte Trophäe zu Hause hinstelle, hatte Gomez vor der Partie betont. Seit Samstagnachmittag kann er nun einen Platz suchen.

 

 

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