Wegen Robben: Bayern bitten Holland zur Kasse

Bayern München fordert vom niederländischen Fußball-Verband die Lohnfortzahlung für den verletzten Arjen Robben. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge macht sich zudem für eine generelle Versicherung von Nationalspielern durch die FIFA bzw. UEFA stark.
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„Wir sollten nur noch auf den FC Bayern schauen und siegen“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.
dpa „Wir sollten nur noch auf den FC Bayern schauen und siegen“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

MÜNCHEN - Bayern München fordert vom niederländischen Fußball-Verband die Lohnfortzahlung für den verletzten Arjen Robben. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge macht sich zudem für eine generelle Versicherung von Nationalspielern durch die FIFA bzw. UEFA stark.

Der FC Bayern München pocht im Streit um die Lohnfortzahlung für den verletzten Holland-Star Arjen Robben unbeirrt auf Entschädigung und fordert von den Dachverbänden FIFA und UEFA eine umfassende Reform. „Unser Ziel ist es, dass der holländische Verband Robbens Gehalt für die Verletzungszeit übernimmt“, erklärte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Mittwoch.

Er verlangt zudem, dass Nationalspieler bei Welt- und Europameisterschaften von der FIFA bzw. dem europäischen Verband UEFA versichert werden. „Die Clubs zahlen ihre Spieler, haben aber nichts zu melden“, klagte der Bayern-Chef, „wenn ich sage, was Robben uns während der WM gekostet hat, dann würden einige Herren bei der FIFA Schwindelanfälle bekommen“. Die Kompensationszahlung der FIFA in Höhe von 58 500 Euro für Robbens WM-Teilnahme sei zu wenig.

Nach Informationen der „Sport Bild“ (Mittwoch) hat der deutsche Meister und Pokalsieger dem 26-Jährigen vertraglich zugesichert, ihm im Verletzungsfall drei Monate lang das volle Gehalt zu zahlen. Robben, der wegen eines Muskelrisses im linken Oberschenkel mindestens zwei Monate ausfällt, soll täglich fast 11 000 Euro erhalten. Bei einem Ausfall von acht Wochen würde sich der Betrag auf 613 700 Euro summieren.

Mit ihren Forderungen stehen die Bayern in der Bundesliga nicht allein. „Wir unterstützen das Vorpreschen zu 100 Prozent, denn wir haben momentan eine unbefriedigende Situation. Ich glaube, da muss etwas kommen, vor allem bei Turnieren“, sagte Dieter Hoeneß, Manager des VfL Wolfsburg, der Nachrichtenagentur dpa. Allerdings räumt er dem Vorstoß wenig Erfolgschancen ein. „Ich weiß nicht, ob sich die FIFA dazu durchringen kann, denn die nationalen Verbände sind finanziell unterschiedlich aufgestellt“, meinte Hoeneß. Wolfsburg hatte für die WM neun Nationalspieler aus aller Welt und damit das zweithöchste Kontingent nach den Bayern (11) abgestellt.

Ähnlich sieht es Schalke-Trainer Felix Magath. „Wenn man will, kann man die Problematik lösen. Nur scheint keiner daran ein Interesse zu haben“, sagte er der „Sport Bild“. Es sei „ein Unding, was sich die Verbände erlauben. Andere bezahlen die Spieler, und sie bestimmen, das passt nicht zusammen.“

Rückendeckung erhalten die Vereine von Theo Zwanziger. „Kein System ist so gut, dass man es nicht immer wieder verbessern könnte“, sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dem Blatt. Die Arbeitgeber der Spieler seien die Clubs und nicht die Nationalverbände, so Zwanziger, „hier nun einen gerechten und fairen Ausgleich herbeizuführen, ist immer wieder nötig“.

Der DFB-Chef appellierte an FIFA und UEFA: „Versicherungslösungen, die einige Nationalverbände vielleicht nicht oder nicht ausreichend genug abgeschlossen haben, zentral zu organisieren, halte ich für sinnvoll und gerecht.“ In Deutschland gibt es für Fälle wie Robben seit einigen Jahren eine sehr hochwertige, im Grundlagenvertrag verankerte Versicherung. Auslöser war die schwere Verletzung von Sebastian Deisler im Länderspiel gegen Österreich vor der WM 2002.

Da Robben seine Verletzung kurz vor der WM bei einem Testspiel der „Oranjes“ gegen Ungarn erlitten hatte, wollen die Bayern den Nationalverband KNVB zur Kasse bitten. Seit Montag liegt dem Rekordmeister eine Kernspinaufnahme vor, die einen Tag nach der Verletzung des Turbo-Stürmers aufgenommen wurde. „Jetzt haben wir den Beweis, dass der Muskelriss vor der Weltmeisterschaft passiert ist. Er hätte mit der Verletzung nie bei der WM spielen dürfen“, schimpfte Rummenigge.

dpa

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