Wann kehrt Kompany zurück? Weitere Untersuchungen beim Trainer des FC Bayern

Der Cheftrainer des FC Bayern fällt weiter aus nach seinem Zusammenbruch, eine genaue Diagnose steht aus. Kehrt der 40-Jährige erst nach der Länderspielpause zurück?
Maximilian Koch |
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Weiter in der Klinik: Bayern-Trainer Vincent Kompany.
Weiter in der Klinik: Bayern-Trainer Vincent Kompany. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Vincent Kompany als Workaholic zu bezeichnen, wäre definitiv eine Untertreibung. Der Trainer des FC Bayern arbeitet oft zwischen 16 und 18 Stunden am Tag, an der Säbener Straße ist er morgens meist der Erste. Und abends der Letzte, der geht. Das zehrt an den Kräften. Seine Frau und die drei Kinder sieht der Belgier unter der Woche nur selten. Doch das ist genau die Arbeitsmoral, die Kompany von seinen Eltern vorgelebt bekommen hat: Mehr machen als andere, um erfolgreich zu sein.

Kompany ist als Arbeitstier bekannt.
Kompany ist als Arbeitstier bekannt. © IMAGO/Ulrich Hufnagel

Zusammenbruch nach Virusinfektion

Vor zwei Wochen sagte der Körper des 40-Jährigen nun: Stop! Kompany litt unter einer Virusinfektion, coachte trotzdem noch das Spiel gegen den FC Arsenal und brach dann am Freitag beim Training der U23 zusammen. Die genaue Ursache ist weiter unklar, Kompany liegt noch immer im Krankenhaus. Ein einfacher Schwächeanfall soll es dem Vernehmen nach nicht gewesen sein. Co-Trainer Aaron Danks ersetzt ihn auch beim Pokalspiel gegen den 1. FC Magdeburg am Mittwoch (20.45 Uhr).

Danks hält Kontakt zum Chefcoach

"Er ist in guter Stimmung. Es sieht so aus, dass es jeden Tag besser wird", sagte Danks nach einem Besuch beim Chefcoach. Wann Kompany die Klinik verlassen kann, ist offen. Weitere Untersuchungen stehen an. Es gebe "keine großen Prognosen", wie es nach dem Zusammenbruch weitergehe, berichtete Danks. "Er ist sehr ruhig und bekommt alle Zeit, sich zu erholen", sagte Danks, der das Team souverän betreut. "Wir haben gute Gespräche geführt. Aber die hatten nichts mit Fußball oder Taktik zu tun. Er hat gefragt, wie es uns geht."

Co-Trainer Aaron Danks vertritt Kompany.
Co-Trainer Aaron Danks vertritt Kompany. © IMAGO/Hendrik Hamelau

Extreme Emotionen beim FC Bayern

Beim FC Bayern erleben sie aktuell die ganze Bandbreite an Emotionen. "Man sieht die Extreme, die das Leben zu bieten hat. Die große Freude, die Harry gestern erlebt hat. Und die Momente, die wir in den letzten Wochen hatten", sagte Danks mit Blick auf den Gewinn des Ballon d'Or durch Torjäger Kane und die schwierigen Momente mit Kompany oder auch einem Todesfall im engsten Familienkreis von Nationalmannschafts-Kapitän Joshua Kimmich.

Angespannte Personalsituation vor Magdeburg und Dortmund

Der 31-Jährige fehlt gegen Magdeburg noch, er könnte aber womöglich beim Bundesliga-Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag in der Allianz Arena wieder dabei sein. "Wir erwarten, dass er diese Woche zurückkehren wird", sagte Danks über Kimmich. Für Torwart Manuel Neuer (Fußverletzung) und Jamal Musiala (Reha nach Muskelverletzung) kommt das Magdeburg-Spiel noch zu früh. Genauso wie für Kompany.

Die Fans stehen an Kompanys Seite.
Die Fans stehen an Kompanys Seite. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Hoffen auf Kompanys Rückkehr

Beim Cheftrainer hoffen die Münchner, dass er nach der Länderspielpause am 20. November im Heimspiel gegen den 1. FC Köln wieder an der Seitenlinie stehen könnte. Zuvor wird Danks das Team in den Partien gegen Magdeburg, Dortmund, bei Atlético Madrid (3. November) und in Mainz (7. November) coachen. Danach reisen die Spieler zu ihren Nationalteams. Kompany soll alle Zeit bekommen, um wieder fit zu werden.

Sammer fordert besseren Schutz für Trainer

Die Belastung für ihn war in den vergangenen Jahren extrem hoch - wie generell für Trainer auf Topniveau. Man müsse Kompany und Co. "besser schützen", meinte Matthias Sammer bei "Sammer & Basile - der Hagedorn-Talk" von RTL/Sky. Der Trainer sei "keine Respektsperson mehr", ergänzte Sammer: "In England heißt er Boss, in Brasilien Professor, in Italien ist es Mister - und ich habe immer gesagt: Bei uns ist er der Volltrottel."

Gegen Dortmund wieder dabei? Joshua Kimmich.
Gegen Dortmund wieder dabei? Joshua Kimmich. © IMAGO

Kritik an öffentlicher Anteilnahme

Die Anteilnahme, die Kompany seit seiner Einlieferung ins Krankenhaus am vergangenen Freitag erhalte, "ekelt mich ein Stück weit an", sagte Sammer weiter: "Auch Menschen wie Kompany, wie Niko Kovac, wie Jürgen Klopp: Das sind Menschen, die sind verletzlich und können mal krank werden. Aber wir tun gerade so, dass das eigentlich gar nicht geht. Dann sind wir betroffen."

Wünsche für Kompanys Genesung

Man arbeite sich "zu sehr an Trainern ab" und sei dann "plötzlich echauffiert, dass da mal einer umkippen kann." Kompany wünsche er jedenfalls "alles Gute", sagte der 59-Jährige, "dass er so schnell wie möglich gesund wird, dass er regeneriert und eine Zukunft hat, um seinen Beruf auszuüben". Das wünschen sich alle beim FC Bayern.

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