Vor Klassiker gegen BVB: Kimmichs Vater beigesetzt – Hoeneß und Freund trauern mit

Der Dienstag war erneut ein ganz schwieriger Tag für die gesamte Familie Kimmich. Laut einer im "Schwarzwälder Bote" veröffentlichten Traueranzeige der Familie wurde am Dienstagnachmittag in der Bösinger Kirche St. Wendelinus ein Requiem für Berthold Kimmich (†57) abgehalten und anschließend auf dem Friedhof beigesetzt. Mit vor Ort als Zeichen der Anteilnahme des FC Bayern: Vereinspatron und Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Christoph Freund. Der Vater von Joshua Kimmich war am 20. Oktober, am Tag vor dem Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen den FC Arsenal, überraschend verstorben.
Trauer in Bösingen und Anteilnahme aus der Gemeinde
Laut "Stuttgarter Nachrichten" sagte Bösingens Bürgermeister Peter Schuster: "Dass Berthold Kimmich plötzlich verstorben ist, ist schwer zu begreifen und berührt uns in besonderer Weise. Man kennt und schätzt ihn und seine Familie; die Begegnungen mit Herrn Kimmich bleiben gerade in diesen Tagen in lebendiger Erinnerung. Auch wir, die Gemeinde Bösingen mit unserem Gemeinderat, sind aus Verbundenheit in Gedanken bei seiner Familie, Angehörigen und Menschen, die ihm nahestanden."
Kimmich erhielt von seinem Arbeitgeber alle Zeit, diesen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Die Partien gegen Arsenal, am Sonntag in Freiburg (3:1) und am Mittwoch im DFB-Pokal gegen den 1. FC Magdeburg (6:1) fanden ohne den Vize-Kapitän statt. Am Donnerstag kehrte der 31-Jährige erstmals wieder an die Säbener Straße zurück. Am Freitag nahm Kimmich erstmals seit zehn Tagen wieder am Training teil. Schwere Schritte zurück zu altbekannter Leichtigkeit – im besten Sinne. Die Kabine, seine zweite, die andere Familie, soll ihn nun auffangen und möglichst viel Normalität bieten. Training, Besprechungen, Physiotherapie, Tageshotel, Spiel. Kommt der deutsche Clásico, das stets hitzige Duell zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund am Samstag in der Allianz Arena (18.30 Uhr, Sky) als Comeback-Zeitpunkt für den Mittelfeldspieler infrage?

Rückkehr an die Säbener Straße und die Frage nach dem Comeback
"Ich habe mit ihm Kontakt gehabt", berichtete Sportvorstand Max Eberl am Freitagvormittag an der Säbener Straße und erklärte voller Mitgefühl: "Das Leben ist anders für ihn jetzt, da brauchen wir keinen Hehl draus zu machen. Wir werden ihm alle Unterstützung geben. Wir leben das und labern nicht nur. Wenn Jo sich bereit fühlt, wieder einzutauchen, dann kann es passen oder nicht. Wenn er in den neuen Alltag eintaucht und sich bereit fühlt. Das wird er zusammen mit dem Trainerstab entscheiden."Es gibt zwei Möglichkeiten: Kimmich, in Abwesenheit von Kapitän Manuel Neuer (Sehnenreizung im Fuß) dann Kapitän, startet oder er sitzt zunächst auf der Bank. Was spricht für Variante a und was für Variante b?
Kimmich beginnt gegen Dortmund: Wenn der Sechser, der unter der Woche laut Kompany-Vertreter Aaron Danks zwei individuelle Trainingseinheiten absolvierte, sich bereit fühlt, dann könnte er in der Anfangsformation stehen. Danks muss dann entscheiden, ob für Kimmich Linksfuß Tom Bischof (zuletzt mit drei überzeugenden Startelf-Einsätzen hintereinander) oder Aleksandar Pavlovic weichen muss. Letzterer hatte wegen muskulärer Probleme auf den Trip nach Freiburg verzichten müssen, kam gegen Magdeburg für die letzten rund 25 Minuten ins Spiel und wirkte wieder fit. Tendenz: Gegen den BVB würde Danks im Zentrum auf das eingespieltere Duo Kimmich/Pavlovic setzen.
Option Startelf: Das Duo Kimmich/Pavlovic im Zentrum
Kimmich kommt von der Bank: Somit wäre der Führungsspieler als Leitwolf bei der Mannschaft, aber noch nicht gleich wieder im kompletten Fokus der Öffentlichkeit. Kimmich könnte mit einem Kurzeinsatz in der letzten halben Stunde der Mannschaft helfen und sich die nötige Spritzigkeit und Matchpraxis für das Champions-League-Spiel am Dienstag bei Atlético Madrid holen. Somit würde das Tandem Pavlovic/Bischof wie in den letzten beiden Länderspielen unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp gemeinsam im Zentrum agieren.
Über das Trainingscomeback von Kimmich sagte Eberl bei Sky: "Wenn es ihm guttut und er sich fit fühlt, bin ich mir sehr sicher, dass er dem Trainer sagen würde: ,Hey, ich will spielen – egal, ob gegen Dortmund oder in einem anderen Spiel. Ich bin bereit.’ Dann wird das Trainerteam die Situation abwägen und eine Entscheidung treffen."