Vive le Franck!

Superstar Franck Ribéry, beim FC Bayern geliebt, kehrt nach Marseille zurück. Dort will er sich mit den französischen Fans versöhnen.  
| Patrick Strasser
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Bayerns Franzose Franck Ribéry wurde 13.
dpa/Tobias Hase Bayerns Franzose Franck Ribéry wurde 13.

Superstar Franck Ribéry, beim FC Bayern geliebt, kehrt nach Marseille zurück. Dort will er sich mit den französischen Fans versöhnen.

Marseille - Was für eine Adresse: 200, Corniche J.F. Kennedy. Direkt am Meer liegt das Mannschaftshotel „Pullman Palm Beach“, das die Bayern für ihr Viertelfinal-Hinspiel bei Olympique Marseille in der Champions-League (20.45 Uhr, Sat.1 und Sky live) gewählt haben. Einer wird wissen, warum das edle Haus mit Hafenblick so fein ist: Franz Beckenbauer. Hier hat „Monsieur Le Kaiser“, Bayerns Ehrenpräsident, residiert, als er 1990 für ein Jahr Sportdirektor bei Olympique war.

Am Dienstag empfing Franck Ribéry die Reporter im „Amphitheatre“ des Hotels zur Fragerunde. Logisch, dass der 28-Jährige aus Boulogne-sur-Mer im Mittelpunkt stand. Es ist sein Spiel: Ribéry gegen Olympique, für den Klub er ab 2007 zwei Jahre gespielt hatte.

Der Abschied war abrupt: Man hatte den Linksaußen als unverkäuflich tituliert – und für rund 25 Millionen Euro nach München ziehen lassen. Nicht alle Olympique-Fans haben ihm verziehen. „Franck ist bei uns nicht der Spieler, der er bei Bayern ist“, sagt Ex-Bayer Bixente Lizarazu und erinnert an den Skandal bei der WM 2010 in Südafrika. Eine Spielerrevolte samt Streik gegen Trainer Domenech mündete in das blamable Ausscheiden der „Équipe tricolore“ nach der Vorrunde. Ribéry bekam später drei Spiele Sperre im Nationalteam vom Verband aufgebrummt. In Marseille rechnet der Heimkehrer mit Pfiffen.

„Ich verstehe es immer noch nicht“, klagte er in „L'Équipe“, „kaum bin ich in Paris angekommen, habe nicht mal den Fernseher eingeschaltet, schon werde ich kritisiert.“ Daher will er, vor allem bei der EM, die „Achtung der Menschen wiedergewinnen“. Ob es je wieder echte Liebe wird?

Amour toujours – das erlebt er nur bei Bayern. Ribéry weiß das zu schätzen. „In München fühle ich mich zu Hause. Der Verein ist wie eine große Familie für mich. Der Präsident, alle Leute, die Fans, es ist wunderbar“, sagte er in Marseille, „ich bin sehr glücklich und habe auf dem Platz wieder Spaß.“ Mehr noch. Die Leute „sind ehrlich und den Spielern sehr nahe. Sie sind da, wenn man sie braucht. In anderen Clubs hat man das nicht“, sagte Ribéry.

Besonders Uli Hoeneß sei für ihn eine wichtig. „Ich weiß nicht, ob ich ohne ihn noch im Verein wäre. Ich kann mir vorstellen, dass ich hier meine Karriere beende. Es läuft alles bestens, im Leben und auf dem Platz.“ Voilà, ein Münchner Kindl. Inzwischen fühle sich Ribéry „total als Münchner“.

Die zwei Welten des Franck R.: „Es ist ein komisches Gefühl, aber ich bin sehr glücklich, hierher zurückzukehren“, erzählte er, nachdem ihn eine Handvoll Fans am Flughafen begrüßt hatte, „für mich ist Marseille eine gute Stadt. Die Leute leben für den Fußball. Es wird ein schweres Spiel. Dieses Team will gegen uns gewinnen, wird aggressiv spielen. Die Fans sind unglaublich. Wenn ich ein Tor mache, werde ich aus Respekt nicht jubeln.“

Vielleicht gelingt eine kleine Versöhnung mit den Fans in seiner Heimat, auch wenn er seinem Ex-Klub im direkten Duell weh tun muss. „Er ist in einer absoluten Top-Verfassung“, sagte Trainer Jupp Heynckes, „ich wünsche ihm, dass er in diesem Jahr etwas gewinnt.“ Etwas Großes, das aussieht wie eine Vase mit großen Griffen an der Seite.

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