Eberl macht Abgangskandidat beim FC Bayern eine Ansage: "Finanziell und sportlich in der Ehrlichkeit verkehrt"
João Palhinha stand im Testspiel gegen RB Leipzig nicht auf dem Spielbogen. Der Portugiese saß auf der VIP-Tribüne. Neben Serge Gnabry und Harry Kane schaute er sich den 2:1-Sieg des FC Bayern an. Nicht etwa wegen einer Verletzung.
Transfer zu Aston Villa scheiterte zuletzt
"Es gibt Verhandlungen, wo ein Transfer passieren könnte", klärte Sportvorstand Max Eberl nach der Partie in der Mixed-Zone der Allianz Arena auf: "Deswegen wollten wir kein Risiko eingehen." Verständlich: Hätte sich Palhinha auch nur eine kleine Blessur zugezogen, wäre es für den Rekordmeister wohl noch schwerer geworden, den Abräumer zu verkaufen.
Ein Transfer gestaltet sich seit Wochen ohnehin schwer genug. Zuletzt scheiterten Verhandlungen mit Europa-League-Sieger Aston Villa, wie Eberl am Freitag bestätigte. "Mit ihnen werden wir keine Einigung hinbekommen, das funktioniert einfach nicht", so der Niederbayer: "Das liegt auch daran, dass wir nicht in der Situation sind, dann wirklich alles machen zu müssen."
Mit ihnen werden wir keine Einigung hinbekommen, das funktioniert einfach nicht.
Boey durfte sich gegen Leipzig ins Schaufenster stellen
Die Mannschaft um Trainer Unai Emery favorisierte eine Leihe, die Bayern wollen Palhinha bekanntlich verkaufen. Nun scheint es einen neuen Interessenten zu geben, der sich darauf einlässt. "Es ist ein langwieriger Prozess, ohne dass ich irgendetwas verkünden kann", meinte Eberl, der zuversichtlich klang, dass ein Deal in den verbleibenden zwei Wochen (so lange hat das Transferfenster noch geöffnet) über die Bühne geht.
Anders sieht es im Falle der weiteren Abschiedskandidaten Sacha Boey und Bryan Zaragoza aus. Während der Spanier verletzt ist, durfte sich der Franzose nach der Blessur von Konrad Laimer nahezu über die vollen 90 Minuten ins Schaufenster stellen. "Bei Sacha sind die Gespräche noch weniger fortgeschritten", lautete die Wasserstandsmeldung des Bayern-Bosses: "Deswegen haben wir gesagt, er bekommt die Möglichkeit bei uns."

Eberl mit klaren Worten in Richtung Boey
Dass beiden Spielern bei einem Verbleib die Tribüne drohen könnte, ließ Eberl einmal mehr durchklingen: "Sacha hat Qualität, aber wir haben auf der rechten Abwehrseite Laimer und Josip Stanisic. Dann wäre er der Rechtsverteidiger Nummer drei. Das wird keinem gerecht."
Einzig eine Verletzung der beiden Verteidiger könnte die Situation verändern. "Aber Sacha zu behalten, weil Laimer eine Woche ausfällt, ist finanziell und sportlich in der Ehrlichkeit gegenüber dem Jungen verkehrt", wurde der 52-Jährige nochmal deutlich. Mit anderen Worten: Auch für den Franzosen wäre es wohl besser, sich in den kommenden Tagen nochmal intensiv auf Klubsuche zu begeben.

