Trotz Südkurven-Sperre: FC-Bayern-Ultras planen wohl Aktion in der Allianz Arena
Heimlich nicht, aber ziemlich still und leise könnte der FC Bayern am Mittwochabend in der Champions League gegen Union Saint-Gilloise (21 Uhr, DAZN) vorzeitig ins Achtelfinale einziehen und ein wichtiges Etappenziel erreichen.
Nach dem Pyro-Spektakel der Ultras im Heimspiel gegen Sporting Lissabon am 9. Dezember (3:1) verhängte der europäische Fußballverband Uefa für das Duell mit dem belgischen Meister eine Strafe von 50.000 Euro und eine Sperrung der Sektoren 111 bis 114 im Unterrang.

Mehrere Ultras haben laut AZ-Info Karten für andere Blöcke
Weil die Vergabe der Tickets für die Südkurve nicht blockweise erfolgt, darf gar keiner rein. Stattdessen hängt über den Blöcken ein Banner der Ultas mit der Aufschrift: "Gegen Kollektivstrafen, für eine lebendige Fankultur."
Zähneknirschend stornierte der Verein insgesamt 9.336 (!) Karten. "Es ist dem Klub technisch nicht möglich, ausschließlich die 4.800 Tickets für die Blöcke 111 bis 114 gezielt zu stornieren", heißt es in einer FCB-Mitteilung. Die Preise für die stornierten Karten wurden zurückerstattet.
Ob das die Ultras aufählt, trotzdem ins Stadion zu gehen? Nein. Wie die AZ weiß, haben sich mehrere Ultras in anderen Blöcken Karten besorgt. Sie stehen zusammen unter erhöhtem Polizeiaufkommen im Oberrang der Südkurve, haben dort auch einen Schriftzug ausgerollt: "Wir sind immer hier, die Kurve das sind wir." Mit Trommeln und Vorsänger stimmen sie Gesänge an. Wie das die Uefa wohl findet?
Klar ist, dass zahlreiche Bayern-Fans, die mit der konzertierten Pyro-Aktion im Dezember nichts zu tun hatten, ziemlich enttäuscht waren, dass sie nicht ins Stadion können.
Blocksperre in der Champions League: Südkurve mit Statement
Einige ließen ihren Frust über die Ultras in den sozialen Medien aus. Daraufhin meldete sich die Südkurve mit einem offiziellen Statement: "Wir wussten und wissen, dass diese Konsequenzen viele Fans treffen, die keine Verantwortung für unsere Aktion tragen und viele sogar eine andere Meinung dazu haben." Die Aktion hatte laut Südkurve "primär den Zweck, uns nicht der von der Uefa gegen den FC Bayern verhängten Bewährungsstrafe zu beugen, auch wenn dafür Konsequenzen drohen".
Nun folgte die konsequente Ahndung – im Wissen, dass die Bestrafung dann gegen die Belgier im vierten von vier Heimspielen der Ligaphase erfolgt und nicht in einer der wichtigeren K.o.-Runden im weiteren Verlauf. Und überhaupt, so die Kurve in ihrem Statement, sei Pyrotechnik "ein wichtiges Element von Fankultur, das besondere Momente und Atmosphäre schafft".
AZ-Info: Pyro-Aktion der Ultras lässt Aufzüge ausfallen
Aber auch Ärger und Zoff hervorruft. Gegen Lissabon hätte die Aktion noch mehr als Nebel und dicke Luft hervorrufen können. Wie die AZ erfuhr, fielen aufgrund der Pyro-Fackeln Aufzüge in der Allianz Arena aus – ein Sicherheitstool löste die Sicherheitsmaßnahme aus. Mitarbeiter befürchteten darüber hinaus, das Anspringen der Sprinkleranlagen. Die Bosse wurden zwar kurz vor Anpfiff über das Bevorstehende informiert, dennoch hielt Vorstandschef Jan-Christian Dreesen nach der Partie vor den Reportern eine Brandrede.
Dreesen, der einen gutem Draht zu den Ultras pflegt, nannte die Aktion "naturgemäß nicht gut", diese sei "nicht zu akzeptieren". Einige Fans, schimpfte der Bayern-Boss, hätten "eine eigene Definition von Recht. Das ist aber nicht das richtige Recht. Es gibt Regeln, die einzuhalten sind. Und deswegen hat das da nichts zu suchen." Vereinspatron Uli Hoeneß, über all die Jahre in einer On-Off-Beziehung zu den Ultras, nennt sie gerne die "zwei-, dreitausend aktiven Unruhestifter", die ihn immer wieder "wahnsinnig machen".

