Thomas Müller spielt gegen den 1.FC Köln - Aber in den wichtigen Spielen sitzt Müller nur noch auf der Bank

In den wichtigen Spielen sitzt Bayerns Stürmer nur auf der Bank, darf meist nur in der Liga ran. Breitner sagt: „Er muss sich runterfahren“
| Patrick Strasser
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Zuletzt gegen Schalke auf der Bank: Thomas Müller.
sampics/Augenklick Zuletzt gegen Schalke auf der Bank: Thomas Müller.

In den wichtigen Spielen sitzt Bayerns Stürmer nur auf der Bank, darf meist nur in der Liga ran. Breitner sagt: "Er muss sich runterfahren"

München - Eines hat Carlo Ancelotti in seinen rund acht Monaten in München gelernt. Spielt Thomas Müller, ist Thomas Müller hinterher Thema. Stellt der Trainer Müller nicht auf, ist das hinterher erst recht Thema. Alles Müller, tutto Thomas. Kein Schicksal eines Profis in Ancelottis Kader bewegt Fans und Medien derart intensiv. Müller zieht immer.

Aber Müller trifft nimmer. Nicht mehr so häufig wie früher. Dass der 27-jährige Weilheimer unter Ancelotti auch nicht immer spielt wie einst von Louis van Gaal propagiert, hat andere Gründe. Müller, der Raumdeuter, einer der unorthodoxesten Fußballer, fand zuletzt die richtigen Räume nicht mehr. Und so sitzt er bei Ancelotti oft auf der Bank.

In jedem Ligaspiel in der Startelf

Nicht so diesen Samstag wenn es beim 1. FC Köln (15.30 Uhr, Sky live, AZ-Liveticker) um die Verteidigung des Vorsprungs an der Tabellenspitze vor RB Leipzig geht. Dann darf Müller ran. In jedem Ligaspiel 2017 stand er in der Startelf. Einsätze von Beginn an in K.o.-Spielen: null.

Einsatz-Minuten in der Champions League gegen den FC Arsenal (5:1) sowie den Pokal-Duellen mit Wolfsburg (1:0) und Schalke (3:0): vier – insgesamt! Der Trend ist klar: Für Ancelotti ist Müller der Mann für die Liga, ein Alltags-Müller. Wenn es wirklich wichtig wird, vertraut sein Coach in der Rolle als Zehner und Zulieferer von Robert Lewandowski dem Spanier Thiago.

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"Müller keine Alternative zu Tiago"

"Müller ist keine Alternative zu Thiago. Thomas ist ein guter Spieler, er kann auch mit Thiago zusammen spielen. Da gibt es keine Probleme." Sagte Ancelotti. Als beide zuletzt zusammen spielten, gab es ein 8:0 gegen den Hamburger SV. Müller war der Mann des Spiels, bereitet fünf Treffer vor.

Doch beim 2:0 in Ingolstadt und beim 1:1 in Berlin, als sich die Bayern mit späten Toren retteten, war das Spiel im Offensiv-Bereich holprig und unrund wie der jeweilige Rasen. Natürlich verteidigt Ancelotti Weltmeister Müller, wann immer er auf ihn angesprochen wird. "Er ist immer wichtig, auch wenn er kein Tor erzielt. Seine Persönlichkeit hilft uns."

Andererseits: "Ich kann nur elf Spieler aufstellen." Und wenn es zählt, stellt ein Trainer die elf Besten auf. Dann opfert er Müller. "Das ist ungewohnt für ihn, er will einfach nur spielen, seine Läufe machen und Spaß haben", sagte ARD-Experte Mehmet Scholl. "Ich finde es schade. Thomas ist ein Spieler, der Vertrauen braucht und die Gewissheit, dass er immer spielt." Und die ist weg.

Grübeln - der psychologische Chancentod

Auch deshalb steckt Müller seit Dezember fest – bei nur einem Liga-Treffer. Das nervt. Das nagt. "Egal, wie viele mit ihm sprechen oder wer mit ihm spricht: Nur er selbst kommt aus dieser Situation raus", sagte Bayerns Markenbotschafter Paul Breitner bei "Sport1". "Du kannst ihm zureden, ihn streicheln, ihm zehn Psychologen an die Seite stellen. Er muss sich runterfahren, er muss den Schritt machen, dass er sich sagt: Okay, ist akzeptiert."

Zu viel Grübeln ist des Stürmers ganz persönlicher, psychologischer Chancentod. Der Ex-Kapitän der Bayern weiter: "Logisch, dass ein Thomas Müller oder früher ein Gerd Müller das immer dann macht oder gemacht hat, wenn er sieht, es läuft nicht so. Dann fragt er sich: Was mache ich falsch, was könnte ich ändern? Und es ist wahnsinnig leicht zu sagen, er solle locker bleiben, wenn er jeden Tag in der Öffentlichkeit eins auf die Fresse kriegt." Tore sind die beste Medizin. Wie eh und je.

Hier gibt's den Liveticker von der Ancelotti-Pressekonferen vor dem Kölnspiel zum Nachlesen

Für Köln kündigte Trainer Ancelotti "keine große Rotation" an. "Wir haben nach dem Mittwoch-Spiel gegen Schalke nicht 100 Prozent Energie. Vielleicht können wir nicht so aggressiv sein. Aber einige Spieler sind frisch. Sie können eine Option sein." Müller etwa. Trifft der Torjäger a.D. in Köln mal wieder, wäre es schon sein 93. Liga-Treffer im 248. Einsatz. Damit würde er Giovane Elber, den aktuell Fünften der Klubwertung, überholen.

 

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