"Seine Momente sind schon da": Kommt "Magic Musiala" im Rückspiel gegen Paris wieder?

Lange schonte und schützte ihn Trainer Kompany, doch die Schonfrist für Jamal Musiala ist vorbei. Im Halbfinal-Rückspiel der Königsklasse gegen PSG braucht der FC Bayern die Magie des Spielmachers.
Patrick Strasser |
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Trainer Kompany (l.) braucht im Rückspiel gegen PSG Musialas genialen Momente.
Trainer Kompany (l.) braucht im Rückspiel gegen PSG Musialas genialen Momente. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Feuer und Flamme für das Finale. Jamal Musiala hat was vor am Mittwoch. Das kündigte der Bayern-Profi bereits nach dem Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Paris Saint-Germain, diesem wilden 4:5-Spektakel, auf Instagram an. In einem Post schrieb der 23-Jährige voller Angriffslust mit Blick auf das Rückspiel: "Wir sind noch nicht fertig."

Kann Musiala dem Rückspiel seinen Stempel aufdrücken?

Nein, diese Bayern haben wahrlich noch nicht fertig. Und Musiala gar nicht erst so richtig wieder angefangen. Vor dem zweiten Duell am Mittwoch in der Allianz Arena (21 Uhr, DAZN) rückt der DFB-Nationalspieler ganz besonders ins Scheinwerferlicht, unters Brennglas der Beobachter.

Auf ihn, auf seine Kreativität, auf seine Ideen wird es ankommen. Zehn Monate nach seiner schweren Verletzung, der Sprunggelenksluxation und Fraktur des Wadenbeins im Viertelfinale der Klub-WM in den USA am 5. Juli 2025 gegen PSG (0:2).

Jamal Musiala zog sich beim Klub-WM-Spiel des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain eine schlimme Verletzung zu.
Jamal Musiala zog sich beim Klub-WM-Spiel des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain eine schlimme Verletzung zu. © imago/Icon Sportswire

Laut Trainer Vincent Kompany ging Musiala in der quälenden, monatelangen Zeit der Reha durch einen "dunklen Tunnel". Jetzt strahlt er wieder. Kann er auch glänzen?

Musiala im Hinspiel im Schatten seiner Kollegen, Anteil an zwischenzeitlichem 1:2-Rückstand

Im so atemberaubenden Hinspiel von Paris konnte Musiala nicht überzeugen, stand im Schatten von Bayerns Offensiv-Akteuren Luis Díaz und Michael Olise, die wie Mittelstürmer Harry Kane jeweils einen Treffer beisteuerten. Auf Seiten der Gastgeber glänzte vor allem das magische Dreieck Ousmane Dembélé (zwei Tore, eine Vorlage), Khvicha Kvaratskhelia (zwei Tore) und Désiré Doué (zwei Vorlagen).

Musiala (r., hinter Harry Kane) fiel leistungstechnisch neben seinen Kollegen beim 4:5-Spektakel in Paris ab.
Musiala (r., hinter Harry Kane) fiel leistungstechnisch neben seinen Kollegen beim 4:5-Spektakel in Paris ab. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Und Musiala? Er fightete, doch das Spiel lief an ihm vorbei. Verlorene Bälle, gescheiterte Dribblings, falsche Entscheidungen. Keine große Szene, keine Torbeteiligung. Nur indirekt – jedoch bei der 2:1-Führung von PSG, als ihm im eigenen Strafraum Gegenspieler Joao Neves entwischte und den Ball per Kopf in die lange Ecke setzte.

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Kompany: "Seine Momente sind schon da", zuvor aufsteigende Form

Dabei hatte Musiala in den anderen sieben Pflichtspielen im April aufsteigende Form gezeigt: Zwei Tore, vier weitere Treffer bereitete vor. Die Genialität in seinem Spiel, diese schlangenartigen Bewegungen in den Dribblings, dieses einmalige Gespür auf dem Platz für Raum und Zeit blitzen immer öfter pro Spiel auf. Im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid (4:3) servierte er Díaz den wegweisenden Treffer zum 3:3 per Hacke.

Glänzte im Champions-League-Viertelfinalrückspiel gegen Real Madrid mit einer Vorlage: Bayern-Superstar Jamals Musiala (im Zweikampf mit Kumpel Jude Bellingham).
Glänzte im Champions-League-Viertelfinalrückspiel gegen Real Madrid mit einer Vorlage: Bayern-Superstar Jamals Musiala (im Zweikampf mit Kumpel Jude Bellingham). © Tom Weller/dpa

Solch einen Moment hatte sein Trainer zuvor heraufbeschworen. "Laufen und Pressen, Zweikämpfe gewinnen kann er. Es gibt nur die Frage: Wann kommt der Magic Musiala wieder?" Die Antwort gab Kompany selbst: "Seine Momente sind schon da."

Musiala muss seinem Trainer das Vertrauen zurückzahlen

Bei einem, der seine Worte so bewusst und derart sensibel wählt, wie Vincent Kompany muss man zwischen den Zeilen lesen, seine Mimik studieren. Denn trotz all des Lobes, der Aufmunterung und den hoffnungsvollen Worten für Musiala steckte eine Aufforderung in des Trainers Worten. Jetzt aber, bitte! In diesem Rückspiel kommt es auf die Künste des Zehners an, es wird die ultimative Prüfung für den Spielmacher. Nun soll er liefern.

Während der diffizilen Reha hatte ihn Kompany aufgebaut, ihm alle Zeit gelassen. Das Wort Druck im Zusammenhang mit Musiala wollte er seit den ersten Comeback-Schritten im Januar partout nicht hören. Mit dem Rückschlag Mitte März, hervorgerufen durch die Schmerzreaktion am operierten linken Fuß, startete die Schonfrist erneut. Musiala verpasste drei Spiele, musste das lang ersehnte Comeback in der Nationalmannschaft nach genau einem Jahr Pause schweren Herzens aufschieben. Zahlt Musiala seinem so geduldigen Coach gegen PSG nun alles zurück?

Matthäus: "Wieder dahin kommen, wo er einmal war"

"Er war einer der besten Spieler der Welt", sagte DFB-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus zuletzt bei Sky über den Musiala vor der Verletzung. "Und das erwarten wir halt wieder, aber das geht nicht so schnell." Der 65-jährige Ex-Bayer weiter: "Ich glaube, dass Musiala in den nächsten Wochen wieder dahin kommt, wo er einmal war – er wird es vielleicht nicht sofort zeigen."

Müsste er jedoch. Am Mittwoch wäre ein ganz günstiger Termin dafür. Au point, punktgenau, würde der Franzose sagen.

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