Schweinsteiger: Zurück in der Chefrolle

Nicht nur wegen seiner beiden Tore in Basel hat Bastian Schweinsteiger seine Kritiker widerlegt. Er motiviert die Kollegen – und gibt auch zu: „Ohne WM würde es uns besser gehen“.
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Gegen Basel war Bastian Schweinsteiger der Matchwinner für die Bayern
www.missaniela.com Gegen Basel war Bastian Schweinsteiger der Matchwinner für die Bayern

BASEL - Nicht nur wegen seiner beiden Tore in Basel hat Bastian Schweinsteiger seine Kritiker widerlegt. Er motiviert die Kollegen – und gibt auch zu: „Ohne WM würde es uns besser gehen“.

Ganz kurz wirkte es so, als ob Bastian Schweinsteiger sich nicht sicher war, wo er hinschauen sollte. Dann streckte er sein Kreuz durch und lief eiligen Schrittes mit erhobenen Kopf durch die Katakomben des Basler Joggelis zum Mannschaftsbus. Vorbei an allen Reportern, die auf ihn warteten. Der Matchwinner, der den Bayern mit seinen zwei Treffern den 2:1-Sieg in Basel gerettet hatte im zweiten Gruppenspiel der Champions League, wollte nichts mehr sagen.

Am Sonntag, am Tag nach dem 1:2 gegen Mainz, hatte den Nationalspieler ein Kommentar in einer Zeitung verärgert. Die Bayern-Kicker sollten sich schämen wegen ihrer Leistung gegen Mainz, hieß es da. Auch von Überheblichkeit war da zu lesen gewesen. Schweinsteiger weiß, dass auch er gegen Mainz nicht gut gespielt hat, aber der Kommentar hatte ihn nachhaltig verärgert. Und so schwieg er. Seinen einzigen Kommentar gab er direkt nach der Partie ab. „Wir spielen immer besser als der Gegner. Nur wir schaffen es nicht, die Ergebnisse einzufahren. Uns fehlen die Tore. Ohne WM würde es uns besser gehen, aber wir müssen uns jetzt durchbeißen“, sagte er zu „Sky“-Reporter Dieter Nickles.

Das musste reichen. Auch später, beim Mitternachtsbankett, verweigerte der stolze Schweinsteiger jegliche Aussage.

Die richtige Reaktion auf die Kritiker, zu denen auch Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gehörte, der von allen Nationalspielern bei Bayern eine deutliche Leistungssteigerung verlangt hatte, hatte Schweinsteiger zuvor dafür auf dem Platz gezeigt. Gerade als man fast schon glauben musste, dass Schweinsteiger immer nur in den Jahren vor großen Turnieren mit richtig guten Spielen begeistert, bewies er in Basel Führungsqualitäten. Nach dem frühen Gegentor war Schweinsteiger sofort zu den Kollegen gerannt, um sie aufzumuntern. Wie in bester Oliver-Kahn-Immer-weiter-Manier trieb er die Kollegen an.

Zwar hatte auch er dann zunächst Schwierigkeiten, ins Spiel zurückzufinden, doch auch in dieser Phase holte er sich die Bälle sogar in der eigenen Abwehr ab, um dann die Kollegen nach vorne zu treiben.

Nach dem Wechsel zog van Gaal ihn vor auf die Spielmacher-Position – und belebte so das Bayern-Spiel. Und dann traf Schweinsteiger erst cool per Elfmeter – und stand dann in der Schlussminute bei Badstubers Freistoß goldrichtig, kickte den Ball aus kurzer Entfernung zum Siegtreffer ins Netz. Eine Leistungsexplosion zum richtigen Zeitpunkt. „Das war typisch, dass Schweinsteiger das Tor macht, weil er mental sehr stark ist“, erkannte der enttäuschte Basel-Coach Thorsten Fink. In seinem 49. Champions-League-Spiel war der stolze Herr Schweinsteiger endlich wieder der Boss auf dem Platz.

Filippo Cataldo

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