"Wir sind zufrieden": Musiala tankt Selbstvertrauen vor Crunchtime

FC-Bayern-Superstar Jamal Musiala überzeugt bei seinem ersten Einsatz über 90 Minuten seit knapp einem Jahr mit eigenem Torerfolg. Zum Schluss darf er sogar die Kapitänsbinde übernehmen und zeigt vor der entscheidenden Saisonphase wieder Ansätze seines einmaligen Könnens.
Patrick Strasser |
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Jamal Musiala trifft zum 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach.
Jamal Musiala trifft zum 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach. © IMAGO/DeFodi.de

Neues Ziel, neues Glück? Erstmals in der so ereignisreichen Europapokal-Historie des FC Bayern hieß das Ziel von Mannschaft und Delegation am Montagnachmittag Bergamo, genauer gesagt: der kleine Flughafen Bergamo Orio al Serio, fünf Kilometer südöstlich der 120.000-Einwohner-Stadt in der Lombardei.

Crunchtime für FC Bayern beginnt, Kane gegen "La Dea" wieder dabei

Nun, nach 38 Pflichtspielen in dieser Saison, wird's wirklich ernst für die Bayern: Am Dienstag (21 Uhr, Prime Video) startet auch für die Münchner die K.o.-Runde der Champions League. Mit dem Achtelfinal-Hinspiel bei Atalanta Bergamo, das im Februar in den Playoffs Borussia Dortmund eliminiert hat. In Italien wird Atalanta die Göttin, italienisch "La Dea", genannt. In der griechischen Mythologie verkörpert Atalanta eine schnelle, starke Jägerin.

Gegen die Göttin können die Bayern wieder auf ihren (Torschützen-) König setzen, auf King Kane. Mittelstürmer Harry Kane hat die kleine Blessur, einen Schlag auf die Wade, auskuriert. In seinen 33 Champions-League-Partien im Bayern-Dress war der Brite an ebenso vielen Treffern direkt beteiligt (27 Tore, sechs Assists) – Rekord seit Beginn der Saison 2023/24. Dagegen fehlt der Methusalem der Münchner, Kapitän und Torhüter Manuel Neuer (39), der sich erneut einen – diesmal laut Verein kleinen – Muskelfaserriss zugezogen hat. Viele Augen und viel Verantwortung lasten auf den Schultern von Stellvertreter Jonas Urbig (22). Hoffnungen und Sehnsüchte sind dagegen mit einem anderen Profi des Bayern-Kaders verbunden: Mit Jamal Musiala.

"So kleine Momente": Elfmetertor und Kapitänsbinde bringen Selbstvertrauen für Musiala

Beim 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach hatte der Spielmacher, seit Saisonbeginn symbolkräftig mit der Rückennummer zehn ausgestattet, erstmals seit knapp einem Jahr eine Partie über die volle Distanz bestritten. "Mit solchen Spielen kommt man in den Rhythmus rein", meinte Musiala. Er sei zwar "ein bisschen müde", gestand der 23-Jährige am Freitagabend, "aber es fühlt sich gut an". Hauptsache, der Fuß hält. Der Kopf gewinnt mehr und mehr Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit seines Körpers.

Die monatelange Pause nach seinem dramatischen Wadenbeinbruch samt Sprunggelenksluxation, zugezogen im Juli letzten Jahres bei der Klub-WM in den USA, und die quälende Zeit der Reha hatten Musiala zugesetzt. Im Dezember (erste Trainingseinheiten mit der Mannschaft) bzw. Januar (erste Einsätze) wurde der Spielmacher nach einem genauen Plan behutsam aufgebaut, so dass er nun - peu à peu - an seine alte Form, samt der Selbstverständlichkeit am Ball und in den Dribblings herankommt. Noch fehlt etwas die Bindung zu den Mitspielern, der Flow. In einzelnen Momenten blitzt Musialas fantastisches Können bereits wieder auf.

Es sei eben "nicht ganz so leicht, wieder in den Tritt zu kommen", sagte Sportvorstand Max Eberl, der sich ganz besonders freute über "so kleine Momente, die Jamal einfach guttun". Etwa der Elfmeter, den Musiala in Abwesenheit von Elferkönig Kane zum 3:0 souverän verwandelt hatte. Und die Kapitänsbinde, die ihm Kapitän Joshua Kimmich in der Schlussphase – symbolisch, symbolisch! - überreicht hatte. "Ich weiß nicht, wieso Jo sie mir gegeben hat, ich habe eher an Leon gedacht", sagte der Nachwuchschef über den weitaus erfahreneren Goretzka (31). Dankbar meinte Musiala: "Es ist eine große Verantwortung. Ich nehme das an und bin richtig happy darüber."

Jamal Musiala jubelt über sein erstes Bundesliga-Tor seit fast einem Jahr.
Jamal Musiala jubelt über sein erstes Bundesliga-Tor seit fast einem Jahr. © Harry Langer/dpa

Weiterhin Schonfrist, Vorfreude auf "den besten Jamal Musiala"

Der Verein und insbesondere Trainer Vincent Kompany halten weiterhin schützende Hände über ihr "Bambi", so immer noch der interne Spitzname Musialas. "Dass er schon da ist, wo er ist, das ist einfach überragend. Er soll zufrieden sein, wir sind zufrieden", sagte Kompany und bremste die Erwartungen: "Aber, dass wir anfangen zu reden, was er schon bringen muss, das ist alles Quatsch." Bloß kein Druck – lieber Schonfrist. Andererseits kann es auch der Belgier kaum erwarten, den neuen, alten Musiala wieder zu bewundern. Von ihm werde "noch mehr kommen", denn "irgendwann" hätten alle "den besten Jamal Musiala wieder". Am besten ab dem Viertelfinale der Königsklasse im April. Denn Atalanta soll nur Bayerns Auftakt in die wahre Crunchtime sein.

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