Rummenigges Treffen mit Sprengkraft

Auf Initiative von Karl-Heinz Rummenigge kommen in Frankfurt 15 Klubs zusammen, um die Zukunft des deutschen Fußballs zu diskutieren. Nicht alle Bundesligisten sind dabei. Droht jetzt eine Spaltung?
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Karl-Heinz Rummenigge nimmt an einer Pressekonferenz teil.
Karl-Heinz Rummenigge nimmt an einer Pressekonferenz teil. © Roland Weihrauch/dpa

Frankfurt/München - Die Agenda dieses brisanten Gipfeltreffens ist so umfangreich wie gewichtig. Die Führungskrise im DFB, die Nachfolge von DFL-Boss Christian Seifert, die Verteilung der Medienerlöse sowie der Umgang mit der Corona-Krise - was auch immer den deutschen Profifußball in den vergangenen Wochen und Monaten umgetrieben hat, kommt am Mittwoch auf den Tisch.

Initiator Rummenigge lädt nur 14 Klubs ein

Eine gemeinsame Linie wollen Karl-Heinz Rummenigge und seine 14 Mitstreiter im noblen Frankfurter "Airport Club" finden, doch riskieren sie vielmehr die Spaltung der Bundesliga. Denn nicht jeder ist bei dieser elitären Zusammenkunft erwünscht. So hat Bayern Münchens Vorstandschef Rummenigge als Initiator nur 14 Klubs aus dem Oberhaus sowie den Zweitligisten Hamburger SV an den Frankfurter Flughafen geladen - die Bundesligisten FC Augsburg, Arminia Bielefeld, FSV Mainz 05 und VfB Stuttgart müssen draußen bleiben. Ein Treffen mit Sprengkraft.

Michael Rummenigge: "Sie haben einen kleinen Stuhlkreis gebildet"

Es sind genau die Klubs, die sich zuletzt zusammen mit zehn Zweitligisten in einem Positionspapier für eine Umverteilung der Medieneinnahmen von oben nach unten ausgesprochen hatten. "Sie haben einen kleinen Stuhlkreis gebildet, das fand ich ein wenig bedenkenswert. Deshalb wurden sie wahrscheinlich auch nicht eingeladen", sagte Rummenigges Bruder Michael der ARD. Diese Einladungspolitik darf durchaus als Ohrfeige für die aufmüpfigen Klubs gedeutet werden, sorgt aber für reichlich Kritik und Zündstoff.

Bremens Sportchef Baumann ist irritiert

Es sei "legitim, dass man sich austauscht", aber ein "merkwürdiges Verhalten, wenn Teile der Liga ausgeschlossen" würden, sagte der Mainzer Finanzvorstand Jan Lehmann in der "Frankfurter Rundschau". Und auch der Bremer Sportchef Frank Baumann, der trotz Befürwortung einer Umverteilung eingeladen wurde, monierte im "Kicker": "In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen und im Sinne der Solidarität hätten wir uns gewünscht, dass alle Bundesligisten eingeladen werden."

Verteilung der Mediengelder bleibt Streitthema

Die Verteilung der Mediengelder ist Streitthema Nummer eins im deutschen Fußball. Für die Deutsche Fußball Liga (DFL) geht es darum, 1,1 Milliarden Euro pro Saison an die Klubs weiterzureichen, die internationalen Einnahmen werden wohl bei 250 Millionen Euro liegen. Die Entscheidung über die Aufteilung liegt in den Händen des DFL-Präsidiums um den scheidenden Geschäftsführer Christian Seifert, bis Jahresende soll ein Ergebnis vorliegen - das hindert die Klubs aber nicht daran, über verschiedene Verteilungs-Varianten zu streiten.

"Es muss unser gemeinsames Interesse sein, dass die Fans wieder einen Wettbewerb sehen, bei dem sie nicht schon vorher wissen, wie er ausgeht", sagte Stuttgarts Vorstandschef Thomas Hitzlsperger zuletzt. Die Reformwilligen fordern daher eine weniger erfolgsabhängige Ausschüttung - die "Big Player" wie der FC Bayern haben an einer Umverteilung von oben nach unten aber freilich wenig Interesse.

Es ist nur eine von vielen Zukunftsfragen, über die am Mittwoch diskutiert wird. Auch der Umgang mit der Corona-Krise soll Thema sein, ebenso die Führungskrise im DFB mit dem Machtkampf zwischen Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius sowie die Nachfolge für DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

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