Ribéry, der Filou vom Camp Nou

Vorhang auf für die Franck-Show: In Barcelona spielt Franck Ribéry auf großer Bühne. Das kann dem RFC Bayern helfen, aber auch ihm selbst. Denn Spanien lechzt nach ihm.
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Für Franck Ribéry wird das Spiel in Barcelona zu einer Art Schaulaufen. Barca gehört zu seinen Lieblingsklubs.
dpa Für Franck Ribéry wird das Spiel in Barcelona zu einer Art Schaulaufen. Barca gehört zu seinen Lieblingsklubs.

Vorhang auf für die Franck-Show: In Barcelona spielt Franck Ribéry auf großer Bühne. Das kann dem RFC Bayern helfen, aber auch ihm selbst. Denn Spanien lechzt nach ihm.

MÜNCHEN Größer könnte sie nicht sein, die Bühne. Mehr geht nicht in Europa. 98800 Sitzplätze hat das Camp Nou des FC Barcelona, gelegen an der Avinguda Aristides Maillol. Die Kapazität bei internationalen Spielen beträgt 96000, die Arena ist noch nicht ganz ausverkauft. Dennoch: Die wuchtigen Tribünen sind imposant genug; sitzt man im obersten, im dritten Rang kam man bis aufs Mittelmeer schauen.

Die Spieler sind winzig von dort oben. Nur wer spielerisch herausragt, fällt auf. Doch es ist keine Frage der Optik, eher der Gelegenheit. Wer in einem Champions-League-Viertelfinale wie dem ersten Duell zwischen Barca und dem FC Bayern am Mittwoch (20.45 Uhr, Sat.1 und Premiere live) glänzt, bekommt die ganz großen Verträge, darf dauerhaft auf die ganz großen Bühnen.

Und so heißt es am Mittwoch: Vorhang auf für Franck Ribéry, den Filou vom Camp Nou. Der Franzose weiß: Das ist seine Spielwiese, sein Moment. Ein gutes Spiel hier und im Rückspiel in München (14.4.) – Ribéry hätte ausgesorgt, wenn ihm das bis dato noch nicht gelungen sein sollte. „Wir spielen gegen die beste Mannschaft der Welt“, sagte Ribéry der spanischen Zeitung „Sport“, „jeder weiß, wie gut sie sind. Also werden das zwei große Spiele für die Fans und für uns Spieler.“

Eben: Bewerbungsspiele.

Ribéry, der am Dienstag 26 wird, spielt vor. Im Programm: Die Franck-Show. Spielt er toll auf, nutzt das den Bayern – und bringt ihn selbst noch mehr in den Fokus der großen Klubs, nicht nur in Spanien. „Er kann uns wirklich weh tun“, sagte sein Landsmann Thierry Henry, „Franck ist der Messi des FC Bayern. Einer wie er könnte auch bei uns, bei Real oder bei Manchester spielen.“

„Mundo Deportivo“, die in Barcelona erscheinenden Sportzeitung, ist sich ganz sicher: Ribéry ist ein Wunschspieler von Barca-Trainer Josep Guardiola. Er sieht in dem schnellen Franzosen eine ideale Ergänzung zu Superstar Lionel Messi. Auch in Guardiolas offensives Spielsystem, das ganz auf schnelle und kombinationssichere Spieler ausgerichtet ist, würde Ribéry bestens passen. „Alle sind gespannt, wie sich Ribéry auf der großen Bühne schlägt. Nicht nur Guardiola, auch die Fans“, heißt es. Und Real Madrid. Auch dort ist Ribéry im Gespräch. Es könnte das Sommerduell Spaniens werden: Wer bekommt Ribéry – Real oder Barca?

Keiner! Darauf pochen die Bayern. Ribéry hat noch zwei Jahre Vertrag. Und wenn wir nein sagen, dann bleibt er“, betonte Manager Uli Hoeneß. „Die müssten ja ganze Schiffsladungen Geld nach München schicken – und München hat gar keinen Meereszugang.“ Das nicht. Aber sie werden alles daran setzen, Ribéry zu bekommen. Dass er bis Vertragsende 2011 resistent bleibt bei einem möglichen Millionen-Angebot, ist nicht vorhersehbar. „Namen wie Real oder Barca bringen mich zum Träumen, aber ich fühle mich supergut bei Bayern“, betonte Ribéry zuletzt, „ich habe noch zwei Jahre Vertrag.“ Doch sein Berater Alain Migliaccio war es, der Ribéry fleißig mit den Global Players des Fußballs in Verbindung gebracht hatte, schadet ja nicht. Und Spanien lechzt nach Ribéry.

Die Bayern aber schieben einen Riegel vor. „Franck bleibt auf jeden Fall bei uns, das ist von uns beschlossen“, sagte Trainer Jürgen Klinsmann im „Münchner Merkur“, „das weiß er auch, und ebenso weiß er, dass er hier einen Klub vorfindet, der mit allen Topklubs in Europa mithalten kann.“ Infrastrukturell ja, aber im Gehaltsgefüge? Und was ist, wenn der FC Bayern in der Liga strauchelt und die Qualifikation für die Champions League 2009/2010 verpasst?

Ein weiteres Jahr Uefa-Cup wie 2007/08 würde Ribéry nicht schmecken, schon eher die Mittelmeerluft, die ins Camp Nou hineinweht.

P. Strasser, R. Keck

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