Plagiats-Streit: Jetzt geht Klopp auf Schmusekurs

Nach den Plagiatsvorwürfen rudert Klopp zurück und entschuldigt sich bei Heynckes, der nimmt an. Kritik gibt's trotzdem: Netzer unterstellt "Verachtung", Helmer sagt: "Er kann schlecht verlieren."
| Patrick Strasser
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Nach den Plagiatsvorwürfen rudert Dortmunds Trainer Jürgen Klopp zurück und entschuldigt sich bei Jupp Heynckes, der nimmt an. Kritik gibt's trotzdem: Günter Netzer unterstellt Klopp "Verachtung", Thomas Helmer sagt: "Er kann schlecht verlieren."

München - Und plötzlich haben sich alle wieder lieb. Schmusekurs statt Krawall. Reue statt Rache. Allen voran Jürgen Klopp, der BVB-Coach, macht sich klein. Falls sich Trainer Jupp Heynckes angesprochen gefühlt habe, müsse er sich entschuldigen.

Klopp vor dem 3:1 seiner Borussia gegen Hannover via "WDR Radio": "Jupp, falls du das hörst: Sorry!"

Am Freitag hatte Heynckes Klopps Vergleich der Geschäftspolitik des FC Bayern mit Plagiaten der chinesischen Industrie ("Schauen, was die anderen machen, um es abzukupfern und dann mit mehr Geld und anderen Spielern den gleichen Weg einzuschlagen") mit scharfen Worten gekontert: "Der FC Bayern besteht schon ein bisschen länger, als Klopp Trainer ist und hatte schon immer einen eigenen Spielstil. Es ist ganz wichtig, dass man in Sieg und Niederlage Größe zeigt. Besonders, wenn man verliert."

Das saß – und verfehlte seine Wirkung nicht. Denn das große Ping-Pong-Nachtreten war am Freitag von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ("Das ist ganz sicher nicht der Verein, der uns zu sagen hat, wie man in der Niederlage Größe zeigt. Da haben sie selbst nicht gerade das Monopol drauf") noch fortgesetzt worden, am Sonntag jedoch gab er sich im "Sport1-Doppelpass" kleinlaut: "Bayern ist für mich momentan das Maß aller Dinge und der Top-Favorit in der Champions League."

Weil man den BVB so perfekt kopiert habe? Watzke räumte ein, dass der Plagiatsvorwurf "Quatsch" sei. "Fachlich ist es sicher richtig, dass die Bayern früher angreifen als noch vor zwei Jahren. Die Systeme sind sich ähnlicher geworden. Aber über diesen China-Vergleich brauchen wir nicht mehr reden."

Dennoch: Gesagt ist gesagt. Sport1-Experte und Ex-Bayern-Kapitän Thomas Helmer meinte: "Mit seinem China-Vergleich hat sich Klopp zu weit aus dem Fenster gelehnt. Klopp kann ganz schlecht verlieren, wie viele andere auch. Und das merkt man ihm dann an."

Noch drastischer äußerte sich "BamS"-Kolumnist Günter Netzer: "Klopps Worte haben einen Mangel an Souveränität und Gelassenheit erkennen lassen. Ich glaube (…) sogar einen Hauch von Verachtung für seinen Trainer-Kollegen und die Politik des FC Bayern gehört zu haben.“

Bei Bayern zeigte man sich (erfolgs-)milde. "Ich habe über Klopps Aussage geschmunzelt", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in "BamS": "Jede Taktik, die heute gespielt wird, ist eine Entwicklung aus der Historie des Fußballs heraus. Es gab irgendwann alles schon mal."

Heynckes jedenfalls nahm Klopps Entschuldigung an: "Ja selbstverständlich. Nachkarten bringt doch nichts."


 

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