Obacht vor Elversberg: 1:6, Pokal-Aus, Tuchel-Schock – im Saarland stolperte Bayern immer wieder

Öfter mal was Neues! Gegen 56 Vereine hat der FC Bayern bereits gespielt in der Bundesliga und dabei gegen jeden Kontrahenten mindestens eine Partie gewonnen. Dazu kommt: Gegen 55 dieser 56 Klubs haben die Münchner eine positive Bilanz. Die "Wer wird Millionär?"-Frage, für die es mindestens eine sechsstellige Gewinnsumme geben sollte: Gegen welchen Verein hat der FC Bayern keine positive Bilanz?
Kaum zu glauben, aber wahr! Gegen die Stuttgarter Kickers. In den zwei Bundesliga-Jahren der Kickers (1988/89 und 1991/92) gab es in vier Duellen zwei Bayern- und zwei Schwaben-Erfolge. Das Torverhältnis: 8:8. Beim heiligen Spätzle!
Nun wartet Gegner Nummer 57 auf Trainer Vincent Kompany und seine Mannschaft: die SV Elversberg. Hier das dritte Ligaspiel der Vereinshistorie, dort die 2081. Partie. Dafür ist die "Elv" noch gänzlich ohne Punktverlust. Zwei Spiele, zwei Siege für den Aufsteiger. Für den Rekordmeister ist es eine Reise ins Ungewisse: neuer Gegner, neues Stadion. Und nach langer Zeit, genau nach 33 Jahren, machen die Münchner mal wieder einen Bundesliga-Ausflug ins Saarland. Ins gefährliche Land. Was für die Römer die Gallier waren, sind für die Bayern die Saarländer.
Im Saarland tun sich die Bayern traditionell schwer
Tatsächlich ist das kleinste Flächenbundesland Saarland das einzige Bundesland, in dem der FC Bayern in der Bundesliga eine negative Bilanz aufweist. Bei neun Gastspielen gab es lediglich zwei Siege, vier Unentschieden und drei Niederlagen. Nach Borussia Neunkirchen (Bundesligist von 1964 bis 1966, damit ein Jahr vor den Bayern, sowie 1967/68), dem FC Homburg (1986 bis 1988 und 1989/90) und dem 1. FC Saarbrücken (1963/64 als Gründungsmitglied, 1976/77, 1985/86 und 1992/93) ist die SV Elversberg der vierte Klub aus dem Saarland, mit dem es der FC Bayern in der Bundesliga zu tun bekommt.
Bayerns krachendste Niederlagen gegen die unbeugsamen Saarländer:
Sektflaschen nach dem Training: Die Bayern kamen mit drei Triumphen im Europapokal der Landesmeister (1974-'76) am 16. April 1977 in den Saarbrücker Ludwigspark und unterlagen dem Aufsteiger krachend mit 1:6. Mit vier Toren gegen FCB-Torhüter Sepp Maier machte sich Roland Stegmayer in Saarbrücken unsterblich. Das Training am nächsten Morgen fiel gemäßigt aus. "Trainer Manni Krafft war gnädig zu uns", sagte Stegmayer, "wir haben nur einige Läufe zum Auslaufen gemacht und uns dann ins Warmwasserbecken gelegt, wo wir gleich wieder die Sektflaschen aufgemacht haben."
Im Saarland setzte es für Bayern schon einige Pokal-Blamagen
Heynckes und die doppelte Homburg-Pleite: Dass man in der Bundesliga am vierten Spieltag im August 1987 unter Trainer Jupp Heynckes mit 2:3 (Tore Lothar Matthäus und Jürgen Wegmann) im Waldstadion gegen Homburg verlor, war eine überraschende Pleite, aber keine so derbe Blamage wie vier Jahre später im August. In der zweiten Runde des DFB-Pokals waren die Münchner, immer noch von Heynckes trainiert, gegen Homburg haushoher Favorit, mussten im Olympiastadion gegen den Zweitligisten jedoch in die Verlängerung – 2:2 nach einem Doppelpack von Mazinho. In der Verlängerung der Schock vor nur 9.000 Fans - 2:4. Stefan Effenberg, Bruno Labbadia & Co. waren raus. Am 8. Oktober 1991 wurde Heynckes entlassen.
Als Thomas Tuchel sich verzockte: Am 1. November war für die Bayern in Saarbrücken offenbar immer noch Halloween. Ein gruseliger Auftritt von Manuel Neuer, Thomas Müller & Co. im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals. Als Müller die Münchner beim Drittligisten in Führung brachte, schien alles seinen üblichen Gang zu gehen. In der 6. Minute der Nachspielzeit erzielte Marcel Gaus das 2:1-Siegtor für den FCS, schoss die Bayern raus. Trainer Thomas Tuchel hatte Torjäger Harry Kane geschont, nicht mal eingewechselt. Müller schimpfte: "Das ist ein brutaler Schlag für uns!"

Ob's am Dibbelabbes lag? Woran? Dieses typische, deftige Gericht aus dem Saarland ist ein Kartoffelauflauf aus rohen Kartoffeln, Speck, Lauch und Zwiebeln – zubereitet im gusseisernen Topf, dem "Dibbe". In diesen Zaubertrank sind Bayerns Gegner oft gefallen.