Neuer kontert Kane-Aussage nach Sieg des FC Bayern: "Harry entscheidet das, oder?"

Manuel Neuer wirkt nach dem 5:1-Sieg des FC Bayern in Leipzig ein wenig genervt. Und das, obwohl der Kapitän einen starken Auftritt hinlegte.
Patrick Strasser |
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Jetzt schon eine Legende: Manuel Neuer zog durch sein 584. Pflichtspiel im Bayern-Trikot mit Klub-Ikone Franz Beckenbauer gleich.
Jetzt schon eine Legende: Manuel Neuer zog durch sein 584. Pflichtspiel im Bayern-Trikot mit Klub-Ikone Franz Beckenbauer gleich. © IMAGO

Als Manuel Neuer in den Leipziger Katakomben unweit des Spielertunnels zum Platz der Red Bull Arena mit den Reportern sprach, wirkte er ein wenig genervt und ungeduldig. Lobeshymnen, die sich über ihn ergießen, sind nicht sein Ding. Die nimmt er hin. Und umgekehrt? Der 39-Jährige weiß aus seinen zig Karrierejahren, dass Fehler bei Torhütern stets entscheidend sind und lange nachwirken. Rettungstaten wie von Neuer beim 5:1 in Leipzig will er selbst nicht überbewerten. Für ihn sind sie selbstverständlich – da Teil seines Jobs.

Neuer kontert Reporter 

Als ein Reporter ihm offenbarte, dass Toptorjäger Harry Kane kurz zuvor an Ort und Stelle ihn – und nicht Michael Olise trotz dessen vier Scorerpunkten – zum Matchwinner des Spiels erklärt hatte, meinte Neuer: "Harry entscheidet das, oder?" Womöglich war das seine Art, um subtil darauf hinzuweisen, dass er schon auch etwas zum Erfolg beigetragen hatte. Mit mindestens zwei Weltklasse-Paraden.

Erst gegen RB-Mittelstürmer Rômulo in der 65. Minute, später im Eins-gegen-eins mit Flügelstürmer Yan Diomande, der ihn auch aus kurzer Distanz nicht überwinden konnte (72.) - übrigens beim Stand von 2:1, das Spiel hätte wieder kippen können. Neuer, der durch sein 584. Pflichtspiel im Bayern-Trikot mit Klub-Ikone Franz Beckenbauer gleichzog, macht wieder Neuer-Sachen. Und das nach ein paar Anlaufschwierigkeiten ins Kalenderjahr 2026 - siehe den Gegentreffer letzten Mittwoch in Köln (das 0:1 beim 3:1-Erfolg) durch Linton Mainas sattem Schuss aus 16 Metern.

Beim Gegentor machtlos: Manuel Neuer.
Beim Gegentor machtlos: Manuel Neuer. © IMAGO

Neuer spielt gelassen auf Zeit 

Keine Muss-Parade, aber die beste Version von Neuer hätte ihn zur Seite weggefaustet. Das Spiel und die Torszenen von Leipzig bestätigten Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in seiner Meinung, was die Sekunden vor dem Torabschluss aus Sicht des Schützen betrifft: "Da überlegst du mehr. Früher war es Oliver Kahn, jetzt ist es Manuel Neuer", so der ehemalige Bayern-Profi. Matthäus (64) weiter: "Bayern hatte immer gute Torhüter. Da überlegst du mehr, als wenn ein normaler Torwart im Tor steht. Er hat in den letzten 15, 16 Jahren das Torwartspiel geprägt."

Und wie lange noch? Ende März wird Neuer, der 2011 aus seiner Heimatstadt Gelsenkirchen und von seinem Jugendverein Schalke 04 nach München kam, 40 Jahre alt. Sein Vertrag im Sommer läuft aus. Noch ist keine Entscheidung gefallen. Niemand beim FC Bayern will ihn drängen. Neuer spielt gelassen auf Zeit. Ein erneuter Einjahresvertrag ist Verhandlungsmasse.

Die Einkäufe haben funktioniert, es mussten Spieler verkauft werden, um eine neue Hierarchie und Ansätze zu erzielen.

Lothar Matthäus

Matthäus lobt Eberl für Transferpolitik 

Vor dem Spiel in Leipzig lobte Matthäus Bayerns Sportvorstand Max Eberl für dessen Transfer-Arbeit und meinte: "Die Einkäufe haben funktioniert, es mussten Spieler verkauft werden, um eine neue Hierarchie und Ansätze zu erzielen. Max kann mit seiner Arbeit kann sehr zufrieden sein. Jetzt muss nur noch mit Manuel Neuer verlängert werden." Aber wollen das alle im Verein? Schließlich ist er einer der Topverdiener im Verein. Neben der Frage der Aura ist es auch eine Frage des Geldes. 

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  • Schwarzenbäcker vor 20 Minuten / Bewertung:

    Er sollte sich nicht auf die Bank setzen (das wird er auch nicht tun), sondern sollte einfach aufhören, zu einem Zeitpunkt, wo man ihn noch als Weltklasse in Erinnerung behält. Man stelle sich vor, er verlängert und greift (noch öfter) daneben und Kompany ist gezwungen, ihn auf die Bank zu setzen...Einfach den Platz frei machen für einen Nachfolger, Thomas Müller ist das beste Beispiel..

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  • Südstern7 vor einer Stunde / Bewertung:

    Manuel Neuer, so scheint mir, hat sich im wöchentlichen Bundesliga-Alltag eine gewisse Routine angeeignet, die nach 15 Jahren Profifußball ab und an in einer gewissen mentalen Spannungslosigkeit mündet. Gerade wenn er nahezu beschäftigungslos ist und nur ab und zu einen Ball zu sehen kriegt, wirkt er etwas unkonzentriert. Kann ich ihm das verübeln? So, wie die Mannschaft nach vorne agiert?

    Doch wenn es eng wird, wenn er warm geschossen wird, wenn der Gegner "dran" ist, dann ist da wieder der spitzbübische Neuer zu erkennen, der voller Ehrgeiz sprüht und dem Freude im Gesicht abzulesen ist, dass er zeigen kann was er kann.

    Manuel Neuer muss nichts beweisen. Spiele wie gestern in Leipzig oder vor einigen Monaten in Paris zeigen, dass dieser Torhüter nichts verlernt hat. Wenn es gilt, dann ist er da. Einige schlagen ja vor, dass man ihn auf die Bank setzen soll. Allerdings sind das Zuseher von der Couch zu Hause. Doch kein Fußballlehrer der Welt wird freiwillig auf Neuer verzichten

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  • rotweiss vor 42 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Südstern7

    Richtig erkannt,hoffentlich verlängert er noch 2 Jahre

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