Neuer hat einen finalen Traum beim FC Bayern - Trainer will er nicht werden
Der 5. Juni 2027, das Estadio Metropolitano von Atlético Madrid: Es ist der Termin, der in allen Kalendern an der Säbener Straße schon fett mit Rot markiert ist, der Sehnsuchtsort des gesamten Klubs. Zum ersten Mal seit 2020 wollen die Münchner wieder ins Finale der Champions League einziehen - und zum insgesamt siebten Mal triumphieren. Damit würde der FC Bayern auf Rang zwei der ewigen Rangliste rücken - gemeinsam mit der AC Mailand. Real Madrid liegt mit 15 Titeln weit voraus.
Der Henkelpott als klares Ziel
Der Henkelpott sei ganz klar "unser Ziel", sagte Cheftrainer Vincent Kompany jüngst auf der Asien-Tour, "daran besteht kein Zweifel". Und auch in der Mannschaft ist das Selbstvertrauen groß: Die Führungsspieler wie Harry Kane oder Manuel Neuer glauben daran, im dritten Versuch unter Coach Kompany endlich den silbernen Cup zu holen.

"Auf jeden Fall", sagte Neuer im Sky-Interview zu den Chancen der Münchner: "Ich glaube, dass wir die Qualität haben und diese Mentalität und auch den taktischen Spirit, dass wir jeden Gegner schlagen können." Im Halbfinale der Vorsaison gegen Paris Saint-Germain habe "nicht viel gefehlt, um weiterzukommen", ergänzte Neuer, "und ich glaube, vielleicht sind aller guten Dinge einfach drei dieses Mal".
Der letzte Traum des Torhüters
Es ist Neuers finaler Traum: Zum dritten Mal nach 2013 und 2020 will er die Champions League gewinnen, im Idealfall sogar sein drittes Triple. Kein Torhüter hat das vor ihm geschafft, schon Neuers zwei Triple-Erfolge sind Rekord. Doch wer den 40-Jährigen kennt, der weiß, dass er nichts von seinem Ehrgeiz eingebüßt hat. Nach dem bitteren WM-Aus mit dem DFB-Team freue er sich jetzt einfach auf die Ziele beim FC Bayern, "die wir gemeinsam mit der Mannschaft haben. Und ja, dafür lebe ich", sagte Neuer.
Urbig, Neuers Erbe
Titelverteidiger Paris Saint-Germain, der FC Barcelona, der FC Arsenal sowie das runderneuerte Real Madrid um Trainer Rückkehrer José Mourinho dürften international die größten Bayern-Rivalen sein, am 27. August wird die Ligaphase ausgelost. Gut möglich, dass auch der designierte Neuer-Nachfolger Jonas Urbig in der Königsklasse zum Einsatz kommt.

"Ich glaube, dass man ihm auf jeden Fall vertrauen kann", sagte Neuer auf die Frage, ob Urbig ihn als Nummer eins in der Nationalmannschaft beerben könne: "Er hat das in allen Wettbewerben auch gezeigt. Egal, ob es jetzt die Bundesliga ist, im Pokal oder auch international in der Champions League, gegen die besten Mannschaften zu spielen, gute Leistung zu zeigen. Da habe ich ein sehr gutes Gefühl."
Vertrauen in Klopp
Und das hat Neuer auch bei Bundestrainer Jürgen Klopp, der nach dem WM-Debakel Julian Nagelsmann beerbt hat. "Ich glaube, er hat die größte Expertise und ich hoffe, dass er den deutschen Fußball voranbringt", sagte der Keeper, der schon über die Zeit nach der aktiven Laufbahn nachdenkt: "Grundsätzlich ist es so, dass ich jetzt nicht unbedingt Trainer werden möchte, aber ich möchte dem Fußball einfach treu bleiben."

Nach AZ-Informationen würde der FC Bayern Neuer gern irgendwann ins Management einbinden - genauso wie Thomas Müller.
Karriereende offen
Zunächst aber stehen beide weiter auf dem Fußballplatz, Müller bei den Vancouver Whitecaps und Neuer bei Bayern. Kürzlich hatte der Keeper durchblicken lassen, dass nach seinem Vertragsende im Sommer 2027 wohl Schluss sein würde. Doch jetzt ließ er sich zumindest eine kleine Hintertür offen. "Nein, also zu 100 Prozent ist gar nichts", sagte Neuer. "Es ist auch nicht in Stein gemeißelt, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch." Das ideale Szenario wäre ein dritter Champions-League-Triumph für Neuer - am 5. Juni in Madrid.

