"Nicht mehr auf dem Zenit seiner Schaffenskraft": Neuer-Comeback polarisiert
Es ist eine besondere Bestmarke, die Manuel Neuer wohl am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) gegen den FC Arsenal erreichen wird: Der Torhüter des FC Bayern steht vor seinem 163. Spiel in der Champions League – und schließt damit zum deutschen Rekordhalter Thomas Müller auf. Auch Lionel Messi war 163 Mal in der Königsklasse im Einsatz. Vor dem Trio um Neuer liegen nur Cristiano Ronaldo (183 Partien) und Iker Casillas (177). Ein Beleg, was für eine famose Karriere Neuer hingelegt hat. Und sie ist ja noch nicht vorbei.

Neuer jagt den dritten Henkelpott
Am liebsten würde sich der 40-Jährige in dieser Saison mit seinem dritten Henkelpott nach 2013 und 2020 verabschieden. Ende Juni 2027 läuft sein Vertrag aus. Es sei "unser großes Ziel, Champions-League-Sieger zu werden", sagte Neuer: "Es würde mir alles bedeuten, wenn es zum dritten Mal der Fall sein kann." Dafür muss allerdings alles passen - und der Körper des Routiniers mitspielen. Das war zuletzt nicht immer der Fall.
Rückkehr nach Fußproblemen
Weil sich in Neuers Fuß Flüssigkeit gesammelt hatte, verpasste der Keeper die Partien bei Viking Stavanger (3:3) und gegen RB Leipzig (6:1). Stellvertreter Jonas Urbig ersetzte Neuer wie gewohnt souverän. Im Abschlusstraining am Dienstagnachmittag war Bayerns Nummer eins dann aber wieder mittendrin.

Druck durch Kronprinz Urbig
"Es ist noch keine Entscheidung gefallen, er ist seit zwei Tagen auf dem Platz", sagte Co-Trainer Aaron Danks, der den erkrankten Vincent Kompany vertreten könnte: "Wir werden im Trainerteam darüber sprechen." Doch in diesem Klassiker werden die Münchner kaum auf Neuers Erfahrung verzichten wollen. Oder?

Debatte um Neuers Zukunft
Die kritischen Stimmen Neuer gegenüber wurden in den vergangenen Wochen lauter. Der Keeper sei "nicht mehr auf dem Zenit seiner Schaffenskraft", sagte Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger bei "ran.de". Es sei nicht ungewöhnlich, dass Profis wie Neuer nicht dazu in der Lage seien, "sich das einzugestehen und den Weg freizumachen", ergänzte der Vize-Europameister von 2008. Neuer sei "wahrscheinlich der beste 40 Jahre alte Torhüter, den der Fußball je gesehen hat, und niemand will an seinem Denkmal kratzen. Es geht aber darum, seinen Nachfolger auf die wichtigen Spiele vorzubereiten." Nämlich ihn: Kronprinz Urbig.
