"Nein, da gibt es auch klare Anweisungen": Danks enthüllt Kompany-Verbot beim FC Bayern

Der Knaller gegen den BVB ist die größtmögliche Bühne für Kompany-Stellvertreter Aaron Danks. Warum der Brite schon als 15-Jähriger coachte. Was er von einer Hospitanz in der NBA gelernt hat.
von  Patrick Strasser
Aaron Danks vertritt Vincent Kompany aktuell als Chefcoach beim FC Bayern.
Aaron Danks vertritt Vincent Kompany aktuell als Chefcoach beim FC Bayern. © IMAGO/Sven Simon

Plötzlich steht er an der Seitenlinie ganz vorne, hat die Pole Position in der Coaching Zone. Aaron Danks, die Vertretung des erkrankten Cheftrainers Vincent Kompany, rückte quasi über Nacht in die Verantwortung, in den Fokus der Öffentlichkeit und der Medien. Kein einfacher Sprung, schon gar nicht beim FC Bayern.

Beim deutschen Klassiker diesen Samstag in der Allianz Arena gegen Borussia Dortmund (18.30 Uhr, Sky) heißt es diesmal: alle Augen auf Aaron, in seinem vierten Spiel als Cheftrainer. Auf der anderen Seite: Niko Kovac, der neben anderen Stationen eineinhalb Jahre Trainer bei den Bayern war (2018-19). 55 Jahre, jede Menge Erfahrung als Chef. Da prallen Welten aufeinander.

Danks hospitierte bereits bei den Golden State Warriors

In einem ruhigen Moment vor dem Anpfiff seiner nun größten Aufgabe in der Zwischendrin-Rolle wird der 43-jährige Danks womöglich kurz innehalten und zurückdenken - an seine Anfänge, seinen Werdegang. An den 15-jährigen Aaron, der einen Traum hatte. Als Teenager leitete er erste Einheiten in seiner Heimatstadt Birmingham. Mit dem Bus fuhr Danks, mit Bällen und Leibchen in einer großen Sporttasche, auf eigene Faust zu Schulen und Feriencamps, um Fußballtraining für Kinder anzubieten. Der Coach Danks steckte früh im kleinen Aaron.

Nach Abschluss der Schule und dem Erwerb der höchsten Trainerlizenz in England 2004 erhielt Danks die Chance, sich in der Nachwuchsakademie von Birmingham City zu beweisen. Kurz darauf ging er an die Akademie von West Bromwich Albion, blieb elf Jahre, ehe er 2016 zum englischen Verband wechselte. Um sich parallel weiterzubilden, hospitierte Danks beim NBA-Klub Golden State Warriors, arbeitete mit Basketball-Star Stephen Curry. Die Erfahrung, eine andere Sportart kennenzulernen, erweiterte und veränderte seinen Blick auf das Coaching im Fußball.

Kompany: "Ich habe 100 Prozent Vertrauen in den Staff"

2017 gehörte Danks zum Trainerteam, das die jungen "Three Lions" zum Titel bei der U20-WM führte. Jamal Musiala debütierte unter Danks in den Jugendauswahl-Teams der Briten, bevor er den Verband wechselte und DFB-Nationalspieler wurde. Ab Juli 2004 sah man sich beim FC Bayern wieder. Danks, Spezialist für Standardsituationen, folgte dem ausdrücklichen Wunsch von Vincent Kompany, mit dem er im Sommer 2021 einen Monat beim RSC Anderlecht zusammenarbeitete. Nun vertritt der bei den Spielern auch für seinen britischen Humor beliebte Danks seinen Chef - in dessen Sinne. Kompetent, loyal, lösungsorientiert.

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"Danksy hat Erfahrung. Er war schon an der Seitenlinie in der Premier League, als Co-Trainer herausragend. Ich habe 100 Prozent Vertrauen in den Staff", sagte Kompany im April, als er seinen damals gesperrten Boss im Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Paris St. Germain (4:5) erstmals an der Seitenlinie vertrat.

Danks über sein Deutsch: "Ich arbeite da wirklich hart dran" 

Nun zieht Danks die Linie von Kompany durch, eins zu eins. "Da ist alles abgesprochen. Danks war schon immer eingeweiht, in jede Entscheidung, die Kompany am Ende getroffen hat", sagte Sky-Experte Lothar Matthäus. Das Urteil des DFB-Rekordnationalspielers: "Zwischen Kompany und sein Trainerteam passt kein Blatt Papier." Fragt sich nur, wer sich nun um das Teammaskottchen, den Porzellan-Kakadu kümmert, den Danks einst aus einem Münchner Edelrestaurant als Talisman "entführte". Bis zu viermal die Woche lerne er an der Säbener Straße Deutsch, so Danks am Freitag, sagte auf Englisch: "Ich arbeite da wirklich hart dran." Die Besprechungen mit den Spielern werden ohnehin auf Englisch abgehalten.

Nach der Diagnose Hirnhautreizung konnte Kompany das Krankenhaus verlassen, erhält weiter Medikamente, soll sich zu Hause erholen. Über Fußball spricht er mit Danks weiterhin nicht - sagt Danks: "Nein, da gibt es auch klare Anweisungen. Er soll sich erholen und Zeit mit der Familie verbringen. Wir lassen ihn außen vor, damit er wieder voll da ist, wenn er zurückkommt. Wir vermissen ihn."

Möglicherweise kehrt Kompany Mitte November nach der Länderspielpause zurück auf den Trainingsplatz. Als der alte Vinnie. Eberl ist sich "sehr sicher, dass er ganz bald wieder mit 100 Prozent am Rand steht".

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