Nach Kollaps: FC Bayern gibt Kompany alle Zeit zur Genesung

FC-Bayern-Trainer Kompany bricht beim Training der U23-Mannschaft zusammen: Der 40-Jährige liegt im Krankenhaus, Uli Hoeneß besucht ihn am Samstag – Eberl rechnet mit Wochen statt Tagen.
Patrick Strasser |
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FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany: Nach seinem Zusammenbruch beim U23-Training liegt der 40-Jährige im Krankenhaus.
FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany: Nach seinem Zusammenbruch beim U23-Training liegt der 40-Jährige im Krankenhaus. © IMAGO/HMB Media/Heike Feiner

Es sind aufwühlende Tage für den FC Bayern. Und wenn es einem Angestellten des Vereins schlecht geht, wenn jemand gar wie nun Trainer Vincent Kompany im Krankenhaus liegt, dann ist Uli Hoeneß einer der ersten Besucher. So auch am Samstag.

Mit einer Tüte von Feinkost Käfer schaute der Vereinspatron am Samstagmittag am Krankenbett des 40-Jährigen vorbei, um sich ein Bild vom Zustand Kompanys zu machen, der am Freitagnachmittag an der Säbener Straße zusammenbrach, während er das Training der U23-Mannschaft verfolgte. War ein verschleppter Virus, der den Trainer vergangene Woche geplagt hatte, die Ursache? Der Verein gibt keine Diagnose bekannt, steht fest an der Seite des Trainers. Es ist nicht davon auszugehen, dass es sich um eine kurzfristige Sache handelt, die bei idealem Behandlungsverlauf in wenigen Tagen erledigt sein sollte.

Längerer Krankenhausaufenthalt und Schock an der Säbener Straße

Dagegen spricht erstens, dass Kompany eine Weile im Krankenhaus bleiben muss, um gründlichst von den Ärzten durchgecheckt zu werden – auch wenn sein Zustand zunächst als "stabil" beschrieben wurde. "Wir werden nicht von Tagen reden, sondern von Wochen. Das ist uns allen klar", sagte Sportvorstand Max Eberl, der den Chefcoach am Samstag ebenfalls besuchte. Bereits am Freitagabend konnte er selbst mit Kompany telefonieren, "auch mit seiner Frau", so Eberl, der über die dramatischen Ereignisse am Trainingsplatz sagte: "Das war für uns alle natürlich kein schöner Moment." Vor allem für die U23-Spieler, darunter viele Teenager, die den Zusammenbruch und die ärztliche Notfallversorgung aus nächster Nähe mitbekamen. Ein Hubschrauber kam, letztlich konnte Kompany im Krankenwagen abtransportiert werden. Daraufhin wurde das für Samstag geplante Heimspiel des FC Bayern II in der Regionalliga Bayern abgesagt.

Mit Feinkost in die Klinik: Bayern-Patron Uli Hoeneß besuchte am Samstag Trainer Vincent Kompany.
Mit Feinkost in die Klinik: Bayern-Patron Uli Hoeneß besuchte am Samstag Trainer Vincent Kompany. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Alle müssen nun durchatmen, innehalten. Sowie hoffen und bangen, dass der Genesungsprozess bei Kompany längst begonnen hat. Hoeneß sagte in einem Interview mit der "Welt am Sonntag", er sei "im ersten Moment geschockt gewesen. Wir alle wünschen ihm, dass er so bald wie möglich wieder bei der Mannschaft sein kann." Ohne freilich dabei Druck aufzubauen. "Er wird alle Zeit bekommen", betonte Eberl, "wir fangen nicht an, irgendwelche Zeitkorridore aufzubauen." Selbst wenn Kompany nach allen medizinisch abgeschlossenen Checks das Krankenhaus verlassen darf, soll er sich nach AZ-Informationen noch eine Weile im Kreise seiner Familie erholen.

Schonung statt Schnellstart: Bayern schützt seinen Trainer

Erneut zu früh wieder mit der Arbeit anzufangen und die Signale seines Körpers zu ignorieren – davor will man Kompany nun schützen. Letzte Woche hatte er nach einem "saftigen Virus" (Kompany) Montag und Dienstag pausiert und war nicht an der Säbener Straße, meldete sich jedoch für die Champions-League-Partie gegen den FC Arsenal am Mittwoch (2:2) wieder fit. "Er hat seine eigene Stimme und sein eigenes Recht", erklärte Eberl. Man könne einem Trainer nicht verbieten zu arbeiten, wenn er sich gesund fühle. "Vinnie ist ein großer Arbeiter. Wenn die leisen Zeichen des Körpers nicht gehört werden, dann schreit der Körper irgendwann."

Genesungswünsche aus aller Welt und Interimslösung auf der Bank

Nicht nur vom FC Bayern, aus aller Welt kamen Genesungswünsche – auch direkt auf Kompanys Handy. Werder Bremens Trainer Daniel Thioune erhielt bereits eine Antwort auf seine Nachricht – ein gutes Zeichen. Die Partie seiner Mannschaft am Sonntagnachmittag beim SC Freiburg verfolgt Kompany vom Krankenbett aus. Bis auf Weiteres übernimmt das Trainerteam um den britischen Assistenten Aaron Danks (43) die Aufgaben des Chefcoachs.

"Wir als Bayern München stehen zusammen genau in dieser Phase jetzt. Es ist das Wichtigste, dass die Ursache gefunden wird, dass Vinnie gesund wird, dass er sich in Ruhe erholen kann", sagte Eberl und betonte: "Das zeigt mal wieder, dass der Fußball nicht das Wichtigste im Leben ist. Das Wichtigste ist die Gesundheit." Genau das fordert Hoeneß stets ein: Der FC Bayern tritt als Familie auf, nun lautet das Motto: Wir sind Vinnie.

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