Müssen die Whitecaps umziehen? Vize-Präsident der Fifa will Müller-Klub retten

Vancouver ist bereit für die Weltmeisterschaft. In den vergangenen Tagen wurde im BC Place Stadium ein neuer Naturrasen verlegt. Thomas Müller dürfte ein bisschen neidisch sein, die Vancouver Whitecaps spielen dort immer nur auf Kunstrasen. Die große Frage: Bleibt das so? Die Eigentümer des Müller-Klubs – Greg Kerfoot, Steve Luczo, Jeff Mallet und NBA-Legende Steve Nash – wollen die Franchise schon seit Dezember 2024 verkaufen.
Whitecaps finden keinen Käufer in Vancouver
Das Problem: Ein Käufer, der die Whitecaps in der kanadischen Metropole halten möchte, findet sich bisher nicht. Und das, obwohl die Whitecaps seit vergangener Saison mit Müller ein internationales Aushängeschild haben. Ein Grund: die Heimstätte der Whitecaps. Der MLS-Verein ist nur Mieter und bekommt den Oberrang des 54.000-Zuschauer-Stadions in der Regel nicht gefüllt.
"Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Stadions, insbesondere die Beschränkung hinsichtlich der Einnahmen und der verfügbaren Spieltermine sind ein Problem", sagt Dan Courtemanche, Vize-Präsident der MLS, der AZ. Entsprechend gibt es Überlegungen, die Whitecaps nach 52 Jahren umzusiedeln. "Es wäre nach 18 Monaten unverantwortlich, nicht zumindest eine Vielzahl von Optionen zu diskutieren", bestätigt er.

"Ein Investor hat bereits ein formales Angebot unterbreitet"
Denn außerhalb Vancouvers gibt es durchaus Interessenten am Müller-Klub. "Ein Investor hat bereits ein formales Angebot unterbreitet", verrät Courtemanche der AZ. Das passt zu den Gerüchten, dass Grant Gustavson, Sohn der Milliardärin Tamara Gustavson, Interesse haben soll, die Whitecaps nach Las Vegas umzusiedeln. Darauf eingehen möchte der Ligachef aber nicht.
Auch, weil Courtemanche weiterhin eine lokale Lösung forciert. Und jüngst neuer Schwung in die Thematik kam. "In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche positive Gespräche mit führenden Vertretern aus Wirtschaft und Politik", sagt er der AZ. Sogar Fifa-Vize-Präsident Victor Montagliani, in Vancouver geboren, hat sich laut Courtemanche mittlerweile eingeschaltet, will vermitteln.
In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche positive Gespräche mit führenden Vertretern aus Wirtschaft und Politik.
Fans würden allemal Auszug aus BC Place Stadium begrüßen
"Ihm gebührt großes Lob, dass er die Akteure zusammengebracht hat", betont der Vize-Präsident der MLS. Ob also bald ein Käufer gefunden wird, der den Umzug verhindert? Die Fans würden das auf jeden Fall begrüßen. Sie hatten bereits gegen die Umsiedlungspläne protestiert. Unter der Kampagne "Save the Caps" ("Rettet die Caps") marschierten sie zum Stadion und brachten ihre Meinung in Form von Bannern und Gesängen zum Ausdruck.
Wie die AZ aus Fankreisen erfuhr, würden einige von ihnen allemal einen Auszug aus dem BC Place Stadium begrüßen. Auch Müller würde wohl nur ungern schon wieder umziehen. "Die Menschen in Vancouver sind megafreundlich und die Stadt ist sehr sauber", hatte er im AZ-Interview betont. Vancouver war ein Hauptgrund, warum er sich im vergangenen Frühjahr für die Whitecaps entschieden hat.