Mit Kraft und Gomez!

Revanche für die Final-Niederlage von 2010: Der Torwart hält überragend, der Torjäger ist in letzter Minute zur Stelle – Bayern auf dem Weg ins Viertelfinale  
| tbc/ps
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Arjen Robben (L) kämpft mit Christian Chivu von Inter um den Ball
dpa Arjen Robben (L) kämpft mit Christian Chivu von Inter um den Ball

1:0 bei Inter – dank eines überragenden Torwarts Kraft und eines Last-Minute-Treffers von Gomez. So geht’s ins Viertelfinale. Da geraten auch Beckenbauer und Rummenigge ins Schwärmen

Mailand - Was in neun Monaten so alles passieren kann! Einige der Größen des Champions-League-Finales von Madrid waren bei der Revanche nicht mehr dabei (Milito, Demichelis, van Buyten, van Bommel, Butt), mussten Platz machen für andere. Was den Unterhaltungswert anging, stand das aktuelle Achtelfinale dem Endspiel vom Mai 2010 in nichts nach, im Gegenteil. Und: Es hatte ein spätes Happy End für die Münchner.

1:0 statt 0:2. Karl-Heinz Rummenigge jubelte: „Das war ein anderes Bayern München.“ Von der ersten Minute an berannten die Teams beide Tore, und das, obwohl Franz Beckenbauer vorab orakelt hatte: „Ich fürchte, es könnte ein langweiliges Spiel werden.“ Selbst Lichtgestalten irren halt mal. Lothar Matthäus tippte gar auf einen Inter-Sieg – aber nur, weil sein Sohn auf der Tribüne Mailand-Fan sei, erklärte Matthäus; insgesamt komme aber schon Bayern weiter. Na dann.

Dass Frank Ribéry schon zur Halbzeitpause Trikots mit Gegenspieler Maicon tauschte, sollte nicht allzu viel zu bedeuten haben – selbst Stefan Effenberg fand’s „nicht schlimm“. Mark van Bommel, der andere Ex-Bayern-Kapitän, war als Neu-Mailänder gar nach dem Spiel zum Bankett eingeladen. Eintracht, wohin man schaut. Auch auf dem Feld waren sich beide Teams einig: Nur wer Tore schießt, kann gewinnen. Und so entstand das Spiel mit den wohl meisten Torchancen, seit es Partien zwischen deutschen und italienischen Mannschaften gibt. Nach 60 Sekunden der erste Wackler in der Bayern-Abwehr, als Andrea Ranocchia frei zum Schuss kam, das Ziel aber verfehlte.

Später musste der genesene Keeper Thomas Kraft Chancen von Esteban Cambiasso gegen Kraft und Samuel Eto’o entschärfen, was er glänzend tat (siehe Seite 28).

Auch die Gäste hatten Chancen: Luiz Gustavo versuchte sich zwei Mal aus der Distanz, Franck Ribéry traf nach Lahm-Flanke per Kopfball (sic !) die Latte. Nach 38 Minuten musste der FC Bayern mal wieder eine neue Defensive basteln. 13 verschiedene Abwehr-Formationen hatte Trainer Louis van Gaal in dieser Saison bereits ausprobiert – nach Danijel Pranjics Verletzung sahen die 70 000 Zuschauer die 14. Variante: Breno/Timoschtschuk. Badstuber wurde zum Linksverteidiger.

Die Statik hielt. Das auch, als es in Halbzeit zwei weiter fröhlich weiter ging. Beckenbauer meinte: „Perfekter Fußball würde ich nicht sagen, kein Kunst-Spiel wie letzte Woche bei Arsenal gegen Barcelona. Aber es ging rauf und runter, ein richtig gutes Spiel, eines der besten, die wir zuletzt gesehen haben.“

Der umtriebige Arjen Robben traf ebenfalls den Pfosten – mit rechts, was in etwa so selten ist wie ein Kopfball von Flügel-Kollege Ribéry, der sich wiederum immer öfter in seinen Dribblings an der Inter-Abwehr fest biss. Ín den letzten Minuten erhöhten die Gastgeber den Druck, brachten die Bayern-Hintermannschaft in Verlegenheit, den Keeper dahinter aber nicht: Mit ein paar glänzenden Reflexen hielt Thomas Kraft das 0:0 für seinen Klub fest – bis Mario Gomez in der Nachspielzeit nach einem Robben-Fernschuss zum 1:0 abstaubte. Statt seines Torrero-Jubels zeigte er ein Tänzchen, das er so erklärte: „Das war für Jay Jay Okocha, mein erstes Vorbild. Früher hat mich Fußball gelangweilt, bis ich ihn gesehen hab’. Vor dem Spiel hab’ ich mir seine Tore auf Youtube nochmal reingezogen.“

Gut so. Denn nun sind die Bayern dem Viertelfinale bereits sehr nahe. „Wenn wir uns nicht zu sicher sind, dann haben wir gute Voraussetzungen“, sagte Boss Rummenigge.


 

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