Massenprügelei in der Schillerstraße: Freispruch für Ultra des FC Bayern

Laut Anklage waren im März 2019 etwa 50 FC-Bayern-Ultras auf eine ähnliche Zahl von Wolfsburg-Fans getroffen.
| John Schneider
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Im März 2019 kam es zu einer Massenprügelei in der Schillerstraße. 53 Verfahren laufen oder liefen zu dem Tatkomplex. (Symbolbild)
Im März 2019 kam es zu einer Massenprügelei in der Schillerstraße. 53 Verfahren laufen oder liefen zu dem Tatkomplex. (Symbolbild) © Christian Charisius/dpa/Symbolbild

München - Sie nennen sich Fußballfans, handeln aber oft wie gewalttätige Halbstarke und erweisen damit dem Image des Fußballs einen Bärendienst. Die Ultra-Szene des FC Bayern ist trotz ihres löblichen Engagements gegen Rassismus und Antisemitismus auch schon negativ durch Gewalt aufgefallen.

Schillerstraße: Massenprügelei mitten in der Stadt

Zum Beispiel am 9. März 2019. Zu Gast in München war der VfL Wolfsburg und offenbar hatten sich die verfeindeten Ultras beider Vereine zu einer sogenannten Drittortauseinandersetzung, also nicht im oder an der Allianz Arena, verabredet. Stattdessen traf man sich auf der Schillerstraße.

Mitten in der Stadt kam es dann zum Schrecken von Passanten zu einer Massenprügelei. Laut Anklage waren etwa 50 FC-Bayern-Ultras auf eine ähnliche Zahl von Wolfsburg-Fans getroffen. Es wurde geschlagen und getreten. Auch dann noch, wenn das Opfer bereits wehrlos am Boden lag. Bis dann nach kurzer Zeit der Ruf erscholl: "Alle weg!" Da waren schon die Sirenen der Polizei zu hören.

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Wegen Prügelei laufen oder liefen 53 Verfahren

Eine unmittelbare Körperverletzung wird Leon K. (29, Name geändert) zwar nicht zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft ist aber davon überzeugt, dass er mitlief und die tätlichen Angriffe der FCB-Ultras mittrug. Strafbar als Landfriedensbruch. Leon K. ist nur einer unter vielen. Insgesamt laufen oder liefen 53 Verfahren zu dem Tatkomplex. Ein Ultra wurde im November 2020 zu 16 Monaten Haft verurteilt - ohne Bewährung.

Bayern-Ultra wird freigesprochen

Als Beleg für die Beteiligung von Leon K. dient ein Video von der Schlägerei, das ihn - wenn auch vermummt - zeigen soll. Ein polizeilicher Beobachter der Ultra-Szene ist sich sicher, dass es sich um den 29-Jährigen handelt. Er kenne ihn seit 2015, sehe ihn manchmal drei Mal die Woche bei FCB-Spielen. Doch der Verteidiger hinterfragt die Identifizierung seines Mandanten. Und auch die Amtsrichterin hat offenbar Zweifel. Sie spricht Leon K. frei.

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