Louis, Jogi und das Machtspielchen

Der gereizte Bayern-Trainer van Gaal wartet auf einen Anruf von Bundestrainer Löw und will weiter keine Spieler für die Dänemark-Partie abstellen: „Da gibt es keine Verhandlungen“.
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Louis van Gaal ist alles andere als glücklich über die Länderspielansetzung am 11. August.
dpa Louis van Gaal ist alles andere als glücklich über die Länderspielansetzung am 11. August.

Der gereizte Bayern-Trainer van Gaal wartet auf einen Anruf von Bundestrainer Löw und will weiter keine Spieler für die Dänemark-Partie abstellen: „Da gibt es keine Verhandlungen“.

MÜNCHEN Abschenken kommt nicht in Frage. Louis van Gaal will gewinnen. Immer. Überall. Sogar am Wochenende auf Schalke beim Liga-total-Cup (Sat.1 live). Neben seinen Bayern kämpfen der 1.FCKöln, Halbfinalgegner des Rekordmeisters am Samstag (18.30 Uhr), Schalke04 und der HSV um den Sieg. Gespielt wird jeweils zwei Mal 30 Minuten.

Eigentlich ist’s ein nettes Vorbereitungsturnier drei Wochen vor Saisonstart. Van Gaal sagt aber: „Wir müssen unseren Verpflichtungen nachgehen, das wird schwierig.“ Er hat seine Meinung nicht plötzlich geändert, das würde ihm nie in den Sinn kommen. Aber davon auszugehen, dass eine Verlegenheitself, in der Amateur Maximilian Haas als Innenverteidiger und Konditionstrainer Marcelo Martins womöglich als Stürmer spielt, große Siegchancen hat, das kann auch van Gaal nicht.

Zwölf Spieler nimmt der Trainer mit nach Gelsenkirchen. Dass es nicht mehr sind, liegt auch am DFB. Van Gaal hatte angeregt, dass der DFB den Bayern-Amateuren frei gibt für dieses Wochenende, das Drittliga-Derby gegen Burghausen am Samstag im Grünwalder Stadion (14 Uhr) verschiebt. Es blieb bei der Idee.

„Ich werde diese Spiele nutzen“, sagt er nun. Das klingt nach einem „trotzdem“. Für mehr Ärger, womöglich gar für ernsthafte diplomatische Verstimmungen im Verhältnis zum DFB, könnte dagegen die noch immer ungelöste Länderspiel-Problematik vom 11. August sorgen. Van Gaal kann seine Vorbereitung noch immer nicht planen, weil er nicht weiß, was der DFB vorhat. Am Montag kommen zwar die elf WM-Helden zurück. Wie lange sie beim FC Bayern bleiben dürfen, ist aber noch immer offen. „Ich hatte erwartet, dass Joachim Löw mich anruft und mir sagt, welche Spieler er für das Länderspiel nominieren will“, sagt van Gaal. Der DFB-Coach ist aber noch im Urlaub, er will sich erst nächste Woche bei den Bundesliga-Trainern melden.

Zwar hat DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach via „Sport Bild“ schon ein Entgegenkommen signalisiert. „Ich stelle mir etwa vor, dass Joachim Löw mit Louis van Gaal bespricht, dass er Klose nimmt und Gomez nicht oder umgekehrt“, hatte Niersbach gesagt. Doch van Gaal geht das nicht weit genug. Er würde am liebsten keinen seiner Spieler zum aus seiner Sicht sinnlosen Test gegen Dänemark schicken. „Da gibt es keine Verhandlungen“, sagt er, „meine Spieler kommen da gerade aus dem Urlaub und sind da noch nicht fit genug für 90 Minuten“, sagt er, „die Spieler könnten sich verletzen. Löw darf so ein Risiko nicht eingehen“, sagt er. Der Dänemark-Kick wird zum Machtspielchen.

Doch weil Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge einen Boykott von Bayern-Seite bereits verboten hat, ist van Gaal auf das Wohlwollen des DFB angewiesen. Ihm sind die Hände gebunden – und das ärgert ihn. „Dieses Länderspiel ist im Interesse des DFB und der Fifa und widerspricht den Interessen des FC Bayern. Wirtschaftliche Interessen dürfen aber nie vor sportlichen liegen“, sagt er. Entscheiden darf er es nicht. „Ich bin überzeugt davon, dass der DFB eine vernünftige Lösung finden wird“, sagt er schließlich. Es klang fast wie eine Drohung.

Filippo Cataldo

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