Legendäre Karl-Fans: Was Hummels dem Youngster bei der WM zutraut

Schafft es der Bayern-Youngster in den deutschen WM-Kader? Am Rande des Legend Cups sprechen sich Klinsmann, Lahm und Hummels dafür aus: "Was er drauf hat, ist ungeheuerlich."
von  Maximilian Koch
Bayerns Senkrechtstarter in dieser Saison: Der 17-jährige Lennart Karl.
Bayerns Senkrechtstarter in dieser Saison: Der 17-jährige Lennart Karl. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Jan Kaefer

Es sind noch zwei Monate hin, bis Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen Kader für die Test-Länderspiele gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März) beruft, doch schon jetzt wird diese eine Frage heiß diskutiert: Schafft es Bayern-Youngster Lennart Karl erstmals ins Aufgebot und wenige Wochen später in den finalen Kader für die WM im Sommer? Auch wenn der 17-Jährige beim 5:1 in Leipzig eine unauffälligere Leistung zeigte, stehen die Chancen weiter gut: Karl hat mit sieben Toren und zwei Vorlagen in dieser Saison nachhaltig für sich geworben.

Gegen Leipzig ausgewechselt: Karl, hier mit Trainer Vincent Kompany.
Gegen Leipzig ausgewechselt: Karl, hier mit Trainer Vincent Kompany. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Laura Roemer

Und dadurch auch einige prominente Fürsprecher gewonnen. "Ich wurde in den USA schon oft nach Lennart Karl gefragt", sagte der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann am Sonntag beim Legends Cup im SAP Garden: "Es ist natürlich eine Freude, dem Buben zuzuschauen. Das, was er drauf hat, ist ungeheuerlich." Ungeheuerlich viel. Finten, Dribblings, Pässe, Flanken, Schüsse - dank Karl ist die Offensive des FC Bayern noch gefährlicher. Und geht es nach Klinsmann, sollte Nagelsmann Karl mitnehmen: "Mit jedem weiteren Spiel, wenn er so weiterspielt, wird sein Argument immer größer. Und es gehen ja mittlerweile 26 Spieler mit zu einer WM. Ich glaube, da finden wir schon einen Platz für ihn."

Lahm: Karl als Vorbild für die Jugend

Ganz ähnlich äußerte sich Philipp Lahm, der unter DFB-Coach Klinsmann einst das Sommermärchen 2006 erlebte. "Es geht um Leistung, die muss man konstant bringen", sagte Lahm: "Die WM ist noch weit weg, wir wissen alle nicht, was passiert. Aber wenn er weiter so Leistung bringt, warum soll man ihn nicht mitnehmen? Da gibt es nicht alt oder jung. Da muss ich die besten Spieler mitnehmen."

Generell sei Karls Entwicklung für den FC Bayern sehr erfreulich, ergänzte Lahm: "Es ist enorm wichtig, dass es Jugendspieler dann auch schaffen, wenn man viel Geld für den Jugendbereich ausgibt. Das schürt Identifikation. Und es zeigt, dass es möglich ist. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass immer wieder junge Spieler oben ankommen. Inwieweit sie dann Stammspieler werden, ist wieder eine ganz andere Frage."

Trainer der Bayern-Legenden: Philipp Lahm.
Trainer der Bayern-Legenden: Philipp Lahm. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul

Lahm gelang dieser Schritt in seiner aktiven Karriere, indem er sich zum VfB Stuttgart verleihen ließ. Und auch Mats Hummels konnte sich - anders als Karl - nicht direkt bei den Bayern-Profis durchsetzen, nachdem er aus der Jugend herausgekommen war. Hummels zog es zu Borussia Dortmund, ehe er später noch einmal zu Bayern zurückkehrte.

Hummels sieht Karl als wertvolle Option

Dass Karl in so jungen Jahren bei den Münchnern brilliert, hat auch Hummels beeindruckt. An Nagelsmann Stelle würde er den Youngster berufen. "Das Ding ist: Man muss ja auch irgendwen rauslassen. Wir haben schon viele sehr gute Spieler im offensiven Mittelfeld", sagte Hummels: "Aber so, wie er gerade spielt, ist er schon jemand, denn ich sehr gerne als Option im Kader hätte, wenn ich Trainer wäre."

Mit Dortmund Sieger beim Legends Cup: Mats Hummels.
Mit Dortmund Sieger beim Legends Cup: Mats Hummels. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Karls Alter sei dabei "völlig wurscht", ergänzte Hummels: "Es geht nur darum, wer in dem Moment am besten ist. Es ist für mich völliger Schmarrn, wenn man bei einem großen Turnier an irgendwas in der Zukunft denkt. Interessant ist nur: Wer ist zu dem Zeitpunkt so gut, dass er der Mannschaft helfen kann, das Turnier zu gewinnen. Und wenn er so weitermacht, ist er das."

Drei legendäre Fans hat Karl also auf seiner Seite. Jetzt muss nur noch Nagelsmann folgen.

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